Barrierefreiheit fehlt – muss das so sein?

Update vom 4.8.2015: mich erreichte folgende Nachricht: 

Sehr geehrte Frau Knoop,

der Zugang zur Stadthalle selber ist jeweils von 2 Seiten aus ebenerdig, ohne Treppenstufen erreichbar. (Hauptzugang vom Theodor-Heuss-Platz und im Bereich des Zuganges vom Parkplatz Barkeystrasse.)

 Eine interne Erschließung der unterschiedlichen Ebenen ist barrierefrei mit Aufzügen gewährleistet, auch der Bereich des Kegelcenters.

 Im Zuge der Umfeldgestaltung und Durchführung des 2. Bauabschnittes in 2015 wurden die Zugänge zum Kleinen Saal, Restaurant und dem Kegelcenter überplant und nach Entwurf errichtet. Der Behindertenbeauftragte der Stadt Gütersloh wurde hinzugezogen und seine Anmerkungen umgesetzt. Die Treppenanlagen wurden entsprechend der DIN-Normen umgesetzt.

 Sicherlich wäre ein Zwischenpodest für eine bequeme Akzeptanz dieser Treppe schön gewesen, es ist jedoch nicht erforderlich und technisch wäre es nicht umsetzbar gewesen. Körperbehinderte Besucher des Kegelcenters, die nicht die Treppe nutzen können (z.B. Rollstuhlfahrer), werden direkt vom Personal des Kegelcenters hereingelassen und können mit dem inneren Aufzug die untere Ebene erreichen.

 Gerne laden wir Sie ein, um sich direkt vor Ort ein Bild zu machen.

(Verantwortlicher der Stadthalle GT, hier ohne Namen wegen Datenschutz)

Musste das so sein? Während die privaten Haushalte und Neubauten mittlerweile allesamt auf Barrierefreiheit als Standard achten, ist das im öffentlichen Raum offenbar anders. Hier zieht Treppe um Treppe ein.

Nun auch auf dem Vorplatz und im Eingangsbereich der Stadthalle. Beides gerade renoviert. Leider nicht barrierefrei. Das zentrale Gestaltungselement sind: Treppen. Steil und gleißend hell.

Mich erreichen viele Anrufe von Seniorinnen und Senioren, die mich fragen, wie sie denn nun etwa zum Kegeln in den „Keller“ gelangen könnten? Die Stufen sind enorm steil.

Das Foto zeigt Stufen vor der Stadthalle Güterlsoh.
Treppen so weit das Auge reicht!

Ich habe die Stufen fotografiert und die Treppe getestet. Das ist schon ein gutes Stück Konzentration.

Der Seniorenbeirat hat mir auf meine Anfrage geantwortet, dass sie das schon „auf dem Radar“ haben und in Kürze hier auch aktiv werden wollen. Nur leider zu spät: die Renovierung des öffentlichen Raums ist vollbracht. Angesichts der steigenden Anzahl an Hochbetagten und des hohen Anteils an Älteren in einer alternden Gesellschaft ist das nicht das richtige Planen. Übrigens ist Barrierefreiheit auch ein Kriterium für die jüngere Generation, die noch Kinderwagen schiebt und mit Kleinkindern unterwegs ist. Beiden Enden der Gesellschaftskonstellation ist damit kein Dienst erwiesen.

Was tun? Künftig keine Planung mehr, ohne Barrierefreiheit zu garantieren. Durchgängig, nicht nur im Detail in Form einer Rampe versteckt.

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