Wie „Open“ ist NRW ? Wir talken dazu!

Hier unsere herzliche Einladung zu unserer Veranstaltung von #OffeneKommunenNRW:

Offene Kommunen NRW - Netzwerk

Offene Kommunen NRW – Netzwerk

Wer will mehr Transparenz, Beteiligung und Engagement in NRW?

Anfang März wurde publik, dass das im rot-grünen Koalitionsvertrag angekündigte Transparenzgesetz, das den Bürgern den Zugriff auf eine Vielzahl von Daten und Dokumenten ermöglichen sollte, in dieser Legislaturperiode nicht mehr kommt. Was bedeutet das für die Weiterentwicklung von OpenNRW?

Die bevorstehende Landtagswahl im Mai 2017 wird eine weitere Nagelprobe sein: In welcher Weise öffnen sich die Parteien dem Prozess der Offenheit, Zusammenarbeit und Transparenz in NRW? Wer ist Willens, bis zum Jahresende ein Transparenzgesetz vorzulegen?

Mit dem Open Government Manifest NRW hat die Initiative Offene Kommunen.NRW im vergangenen Jahr einen Aufschlag für die Weiterentwicklung von Open Government in NRW gemacht. Jetzt will die Initative eine offene Diskussion über die Zukunft von OpenNRW gemeinsam mit Akteuren aus der Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und vor allem aus der Zivilgesellschaft führen. Alle sind herzlich eingeladen, die Zukunft von OpenNRW mit zu diskutieren.

Zeit: Dienstag, 28.3.2017, 19:00-21:00 Uhr
Ort: Färberei e.V.,  Peter-Hansen-Platz 1 in Wuppertal

Alle Teilnehmer der Veranstaltung sind zum aktiven Mitmachen eingeladen. In der Podiumsrunde wird ein Platz stetig in Rotation durch das Publikum besetzt werden, das sich dadurch aktiv an der Diskussion beteiligen kann.

Als Gesprächspartner sind dabei:

Hartmut Beuß
Der Beauftragte der Landesregierung Nordrhein-Westfalen für Informationstechnik (CIO)

Matthi Bolte
MdL, Grünen Abgeordneter aus Bielefeld | Wahlprogramm Grüne NRW

Marcel Hafke
MdL, FDP Abgeordneter aus Wuppertal | Wahlprogramm FDP NRW

Frank Herrmann
MdL, Piraten Abgeordneter aus Düsseldorf | Wahlprogramm Piratenpartei NRW

Panagiotis Paschalis
Beigeordneter für Bürgerbeteiligung, Recht, Beteiligungsmanagement und E-Government der Stadt Wuppertal

Jasper Prigge
Kandidat für DIE LINKE bei der NRW-Lamdtagswahl  Wahlprogramm DIE LINKE NRW

Robert Stein
MdL, CDU Abgeordneter aus Hamm |Entwurf des Wahlprogramms CDU NRW

SPD: NN
Entwurf des Wahlprogramms SPD NRW

Veranstaltungsort:

Färberei e.V. Zentrum für Integration und Inklusion
Peter-Hansen-Platz 1
42275 Wuppertal-Oberbarmen

Veranstalter:

Offene Kommunen.NRW
Offene Kommunen.NRW

Mit Unterstützung von:

Mehr Demokratie NRW sowie der Geschäftsstelle zu OpenNRW.

Digitaler Leuchtturm außer Dienst: Colab

Licht aus beim CoLab

Auf der Mitgliederversammlung am 3. März 2017 wurde die gemeinsame Entscheidung getroffen, den einstigen “digitalen Leuchtturm” in der Netzwelt, das CoLab, abzuschalten. Mitbegründer, Lenkungskreis, Beirat und langjährige Unterstützer sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Doch gerade in der digitalen Welt wissen wir, dass auf jedes abgeschlossene Kapitel ein Neues folgt.

In unserem Blogpost von uns als Lenkungskreis (Vorstand) findet man die gesamte Erklärung und auch einige Hintergründe der großen Erfolgsgeschichte des Colab.

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Colab entfesselte

Das Colab hatte Sprengkraft: die neue Form der kooperativen Arbeit, der digitalen Arbeitsweise an offenen Docs, das Interdisziplinäre und an der Sache orientiert nach vorne arbeiten – es war bahnbrechend, aufregend und irgendwie immer unkonventionell, weil stets neue Wege beschritten wurden. Und es war in der Form um Lichtjahre voraus in dem, wie heute noch in vielen Firmen und Institutionen nach altem Muster gearbeitet wird. Leider immer noch streng hierarchisch, leider noch getragen von aus der Hierarchie abgeleitete Meinungsführerschaft, obwohl oftmals die Expertise gar nicht mehr in der Führungsetage vorhanden ist, sondern von „unten“ kommt. Viele haben die Erfahrung gemacht: Wer im Colab mitgearbeitet hatte, war in der eigenen Firma verdorben, weil man Morgenluft gewittert hatte, wie echtes kollaboratives Arbeiten aussehen müsste. Verstaubt und antiquiert wirkten da die Vorgehensweisen in Modellen wie hauseigene Sharing-Arbeiten und so weiter, die weit weg waren von Zusammenarbeiten auf Augenhöhe. Zahlreiche bahnbrechende Ideen und Impulse sind aus der Colab-Gemeinschaftsarbeit entstanden: Viele haben sich getraut, auch im echten Leben aus den konventionellen Normen der sicheren Arbeitsverhältnisse auszubrechen und Neues zu wagen. Das Netz ist voll davon, von diesen first Movern, die in starren Strukturen ansonsten lediglich die Kugeln im Rücken stecken hatten, weil sie unbequem waren und gefährlich wurden als Infragesteller, die auch noch Spaß an der Arbeit hatten.

Bremsen statt loslegen 

Es bewegt sich leider noch zu wenig. Wir sehen dieses Bremsen auf weiter Ebene – es hat dazu geführt, dass Deutschland insgesamt langsam ist in der digitalen Entwicklung Schritt zu halten und die großen Chancen für sich nutzen zu können. Es stehen zu viele auf der Bremse, die die Position hätten, für mehr Tempo zu sorgen. Statt dessen geht es jetzt darum, den Mut zu finden, eigenen Lernbedarf zu formulieren, um in der digitalen Welt mitzuhalten. Es geht darum, zu schauen, wo die Impulse und Inspirationen sind für mehr als nur Mittelmaß. Es fehlt der Mut zu einer Fehlerkultur, um sich stressfrei auszuprobieren. Es fehlt die Vorstellung an neuen Wertschöpfungen, die nicht nur materiell sind und bezifferbar in Gewinn, sondern auch in Motivation der Menschen, in Kreativität und der neuen Lust am Gemeinwohl. Das Colab war im besten Sinne ein Ort der Entfesselung, wie Netzwerke tragfähig wirken können. Für alle.

Kein Geld – keine Ergebnisse

Nun ist es eben aber doch profan daran gescheitert, dass keine Finanzierung zustande kam, die die nächste Initiative gesichert hätte. Und dabei wäre gerade dieses neue Thema (wieder) so weitreichend wie selten: Künstliche Intelligenz und Medien. Welche Formen der KI sind bereits jetzt am Werk – wer schreibt noch Nachrichten oder ist es schon ein Bot? Ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der medialen Vermittlung in der Lage, unser demokratisches System aus den Angeln zu heben? Wir vom Colab saßen auf einem wahren Schatz an Folien, Ideen und Fragen dazu. Diese werden nun hoffentlich andere Institutionen aufgreifen.

Wenn auch das Colab jetzt als Verein ordentlich aufgelöst ist, so sind die Menschen, die sich in dem Format vernetzt haben aber noch da. Und aktiv. Sie werden weitermachen. Vielleicht neue Formen der Zusammenarbeit finden, vielleicht neue Fördermöglichkeiten auftun. Auf jeden Fall werden sie den digitalen Lichtfunken weiter ins Land tragen. Keine Angst: Wandel ist Normalität. Da ändert sich auch nichts dran, wenn ein Quell der Unkontrollierbarkeit und Neugierigen auf Zukunft wie das Colab versiegt.

In diesem Sinne: mit einem weinenden und einem lächelnden Auge: Adieu Colab. Und danke!

 

Open Data – Impressionen vom Hackday

Der Hackday in Moers ist zu einer kleinen Tradition geworden. Die #Familie wächst, die Verwandtschaft wird mehr. Der Umgang mit Offenen Daten und den vielfältigen Anwendungen gewinnt immer mehr Freunde und Anhänger. Von alt bis jung, von Nerd bis Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker. Hier ein kleiner Einblick und einige Statements:

Jeder ist relevant

Der Hackday in Moers beginnt traditionell mit dem Talk am Freitagabend. Dieses Jahr stand das Motto „Medienkompetenz“ auf der Tagesordnung des #ODDMO17.

Kordula Attermeyer saß als Referentin mit auf dem Podium. Sie leitet das Referat „Digitale Gesellschaft“ in der Staatskanzlei NRW. Auch sie habe ich um ein kurzes Statement zur Medienkompetenz gebeten. Wichtigster Claim „Jeder ist relevant – jeder ist verantwortlich für sein Tun“. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, braucht es Medienkompetenz, lebenslang.

Digitaler Schock erwünscht

Der Hackday in Moers: im dritten Jahr seines Bestehens kann man erahnen, dass diese Veranstaltung mittlerweile Tradition wird. Die Zahl der Besucher steigt, die Zahl der verschiedenen Angebote steigt, vom Workshop zum Coden bis hin zum Talk am Vorabend.

Zum Talk „Medienkompetenz“ eingeladen war auch Prof. Dr. Ulrich Greveler, Hochschule Rhein-Waal mit seinem Schwerpunkt „Angewandte Informatik“ im Fachbereich Kommunikation und Umwelt. Ich habe ihn im Rittersaal Schloss Moers um ein kurzes Statement zum Thema „Medienkompetenz“ gebeten.

Sehr spannender Ansatz, den er da formuliert hat – u.a. auch der, dass Kommunen wie Moers beispielgebend sein können, wenn sie kommunal zu Hackdays einladen:

Offene Daten in die Schule!

Der Hackday in Moers #ODDMO17 zeigt an diesem Wochenende wieder viele Beispiele, wie Open Data bis in das Alltagsleben der Menschen hinein Wirkung erzielen kann.

Thomas Nolte etwa, Gymnasiallehrer am Adolfinum in Moers, hat Open Data – also offene Daten der Stadt und weitere Daten-Quellen – in seinen Unterricht integriert: zum Thema Haushalt in Moers, zum Wahlverhalten der Bevölkerung sowie zum Demographischen Wandel in der Stadt. Daten helfen sozioökonomomische und gesellschaftspolitische Muster zu erkennen und zu visualisieren. So entsteht ein neues Verständnis von komplexen Sachverhalten. Der Brückenschlag zwischen Daten, Schule und Stadtentwicklung ist gelegt. Wer mehr wissen möchte, schaue hier nach.

Beim traditionellen Talk am Vorabend des Hackday habe ich Thomas Nolte um ein kurzes Statement zum Thema „Medienkompetenz“ gebeten:

Talkrunde Medienkompetenz #ODDMO17

Es ist auf dem Weg eine gute Tradition zu werden: Das Wochenende zum Hackday in Moers starten mit einem Talk. Thema dieses Jahr zum #ODDMO17 ist „Medienkompetenz“. Auf dem Panel zu Gast waren Kordula Attermeyer (Leitg. Referat Digitale Gesellschaft, Staatskanzlei NRW) Thomas Nolte (Gymnasiallehrer Adolfinum Moers) und Prof. Dr. Ulrich Greveler (Hochschule Rhein-Waal, Angewandte Informatik). Ich durfte moderieren. Der Talkort machte Sinn: wir waren im Rittersaal im Schloss zu Moers. Moderne meets Tradition.

Das Foto zeigt die Diskutanten im Rittersaal.

Talk zum Medienkompetenz zum #ODDMO17

Moderation und bloggen – geht schwer zusammen. Daher nur ein paar Stichworte, die diskutiert wurden und die auf meinem Zettel gelandet sind:

Medienkompetenz hat eine Halbwertzeit; woher sollen künftig ausgebildete Informatikleherer kommen; digitale Transformation findet nicht nur in Informatik statt, sondern fächerübergreifend (Schule); Lehrer weiterbilden; es geht auch um Medienethik; Medienkompetenz nicht nur technischer Aspekt; wir brauchen mehrere Bildungsorte, nicht nur Schule; Schulpflichtfach Information wird kontrovers diskutiert; es geht auch um kulturelle Kompetenzen, nicht nur um berufliche oder wirtschaftliche Verwertung; wir brauchen unkonventionelle Bildungsorte; gesellschaftliche Stimmungslage ist schüchtern fordernd = mehr auszuprobieren, was neue Medien und deren Nutzung angeht; der partizipative Ansatz der neuen Medien ist wichtig; hat das Zeug dazu unsere Gesellschaft aus den Angeln zu heben; Politik hat Verantwortung; Verantwortung hat aber auch jeder Einzelne; jeder kann heute Sender werden – und muss damit auch Verantwortung übernehmen; wir müssen den Mut aufbringen, unseren Lernbedarf für den Umgang mit neuen Medien zu formulieren; auch die Mittelalten als Zielgruppe nicht verlieren; die Bildungselite ist im Netz eher schweigsam bis wenig vertreten; Diskrepanz in der Wahrnehmung; sind Soziale Medien eine Frage der sozialen Schicht?; Umgang mit sozialen Medien muss man lernen, auch im Alter; Netze spiegeln nicht die Gesellschaft in Gänze wider; jeder kann Sender werden, das ist zutiefst demokratisch; man kann als einzelner Sender Relevanz erzeugen; anstrengende Welt – die neuen Medien machen es nicht einfacher, auch damit muss man sich auseinander setzen; Kommunen sind ein wichtiger Ort für den digitalen Wandel, sie leisten einen großen Mehrwert bei dem kulturellen Wandel; …

Es war ein großer Rundumschlag, die Relevanz von Medienkompetenz ist ein weites Feld. Deutlich geworden am Ende ist zumindest: Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aber auch jeden Einzelnen angeht – und noch längere Zeit eine Baustelle bleiben wird. Der Ort „Rittersaal“ im Schloss Moers lehrt: Wandel dauert, Wandel ist Normalität.

Zudem habe ich ein paar Tapes mit O-Tönen der Referenten eingefangen, die in den folgenden Blogposts zu finden sind.

Thüringen auf dem Weg zu OGP

Was macht Open Government aus? Zu Gast bei der DAKT e.V. (Die Andere Kommunalpolitik in Thüringen). Zum 12. Kommunalpolitischen Tag haben wir in Erfurt darüber diskutiert.

Das Foto zeigt uns Referenten.

Carsten Meyer, Madeleine Henfling, Michael Selle, Anke Knopp

Einige Themen, die wir gestreift haben:

„Open Government“ ist ein Sammelbegriff für unterschiedlicher Konzepte und Visionen, die sich mit bestimmten Aspekten einer Öffnung von Staat und Verwaltung auseinander setzen. Hierzu zählen Überlegungen zu Transparenz 2.0, Partizipation 2.0 und Kollaboration 2.0, der Ansatz offener Innovationen, die Öffnung der Gesellschaft, die offene Gesellschaft, Überlegungen zu freien Daten sowie offene Standards, offene Schnittstellen, quelloffene Software und offene Kommunikationssysteme. 

Open Government bündelt Reformideen, dies unter der Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologie (Standards, Schnittstellen, Sicherheitsfragen) sowie einem grundsätzlichen Kulturwandel in der Verwaltung hin zu mehr Offenheit. Es geht um: Transparenz und Rechenschaftslegung (Informationsfreiheit und offene Daten), Beteiligung, offene Innovationsprozesse, Einbeziehung externen Wissens sowie um die Zusammenarbeit innerhalb der Verwaltung und mit der Zivilgesellschaft.

Transparenz stärkt das Prinzip der Repräsentativität und liefert den Bürgern Informationen darüber, was ihre Regierung und ihre Verwaltung bearbeiten und verwalten.  

Partizipation verstärkt die Effektivität von Regierung und Verwaltung und verbessert die Qualität ihrer Entscheidungen, indem das weit verstreute Wissen der Gesellschaft  (Zivilgesellschaft sowie auch Wirtschaft) in die Entscheidungsfindung mit eingebunden wird. 

Kollaboration nutzt innovative Werkzeuge, Methoden und Systeme, um die Zusammenarbeit der Verwaltungsebenen untereinander und auch die Zusammenarbeit mit dem privaten Sektor zu forcieren.

Durch diese strategischen Vorgaben zu mehr Offenheit, die die Demokratie stärken und Effizienz und Effektivität in Regierung und Verwaltung erhöhen soll, bekommen Transparenz, Teilhabe und Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert.

Das Foto zeigt Michael Selle bei seinem Vortrag.

Michael Selle – berichtet aus der Smart City Jena

Michael Selle ist CIO aus der (Licht)Stadt Jena, die sich auf den Weg macht, eine Smart City zu werden / zu sein. Spannende Projekte. Zudem hat sich auch Jena als digitale Stadt beworben. In Sachen „Open Data“ ist Jena besonders gut aufgestellt – ein veritabler Beteiligungsprozess ist in Gang gesetzt.

Das Foto zeigt die Innenstadt Erfurt.

Erfurt bei Nacht

Sturm selbst gesät

Bäume. Sie sind ein wichtiger Bestandteil für unser Leben. Insbesondere wirken sie als grüne Lunge in einer Stadt, sie regeln das Klima. Und natürlich nicht nur das Stadtklima, sondern jeder einzelne Baum trägt zum Weltklima bei.

Dieser Tage sind unzählige große Bäume mitten in der Innenstadt von Gütersloh gefällt worden. Sie weichen, damit ein Neubau für die Feuerwehr gebaut werden kann. Unbekannte haben das mit dem Schriftzug „Das ist ein Verbrechen“ auf dem öffentlichen Gehweg kommentiert.

Vier Gedanken dazu: 

Das Foto zeigt eine Baumreihe im Oktober 2016.

noch stehen sie

Das Foto zeigt die kahle Starßenzeile ohne Bäume.

Das Foto zeigt die kahle Starßenzeile ohne Bäume.

Erster Gedanke: Wir brauchen ein öffentliches Register zum Straßen-Baumbestand in der Stadt. Die Städte Berlin und Köln haben diesen Bestand bereits als Offene Daten in GovData eingestellt. Der Datensatz gibt Auskunft darüber, um welche Art von Baumbestand es sich im Straßenbaumbestand handelt, wo der Baum steht (Adresse), wann er gepflanzt wurde und welche Höhe er hat. So ergibt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Überblick, wenn solche Abholzungen diskutiert werden: Die Angaben lassen sich in einem Stadtplan visualisieren. Offene Daten bieten ein Gesamtbild über den öffentlichen Baumbestand – und erleichtert die Entscheidungsfindung in einer Stadt ungemein.

Zudem könnte man mit einer solchen Übersicht auch ein Verzeichnis erstellen, welches etwa Allergiker darüber informiert, wo welche Bäume mit welchen Pollen und Blütezeiten stehen. Die Stadt Wien hat das mit dem PollenRadar erstellt – auch ein Produkt von Open Data. Das allerdings ist nur ein positiver Nebeneffekt – hier soll es ums unnötige Abholzen von Bäumen gehen.

Zweiter Gedanke: Dass man eine Feuerwache auch unter ganz anderen Aspekten hätte planen können, macht das ODI in London deutlich: Die Nutzung von Open Data und einer Visualisierung dieser offenen Daten hat etwa in London zu einem anderen Umgang bei der Planung und Schließung von Feuerwehren geführt. Das Projekt enthüllt die Auswirkungen von Schließungen von Feuerwehrstandorten auf die Menschen, die dort wohnen und kann beim OpenDataInstitut (ODI) nachgelesen werden. Auch eine Visualisierung der verwendeten Daten findet sich hier. Künftige werden solche offenen Daten noch wichtiger für politische Entscheidungen etwa bezogen auf die Stadtentwicklung. Dazu aber müsste man als Kommune solche Datensätze für die Nutzung durch die Zivilgesellschaft und auch die Wirtschaft öffnen und bereit stellen.

Ein dritter Punkt: Es gab ausreichend Proteste gegen die Fällung der Bäume. Der vorhandene Entscheidungsspielraum allerdings wurde nicht genutzt. Der Bauverein Gütersloh hat da anders reagiert: Als es um das geplante Abholzen eines ganzes Wäldchens ging, welches zugunsten eines Bauvorhabens des Bauvereins durchgeführt werden sollte, gab es großen Protest, woraufhin der Bauverein sein Bauvorhaben absagte – und nochmal nachdenken wird. Gut so.

Ein vierter Punkt: Der Klimawandel ist kein Märchen. Er existiert. Auch wir erfahren mehr und mehr seine Auswirkungen dieser Entwicklung, obwohl wir geographisch vorteilhaft gelegen sind. Stürme und Sturmschäden jedoch etwa haben auch in Deutschland zugenommen. Es ist schon ein Treppenwitz, dass nun ausgerechnet die klimarelevanten Bäume mitten in der Stadt für eine Feuerwache weichen müssen, die künftig ausrücken muss, um eben diese vermehrten Sturmschäden zu beheben oder zu lindern.

 

Mein persönlicher Avatar – schon mal getestet

Das CITEC entwickelt mit dem Projekt „KogniHome“ einen virtuellen Butler – offiziell heißt das noch „Dialogassistent auf dem Bildschirm“, der mit Bewohnern einer intelligenten Wohnung kommunizieren kann. In der letzten Woche habe ich an einer Studie dazu teilgenommen: Wie stellen Sie sich ihren persönlichen Avatar vor? Blond, braun, grau? Mann oder Frau? Und so weiter. Der Avatar wird in mehreren Einsatzfeldern aktiv: als Hilfe in der Küche, als Fitnesstrainer oder als Butler an der Haustür.

Das Foto zeigt einen Aufruf zur Teilnahme an einer Studie zur KI.

Wie soll er sein, der persönliche Butler?

Das Projekt Kogni Home untersucht, wie vernetzte Technik den Alltag zuhause erleichtern, gesünder und sicherer machen kann. Dies nicht nur für Menschen mit Demenz oder Altersgebrechen, sondern insgesamt auch für Familien. So werden „mitdenkende“ und vor allem vertrauenswürdige technische Systeme entwickelt, die im Alltag der Menschen unterstützen können.

Wie solche Avatare aussehen sollten, wie sie sprechen, welche Gestik oder Animation es sein soll  – all diese Fragen sind Gegenstand der Studie.

„Mein Avatar darf gerne graue Haare haben – aber bitte stattet ihn mit Humor aus.“

Mich haben meine intuitiven Antworten am Rechner sehr erstaunt. Als jemand, der in der Alterskohorte zwischen 50 und 55 verortet ist, merkte ich beim Ankreuzen und Ausfüllen der Fragen, wie wertkonservativ wir „Babyboomer“ doch offenbar sozialisiert wurden: Mein Avatar in der Küche muss weiblich sein, hat gerne graue Haare – und darf durchaus viel besser kochen können als ich. Mein Fitnesstrainer wäre ebenfalls weiblich, aber höchstens im Alter und Aussehen bis Mitte 20. Wäre eine solche sportliche Figur dabei, mich zu Liegestützen als Training zu motivieren, würde ich mir den Kommentar vorbehalten dürfen: „Werde Du erst mal so alt wie ich…“

Mein Butler an der Haustür wäre männlich, darf gerne schulterlanges graues Haar haben und mich daran erinnern, einen Regenschirm mitzunehmen – weil er ja aus den Wetterdaten weiß, dass es gerade draußen regnet. Von ihm wünsche ich mir einen kessen Spruch „Wenn Du nicht zurückfindest, piepse ich Dein Smartphone an und leite Dich.“ Wie erkennbar ist, hatte ich eine Menge Spaß in der Stunde, in der ich rechnerbasiert Antworten auf die zahlreichen Forscherfragen gab.

Die meisten Roboter verfügen übrigens über eine weibliche Stimme, so die Ergebnisse der Forscher der Purdue Uni Indianapolis. Stimme bei Künstlicher Intelligenz scheint auch hier eine GenderFrage zu sein. Ich bin mit meiner Einschätzung der Sozialisation also nicht ganz allein, wie wir konkrete Rollenbilder in uns tragen. Häusliche Arbeit scheint daher weiblich sein zu müssen.

Die Forscher präsentierten einige wunderbare Vorschläge für das Outfit und die Konstellation der Avatare. Ich bin auf den Geschmack gekommen. Man darf gespannt sein, wie die Avatare künftig individuell auswählbar zur Verfügung stehen. Dass sie in den Einsatz kommen – darüber besteht eigentlich kein Zweifel mehr.