Die neue Lust am Debattieren

Der Titel sagt schon, was da vor uns liegt an dem Abend im Theater am Alten Markt in Bielefeld: „Das unmögliche versuchen – eine solidarische Moderne“. Die Menschen sind eingeladen, unter dem Dach von „Lob der Freiheit“ eben das Unmögliche zumindest zu denken und zu diskutieren.

Das Unmögliche diskutieren #LobderFreiheit

Gleich vorweg: Mir fehlten die digitalen Chancen, die digitalen Denkmodelle, die helfen, diesen Epochenwandel wie unsere Zeit von Micha Brumlik benannt wurde, zu gestalten. Daher verstehe ich diesen Blogpost als Beitrag und Aufruf für „mehr digitale Kommunen“ zu obigem Format – nicht als Selbstzweck der Technikverliebten, sondern als Nutzen für Menschen, die befähigt durch die neuen Informations- und Kommunikationsmittel ihrerseits neue Antworten finden für eine Moderne, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Später mehr dazu. Hier erstmal das Setting der Diskussionsrunde:

Hätte die Veranstaltung in den Räumen der Gewerkschaft stattgefunden – kaum jemand wäre der Einladung gefolgt. Sage nicht ich, sondern stellt der Veranstalter als Frage in den Raum. Auf dem Panel nahmen Platz: Thomas Seibert (Philosoph, Autor und Mitbegründer des ISM), Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler und Publizist) und Nora Bossong (Autorin). Das Gespräch leiten Stefan Brams (Leiter Kulturredaktion der Neuen Westfälischen) und Fabian Kessl (Bildungswissenschaftler und Transformationsforscher, Mitglied der Initiative Politikwechsel in Bielfeld).

Ihr Ausgangspunkt, so wie er auf der Website von „Lob der Freiheit“ formuliert ist:

In ganz Europa sind Freiheit und Demokratie von extremistischen Tendenzen bedrängt. Zusätzlich führt eine scheinbar alternativlose Politik zu einem Erstarken dieser Kräfte am rechten Rand. Mit dem Aufruf »Das Unmögliche versuchen« werben die Denkfabrik Institut Solidarische Moderne (ISM) und die Initiative Bielefelder Politikwechsel für ein Zusammenwirken der zivilgesellschaftlichen Bündnisse für eine solidarische, freiheitliche und ökologische Moderne. Wie kann diese aussehen? Brauchen wir wirklich demokratische Alternativen oder müssen wir uns nur deutlicher wehren?

Der Theatersaal ist voll. Das Durchschnittsalter liegt bei geschätzten 55 Jahren, die Haartracht ist eher der Grauton – das gilt auch für das Panel. Das ist nicht unerheblich für die Diskussion.

Thomas Seibert gibt einen Impuls, fein gegliedert auf Papier – der geht in groben Zügen etwa so: Wir erleben eine revolutionäre Situation. Politik hinkt der Ökonomie weit hinterher. Historischer Wandel, nie dagewesene Veränderungen. Ein progressives Drittel der Gesellschaft schwört auf rot-rot-grün. Von hier aus wäre der Einstieg in den Ausstieg von „Weiter so“ mit Neoliberal anstoßbar. Zu erwarten gar. Bisher ist die Wende dahin nicht gelungen. (Jamaika als Gegenentwurf aber auch nicht.) Wir erleben eine Krise der Repräsentation. Wir erleben eine Krise des Aktionismus. Was tun?

Reden. Seibert zufolge brauchen wir neue Orte des Austauschens. Das Theater ist wunderbar geeignet. (Zustimmung). Im Dreiklang soll es weitergehen: Verständigung über die Krise, Übereinkunft über das, was da passiert (soziale Frage berühren, Demokratie, Europa, Integration) und schließlich die Verständigung über konkrete Projekte (BGE, Europa stärken, keine Recentiments des Nationalen). Die Frist für eine solche Wende sei knapp.

Die Autorin Nina Bossong verändert den Blickwinkel auf die jüngere Generation: skizziert Brexit, Gefährdung der EU, antidemokratische Tendenzen überall. Sie differenziert zwischen Meckern über Politik und Politiker einerseits, andererseits die Lethargie des eigenen Handelns.

Im Verlauf des Abends werden das zentrale Pole: Europa als umfassende Klammer und Zukunftsort für unser Dasein, sowohl als Individuen denn auch als politische Menschen mit dem direkten Brückenschlag in die Kommunen, die bereits der Ort sind, an dem Ideen konkret werden und Wirkung der Veränderung spürbar machen. Nirgends kann politische Teilhabe die eigene Lebensumwelt so mitgestalten wie vor Ort. Die Kraft der Kommunen gilt es zu stärken. – Digitales hilft dabei, davon spricht aber keiner.

Micha Brumlik macht das ganz große Fass auf: Epochenwandel. Digitalisierung nennt er beim Namen, als Einziger. Damit packt er mich, bleibt aber bei der Ankündigung und biegt ganz unvermittelt ab ins Bekannte: Die Mitarbeit in Parteien. Und: Ich will kein Mehr an Basisdemokratie. Das war seine Antwort auf meine Frage, die ich gestellt hätte: Kann man auf die Herausforderungen der Zukunft mit dem Werkzeugkasten aus dem letzten Jahrhundert reagieren? Ich brauchte sie also nicht mehr zu stellen, die Antwort war für mich ernüchtern, hatte ich doch das ganz Große zuende gedacht erwartet.

Allerdings streift Brumlik einen Aspekt, der den gesamten weiteren Abend berührt: Wir als Gesellschaft sehen uns einer Ungleichheit an Anerkennungspotenzial gegenüber. Wir sehen eine neue Klassengesellschaft: die meritokratisch liberalen Cosmopoliten. Ein wesentlicher Teil derer, die das angeht, sitzt hier im Theater.

Der Diskussionsverlauf des Abends zeigt, dass Menschen offenbar mehr gesehen werden wollen in dem, was sie tun. Bevor sie zu einem Beitrag zur Diskussion kommen, erklären fast alle aus dem Publikum ausschweifend, wo sie bereits aktiv sind, wie lange und wie konkret. Auf sprachlich höchstem Niveau. (Da passiert etwas analog, was diese sonst gerne als Malus der digitalen Welt – vor allem den Social Media – vorwerfen: Selbstreferentiell zu sein.) Flüchtlinge sind zentrales Thema ebenso wie Umwelt. Unsere Gesellschaft lebt mittlerweile genauso tragend von der ehrenamtlich engagierten Zivilgesellschaft wie von Steuermitteln ihrer Bürger. Bräche das Engagement weg, der Staat wäre funktionsuntüchtig. Wer allerdings Zeit und Geld und Hirn in dieses Engagement zu stecken vermag, der will auch mehr gesehen werden, gehört werden in seinen Anliegen – und berechtigterweise mitsprechen, wenn Entscheidungen gefällt werden. Da hat Brumlik den Nerv getroffen mit dem Aspekt Anerkennungspotenzial – so wie ich das verstanden habe.

Die Mitdiskutierer im Theater sind gleichwohl beredte Erfahrungsträger: erfahren in der Mitarbeit in vielen facettenreichen Initiativen oder auch erfahren als Parteimitglieder wissen sie von der Frustration, wenn Beteiligung nicht wirklich gelingt oder lediglich als Alibi gewährt wird. Eine solidarische Moderne muss sicher erstmal diese Frustration aufbrechen helfen. Hier ist viel Knowhow und Wissen abrufbar aber verharrt oftmals nur noch am heimischen Küchentisch – weil Formen des echten Bewirkens fehlen und die Frage Einzug gehalten hat: Warum tue ich mir das noch an? Antwort: Weil ein politischer Mensch ein politischer Mensch bleibt. Auch das war ein zentraler Punkt des Abends, das Hin- und Herschwanken zwischen engagiere ich mich oder nicht und wenn ja, wie? Die Antwort blieb in alten Strukturen hängen, auch, wenn Parteienbashing groß geschrieben wurde. Parteien helfen zu verteilen. War da Luhmann im Raum?

Ein Ratsherr aus Bielefeld drehte sogar den Spieß um und versetzte, er sei „Bürgerverdrossen“. Niemand komme zur Ratssitzung, selbst wenn der Haushalt mit einem Milliardenetat verabschiedet werde. Das Dilemma ist bekannt. Meine Empfehlung ist die, den Haushalt zu visualisieren, Offene Daten dazu kleinteilig im Alltag der Menschen anzubringen. Oder auch beim digitalen Bürgerhaushalt zu bleiben, wenn das auch Mehraufwand bedeutet. Dazu muss Politik sich jedoch Gedanken machen, wie ihr Handeln wieder vermittelbar wird. Kommunikation ist gefordert, auch da.

Hier setzen die Chancen des Open Government an. Was übrigens sowohl global als auch lokal bereits auf breiten Säulen steht. Open Government grundsätzlich setzt auf mehr Teilhabe, auf Transparenz und auf Koproduktionen der Beteiligten also Verwaltungen, Politik und Bürgerschaft. Selbstverständlich stehen die Formate auch der Wirtschaft und der Wissenschaft offen und binden diese ein. Wirtschaft verändert sich gerade, es zeigen sich tektonische Veränderungen in Hierarchie und Marktfähigkeit. Daten, offene Daten sind ein wesentlicher Bestandteil dieses neuen Wirtschaftens. Großes Potenzial kommt aus der Civic-Tech, getrieben durch die zivilgesellschaftlich Offenen Daten-Labore Code for Germany, die in ganz Deutschland entstanden sind und unter dem Dach der Open Knowledge Foundation im Netzwerk zusammenwirken. In den OK Labs treffen sich Entwickler, Coder und politisch Interessierte, die Neues entwickeln: in der Stadtentwicklung, in der Mobilität, im alltäglichen Leben. Kleinteilig begonnen etwa mit einem mobilen Parkplatzfinder, um den Suchverkehr in der Stadt zu minimieren bis groß gedacht etwa mit Apps in der Flüchtlingshilfe, wie Übersetzungsprogramme.

Das wirkungsvollste Projekt derzeit ist sicher das der Luftdateninfo.org aus Stuttgart. Ein Projekt, welches ich schon häufig beschrieben habe: Wir sprechen über Luftverschmutzung in unseren Städten, wir wissen, dass Feinstaub Menschen tötet. Staatliche Messungen gibt es nicht ausreichend, so haben zivile Entwickler (Hacker) Sensoren entwickelt, die selbst messen können – und ihre Werte auf eine interaktive Stadtkarte übertragen, in der visualisiert wird, wie hoch die Belastung an welchem Ort in der Stadt ausfällt. Jeder kann sich so einen Sensor bauen, jeder kann den aufhängen. Jeder kann die Daten ins Netz einspeisen und zum großen Bild beitragen. Durch die Erhebung und Vernetzung in Bürgerhand entsteht eine datengetriebene neue Interpretation von politischer Handlungsnotwendigkeit – die lange bereits bekannt war und diskutiert wurde – aber verpuffte und unerhört blieb. Durch Offene Daten ist es gelungen, Politik in die richtige Richtung zu treiben und Bürger haben dafür einen Beleg geschaffen.

Open Government gelingt sowohl lokal als auch global. Deutschland ist im Dezember 2016 dem globalen Netzwerk Open Government Partnership beigetreten – ein Kreis von Aktiven aus der Zivilgesellschaft treibt den Prozess in Deutschland voran – er ist offen für jedes neue Mitglied. Auch hier ist das Ziel, Prozesse, Entscheidungen und Grundlagen transparent zu machen. Digital zu denken, mit Raum und Einfluss der Vielen. Gerade hat die Zivilgesellschaft dazu 270 Forderungen aufgelistet, die dazu beitragen können, diese Art von Öffnung voranzutreiben. Keine Kleinigkeit, denn diese zielen in erster Linie auf die Handlungsebene des Bundes. Bisher münden 15 von ihnen in einem 1. Nationalen Aktionsplan Open Government, der verpflichtet umgesetzt wird. Im kommenden Jahr werden nun die Länder und die Kommunen adressiert – ein hervorragender Anlass, neue Formen und alte Initiativen zusammen zu bringen, einen Politikwechsel anzugehen. Das Netzwerk und der Verein #OffeneKommunenNRW haben für die lokale Ebene eine Art Blaupause entworfen und ein Open Government Manifest NRW formuliert, das auf Teilhabe abhebt.

Der Abend zeigte unter dem Strich: offene Dialoge, neue Formen des Austausches, Raum für Neues – alles dies ist gewünscht und wird gebraucht. Occupy als eine letzte Idee dieser Wünsche sei gescheitert – wurde diskutiert. Wer Kommunalisierung als eine Antwort sieht auf neue Formate, braucht so etwas wie Occupy. Der Ansatz von Occupy ist geblieben, wir sind die 99 Prozent. Mit dem Unterschied, dass wir heute davon ausgehen dürfen, dass wir 99 Prozent vernetzt sind – ein Unterschied, der eine andere Handlung ermöglicht.

Wenn die grundsätzlichen Möglichkeiten der Teilhabe reduziert erscheinen, dann ist es Zeit für Koproduktionen oder Cooperationen in der Entwicklung von neuen Projekten. Das hat einen gänzlich anderen Charakter als Beteiligungsmöglichkeiten am Ende von bereits feststehenden und entschiedenen Formaten wie wir sie heute kennen. Koproduktion als ein Teil von Open Government beteiligt bereits von Anfang an, lässt überhaupt Raum und Gelegenheit zu identifizieren, was angegangen wird und wie.

Im übrigen wäre diese Koproduktion auch erweiterbar um die Creativ-Wirtschaft in der Kommune. Künstler und Kulturschaffende, Medienmacher und Querköpfe können eingefahrene Prozesse genial anders beleuchten. Ein Schritt zurück zur distanzierten (Neu-)Betrachtung veranlassen oder simpel Zusammenhänge einfach dekonstruieren und anders zusammen setzen. Auch da gibt es bereits digitale Ansätze. Sie lassen sich finden. Vielleicht nehmen diese digital Bewegten dann auch bei der fortgesetzten Diskussion im Theater in einer der nächsten Runden Platz. Schön wäre es. Ansonsten: gut gemacht, dieser erste Aufschlag.

Open Data auch für IHK und Handwerkskammer

Wir sind mitten drin in der Digitalisierung. Publikum und Podium waren sich einig. Unsere Generation erlebt plötzlich zwei Welten, in denen wir leben: die reale und die virtuelle Welt. Beide verschmelzen – jetzt gilt es, die Kenntnis über beide Welten zu vermitteln.

Das jedenfalls stand auf dem Zettel:  Medienkompetenz in KMU – Wie Social Media unsere Geschäfte verändert – so titelte die WIM ihre Veranstaltung in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld. WIM – das Netzwerk für Unternehmen in OWL – hatte in Ko- operation mit der WEGE mbH zum 2. WIM Open Panel eingeladen. Chancen und Risiken von Social Media in KMU standen im Fokus des Panels. Getwittert wurde unter #wimop17

Social Media in KMUs – Foto Sandra Wilms

Es diskutierten: Vera Wiehe (WEGE) Moderation, Thorsten Ising (Vorstand für Kommunikation im Bundesverband Community Management e.V. für Social Media und digitale Kommunikation, Christina Quast, Hashtaghüterin (freie Journalistin), Detlev Buschkamp, Buschkamp Consulting (Social Media Beratung), Anke Knopp, freie Beraterin und Autorin (Open Data, Smart City), Thomas Werning, Strategieberatungen (Datenschutz und Internetmarketing) und Roman Mahr, Laufwerk m – Programmierung.

Es ist keine Frage mehr ob Unternehmen im Netz unterwegs sind, sondern nur noch wie. Jedes Unternemen ist ein Medium.

Sichtbarkeit, Erreichbarkeit, Kommunikation, Kundennähe – alles Themen, die auch KMUs betreffen. Die Chancen wurden rauf und runter erläutert. Will ich hier auch nicht wiederholen. Es braucht offenbar noch mehr Zeit, bis Social Media zur Normalität in Unternehmen wird. Solange es allerdings in einigen Betrieben untersagt ist, diese neuen Formen der Kommunikation zu nutzen, wird es noch Überzeugungsarbeit brauchen.

Im Barcamp-Format wurden verschiedene vertiefende Sessions angeboten – alle gut besucht.

Mein Part war einen Schritt weiter gedacht: Social Media als mögliches Tor für Unternehmen, um für sich den Mehrwert von Open Data zu entdecken, sich über Social Media eine eigene Community aufzubauen. Noch ist „die Wirtschaft“ hier sehr zögerlich, was sowohl den Nutzen als auch das eigene Einbringen von Daten angeht. Dabei sind Daten auch für KMUs eine mögliche künftige Quelle für Wertschöpfung. Ein Beispiel: Es gibt die Gesetzeslage, dass alte Heizungen ausgetauscht werden müssen, wenn ein Haus etwa nicht selbst bewohnt wird. Damit soll das Ziel der CO2-Einsparung erreicht werden. Dahinter liegen handfeste messbare Kriterien. Wenn nun diese Werte eingehalten werden sollen, ist das auch eine Frage für Heizungsinstallateure und auch Schornsteinfeger, die mit gesammelten Daten Nachhaltigkeitskriterien nachhalten und belegen können. Gleiches gilt etwa für die Nutzung von Daten zu Lärmmessungen an bestimmten Orten in der Stadt: LärmApps etwa können Hinweise für Handwerker darstellen, gezielte Lärmschutzmaßnahmen anzubieten.

Größeres Erstaunen stellte sich ein, als ich das Thema #OpenData auch für IHK und Handwerkskammer anschnitt. Auch diese Verbände sitzen auf einem großen Schatz an Daten – rücken ihn aber nicht raus und nutzen ihn auch nicht umfänglich für sich selbst. Dabei gibt es vielfältige Anwendungen. Etwa: Auch Arbeit selbst verändert sich und die Gewinnung von Nachwuchs für die Betriebe gerät ins Stocken, gerade da wären Daten – offene Daten – eine Quelle für neue Muster und neue Ideen. Etwa beim Bedarf von ad-hoc-Trainings: Wenn gerade eine bestimmte Qualifikation besonders gefragt ist, könnten die Verbände darauf zeitnah reagieren und Personal genau darin schulen – passgenau, vielleicht sogar aus dem Kontext einer umfänglichen und langen Ausbildung herausgeschnitten. Qualifikation on demand ist ein Stichwort.

Berufe bleiben nicht gleich, Ausbildung wird sich ändern. Zugehörigkeiten zu Firmen werden sehr viel kürzer sein als wir das bisher kennen, weil Firmen vielleicht immer kürzere Lebenszeiten haben als ihre Angestellten, die dann bei mehreren Firmen als Projektmitarbeiter anheuern.

Wir werden eine Ökonomie der Ideen erleben – nicht die der Dinge. Das bedeutet auch, wir brauchen Prozesse mit Open Source – das Schützen von Firmenideen wäre daher sinnlos.

Gleichzeitig muss man darüber nachdenken, ob solche hierarchischen Verbandsformen noch Bestand haben. (Das ist ein weiteres Thema.)

Es wurde weit in die Zukunft geschaut an diesem Abend. Aber auch Handfestes und Ordnungspolitisches aufs Tablet gehoben – der Datenschutz etwa:

 

Das WIM-Format trägt – gern mehr davon.

Regiopole – leider bisher ohne Gütersloh

Bielefeld macht es vor: gemeinsam mit Herford und Bad Salzuflen vereinbaren sie eine interkommunale Kooperation als „Regionale“. Gütersloh versäumt die Chance, dabei zu sein. Ein Fehler.   

Gütersloh muss jetzt die Möglichkeit ergreifen und Teil dieser Kooperation „Regiopole“ werden. Die Einladung dazu liegt ausdrücklich vor, Ignoranz führt an der Stelle zur Isolation.

Das Foto zeigt eine Wäscheleine vor strahlendblauem Himmel, an der Leine hängen Tropfen vom Regen.

Die Zeit ist reif für eine gemeinsame Strukturplanung in der Region. Vernetzung und interkommunale Zusammenarbeit werden für die Städte in Ostwestfalen immer wichtiger. Nur gemeinsam können Mittelstädte wie Gütersloh in Konkurrenz zu den starken Ballungsräumen der Großstädte zukünftig bestehen.

Bereits im Februar hat der Rat der Stadt Bielefeld die „Regiopole“ an den Start gebracht. Ein gleichberechtigter Zusammenschluss mit Herford und Bad Salzuflen ist beschlossen, der neue Verbund tritt auch dem bundesdeutschen Netzwerk der Regiopolen bei. Leider hat Gütersloh die bestehende Chance auf eine aktive Mitarbeit in diesem ostwestfälischen Regiopol-Netzwerk bisher nicht genutzt. Die Möglichkeit zu jederzeitigen Zusammenarbeit wurde in dem Vertragswerk aber ausdrücklich für weitere Kommunen geschaffen.

„Regiopole“ sind Städte außerhalb von Metropolen, die einen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Mittelpunkt darstellen. Im Verbund können sie zu regionalen Entwicklungsmotoren werden.

Die alte Wagenburgmentalität der Entscheider in Politik und Verwaltung führt langfristig in die Isolation. Nur Kreativität und Wandlungsfähigkeit sichern einen wirtschaftlichen Fortbestand. Zur Zusammenarbeit und zum Netzwerken gehört ein Mentalitätswandel, der die Chancen erkennt und gemeinsam nutzen lässt. Es reicht nicht, nur kurzfristig auf seinen eigenen Vorteil zu schauen, dies hier ist ein langfristiges Projekt mit vielen Perspektiven für die Zukunft der gesamten Region. 

Bereits im März hatte ich dazu gebloggt. 

Blick zum Nachbarn: Regiopole gegründet

Die Stadt Bielefeld hat gestern im Rat der Bildung einer Regiopole zugestimmt. Zudem sind unsere Nachbarn auch Gründungsmitglied der vier Regiopolstädte in Deutschland. In einem ersten Schritt wird eine interkommunale Kooperation mit den Städten Herford und Bad Salzuflen eingegangen, dies als ostwestfälisch-lippische Regiopole.

Glückwunsch dazu! 

Das Foto zeigt den Schriftzug "über Stadtgrenzen hinaus denken".

Diese Entscheidung ist bahnbrechend. So nehmen die Partner dort die großen Herausforderungen der Zukunft gemeinsam an: Gestaltung des demographischen Wandels, Stabilisierung der Wettbewerbsfähigkeit, Erhöhung der Standortqualität und Weiterentwicklung der kommunalen Selbstorganisation.

In dem Beschluss, der einstimmig gefasst wurde, ist übrigens die Möglichkeit enthalten, dass sich hier weitere Kommunen beteiligen. Die Frage wäre doch naheliegend, ob nicht auch Gütersloh zur Kooperation bereit wäre. Werden dazu Gespräche geführt? Ich frage nach.

Foto: Anke Knopp

Bunt und weltoffen

Die Fotos zeigen Impressionen der Demo für ein vielfältiges und weltoffenes Bielefeld am 19.1.2015

Auf der Demo in Bielefeld „Bielefeld ist bunt und weltoffen“ hat nicht nur das Oberzentrum Flagge gezeigt, sondern viele aus der Zivilgesellschaft in ganz OWL. Auch viele Gütersloher waren vertreten: für Vielfalt, Weltoffenheit und Toleranz, gegen Rassismus, Hass und Terror.