Glasfaserausbau – nichts für Feiglinge

Gerade habe ich als Referentin auf einem Podium mal wieder missioniert, wie wichtig Glasfaser für Deutschland ist.

Das Foto zeigt Glasfaserrohre.
Das Netz macht den Unterschied.

Diesmal war ich auf der Glasfasermesse der BREKO in Frankfurt eingeladen. Mir ist nochmal deutlich geworden, welche Möglichkeiten angesichts der vielen kommunalen Anbieter wir eigentlich hätten, Deutschland flächendeckend mit zukunftsfähigem Glasfaser auszustatten. Leider, leider lässt sich das Land durch mehrere Faktoren lähmen.

  • Lähmen durch die Bundesnetzagentur, die der Deutschen Telekom gerade ohne Not eine Art Vectoring-Monopol im Nahbereich gewährt hat.
  • Lähmen durch die daraus entstehende Versäumnis, das Kreativpotenzial der kommunalen Anbieter und Wettbewerber abzurufen.
  • Lähmen durch Bund und Land, die hier kein nachhaltiges Konzept der Daseinsvorsorge ausgerufen haben.
  • Lähmen durch Entscheider in Kommunen und Regionen, die die Tragweite dieser Möglichkeiten nicht sehen – und daher nicht in die Zukunft investieren.

In dieser Woche erschien zudem ein wunderbarer Artikel von Jens Thaele in der Huffington Post mit dem schönen Titel „Spiel mir das Lied vom Breitbandtot“. Wunderbar auf den Punkt gebracht. Mein Kommentar dazu lautet, dass diese Tat leider ohne Bestrafung bleibt. Wenn die Folgen dieser fatalen Fehlentscheidung für den Einsatz von Vectoring wirksam werden, sind die Entscheider längst in Rente. Die digitale Transformation wird so jedenfalls nicht gelingen.

Hier mal ein paar konkrete Orte, an denen fleißig gebaut und verändert wird. Nur leider immer über der Erde. An eine zukunftsfähige digitale Infrastruktur wird leider nicht gedacht:

Und hier ein kleiner Einblick in eine typische Siedlung aus den 50er Jahren. Diese Ortsteile gibt es in jeder Kommune. Gleiches Spiel überall: Wir erleben gerade hier den Generationenwechsel. Noch sind die Immobilienpreise dieser Quartiere recht hoch. Das wird sich ändern, wenn den jungen neuen Eigentümern klar wird, wie langsam das Netz dort ist. Braucht man schon allein für das Internetfernsehen ein schnelles Netz, sind diese Ortsteile künftig abgehängt. Wie soll das gehen, wenn weitere Anwendungen hinzukommen: SmartHome, smartGrid? Übrigens brauche ich selbst für das Hochladen meiner Videobeiträge in der Länge von rd. 1:30 ganze 35 Minuten. Ohne diese künftige moderne Infrastruktur werden die Preise purzeln.

Digitale Anschlussfähigkeit braucht Kreativität und Ideen.

Wer als Kommune heute an den Ausbau geht, sollte auch kein Feigling sein und sich hinter Ausreden wie „Telekom macht das schon“ und dergleichen verstecken. Es braucht Grips trotz dieser Einschränkungen zum Ziel zu kommen. Um ausreichend Nachfrage für den Siedlungsausbau zu generiren, reicht allein der Blick auf die zivilen Konsumenten nicht. An erster Stelle müsste die öffentliche Hand loslegen und sich als Nutzer positionieren, denn in jedem Quartier finden sich Schulen, Kitas, Turnhallen, Bürgertreffpunkte, Jugendheime, die ebenfalls einen schnellen Zugang zum Netz brauchen, wenn sie zukunftsfähig sein wollen. Alles öffentliche Orte also, die zudem Nachfrage generieren. Einen weiteren guten Tipp habe ich auch noch vom Bürgermeister aus Geseke/NRW Dr. Remco van der Velden mitbekommen: Auch die Sparkassen sollten als Nachfrager angesprochen werden. Sie halten ihre Geldautomaten vor, die brauchen ebenfalls schnelles Netz. Und so steht die Finanzierung schon mal auf einem guten Bein. Smart City mit all seinen Vorteilen für die Menschen rückt so ein Stück näher.

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