Drohnen – Macht und Magie

Drohnen sind überall – und können überall unsichtbar sein, während alles unter ihnen glasklar erkennbar ist. Jetzt sind Drohnen auch Gegenstand der Kunst. Im Marta-Museum in Herford in der Ausstellung „Magie und Macht“ spielen sie eine zentrale Rolle neben Phantasiewerken wie „Fliegende Teppiche“ und verquicken damit ein altes mit einem brandaktuellen Thema: Die Eroberung des Elementes Luft.

Das Foto zeigt einen Text Macht und Magie
Marta Museum Herford

Besonders beeindruckt hat mich die Kunst der Drohnenabwehr:

Adam Harvey aus New York zeigt einen „Anti-Drone Scarf“. Im Mittelpunkt seiner „Stealth Wear“ steht die Überwachung. Diese Stealth Wear stehen für eine Kollektion an Designerstücken, welche einen futuristischen Dreiklang adressieren: die komplette Überwachung, die Macht dieser Überwachung sowie das Bedürfnis der Menschen, die Kontrolle zurückzugewinnen über diese Macht, unter der wir unser Recht auf Privatheit verlieren.

Ein Klick auf sein Projekt ist sehens- und lesenswert. Bilder vom Wirkmodus der Kollektion werden gezeigt, nämlich, wie die infrarotsichtbare Körperwärme der Menschen unter den Materialien verschwindet – sowie weitere Modelle: die „Anti-Drone-Burka“ und das „Anti-Drone-Hoodie“ – sinnbildlich für alle Kulturkreise. Menschen neigen bereits in der gesamten Menschheitsgeschichte dazu, sich unsichtbar zu machen, die Motive sind vielfältig. Immer haben sie aber mit Leben und Tod zu tun. Die literarischsten Versuche sind wohl: Die Tarnkappe im Nibelungenlied, in der Siegfried die Kappe vom Zwerg Alberich erringt, der den Schatz bewacht. Oder Hades mit seinem unsichtbarmachenden Helm – und kürzlich trug Harry Potter die neueste Ausführung eines Tarnmantels, der ihn für andere Augen verschwinden ließ.

Die Kulturgeschichte dieser bisher eher erfolglosen Versuche bleibt beim Betrachten der Drohnenschutzkleidung wie ein makabrer Scherz im Halse stecken. Das reale Wissen um das Können von Drohnen nagelt den Besucher fest auf die Ernüchterung: Der einfache Mensch hat keine Chance mehr auf Entkommen.

Die deutlichste Aussage dazu fand sich gleich am Eingang der Ausstellung:

Das Foto zeigt einen Text zu Drohnen und eine Überwachungskamera.
Drohnen – überall und unsichtbar

Der Schutz vor Drohnen findet sich auch in diesem Ausstellungsstück: „Drone Survival Guide“ mit den Umrissen der Flugkörper versehen mit Beflaggung, damit klar wird, welche Nation der Absender dieser ferngesteuerte Flugroboter ist.

Das Foto zeigt eine Schautabelle mit Drohnenumrissen.
Ruben Pater, Drone Survival Guide, 2014, Museum Marta Herford

Einen Anflug des Heiteren ergab sich aber auch bei diesem Exponat:

Das Foto zeigt einen Perserteppich mit Motoren als Drohne.
Marta Museum Herford

Drohnen sind ambivalent: Sie sind Faszination, Chance und Herausforderung gleichermaßen. Wir müssen diskutieren, was sie für uns sein sollen. Es ist der Mensch, der bestimmt, wie Technik wirken soll – für oder gegen ihn. Noch bestimmt er den Weg.

Das Marta-Museum hat einmal mehr Weitsicht bewiesen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.