Digital: Mehr wäre besser

Die Pro Wirtschaft GT hat sich mit der 3. Wirtschaftskonferenz der digitalen Wertschöpfung gewidmet. Rund 120 Geladene waren der Einladung gefolgt.

Prominentester Gast war wohl der Wirtschaftsminister NRW, Garrelt Duin. Er hielt die Key Note und übergab auch 930.000 Euro Fördergeld für OWL und den Clustergedanken eines Technologiezentrums.

Launig bot der Minister ein Bild des digitalen Wollens: Auf seiner Agenda steht das Programm „Köpfe, Kooperation und Kapital“, wenn es um digitale Wertschöpfung geht. Dieser Ansatz bezieht sich aufs gesamte Land, nicht nur auf die Region OWL, der man allerdings eine Menge Möglichkeiten zutraut. Duin postulierte auch, NRW solle zum Digitalland Nr. 1 werden in Deutschland. Start-ups und Traditionsunternehmen müssten zusammen kommen, was besonders lokal gelinge. Fünf Zentren für digitales Netzwerken in NRW seien angedacht, man brauche Orte für Dynamik, wisse aber nicht, was dabei herauskomme. Unser Land solle zum Gravitationsfeld für Industrie4.0 werden. Und die Infrastruktur für die Gewerbegebiete und die Schulen müsse vorrangig sein, meinte er.

Am Abend lief übrigens im WDR unter Service-Zeit die Sendung „Wie schnell surft NRW?“ – mit wenig ermuntigenden Ergebnissen.

Macht man den DigitalCheck hier vor Ort, wird einem ganz anders ums Herz: Breitband etwa wurde von der Telekom ausgebaut. Wir reden hier über Vectoring, also den Überbau alter Technik, die in ein paar Jahren schon nicht mehr leistungsfähig ist. Hier aber lehnt man sich zurück und wähnt sich gut aufgestellt. E-Government: hier in Gütersloh ist man Modellkommune. Wenn jetzt der Prozess dazu abgelaufen ist, tja, was dann? Ein Konzept, wie E-Government auch innerhalb der Verwaltung in den Strukturen umgesetzt wird – ist mir noch nicht untergekommen.

Wir verschlafen viele digitale Impulse – auch das war sichtbar an vielen Reaktionen der Gäste, die Entwicklungen wie Google Maps, Apple Watch und Apps für Firlefanz von Nerds bewerten.

Mir wird bange ums Herz, wenn ich sehe, wie sich diese digitalen Themen nur im Schneckentempo überhaupt hier vor Ort bekannt machen und wie beharrlich sich gerade die politischen Entscheider wegducken. Sie feiern ihre Entscheidung zum Freifunk. Wahrscheinlich ist für sie jetzt erstmal damit Ruhe an der digitalen Front. Das wäre für die Stadt allerdings fatal.

Die Langversion des Posts findet sich auf „Blickpunkt aus Gütersloh“.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.