Digitaler Leuchtturm außer Dienst: Colab

Licht aus beim CoLab

Auf der Mitgliederversammlung am 3. März 2017 wurde die gemeinsame Entscheidung getroffen, den einstigen “digitalen Leuchtturm” in der Netzwelt, das CoLab, abzuschalten. Mitbegründer, Lenkungskreis, Beirat und langjährige Unterstützer sehen das mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Doch gerade in der digitalen Welt wissen wir, dass auf jedes abgeschlossene Kapitel ein Neues folgt.

In unserem Blogpost von uns als Lenkungskreis (Vorstand) findet man die gesamte Erklärung und auch einige Hintergründe der großen Erfolgsgeschichte des Colab.

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Colab entfesselte

Das Colab hatte Sprengkraft: die neue Form der kooperativen Arbeit, der digitalen Arbeitsweise an offenen Docs, das Interdisziplinäre und an der Sache orientiert nach vorne arbeiten – es war bahnbrechend, aufregend und irgendwie immer unkonventionell, weil stets neue Wege beschritten wurden. Und es war in der Form um Lichtjahre voraus in dem, wie heute noch in vielen Firmen und Institutionen nach altem Muster gearbeitet wird. Leider immer noch streng hierarchisch, leider noch getragen von aus der Hierarchie abgeleitete Meinungsführerschaft, obwohl oftmals die Expertise gar nicht mehr in der Führungsetage vorhanden ist, sondern von „unten“ kommt. Viele haben die Erfahrung gemacht: Wer im Colab mitgearbeitet hatte, war in der eigenen Firma verdorben, weil man Morgenluft gewittert hatte, wie echtes kollaboratives Arbeiten aussehen müsste. Verstaubt und antiquiert wirkten da die Vorgehensweisen in Modellen wie hauseigene Sharing-Arbeiten und so weiter, die weit weg waren von Zusammenarbeiten auf Augenhöhe. Zahlreiche bahnbrechende Ideen und Impulse sind aus der Colab-Gemeinschaftsarbeit entstanden: Viele haben sich getraut, auch im echten Leben aus den konventionellen Normen der sicheren Arbeitsverhältnisse auszubrechen und Neues zu wagen. Das Netz ist voll davon, von diesen first Movern, die in starren Strukturen ansonsten lediglich die Kugeln im Rücken stecken hatten, weil sie unbequem waren und gefährlich wurden als Infragesteller, die auch noch Spaß an der Arbeit hatten.

Bremsen statt loslegen 

Es bewegt sich leider noch zu wenig. Wir sehen dieses Bremsen auf weiter Ebene – es hat dazu geführt, dass Deutschland insgesamt langsam ist in der digitalen Entwicklung Schritt zu halten und die großen Chancen für sich nutzen zu können. Es stehen zu viele auf der Bremse, die die Position hätten, für mehr Tempo zu sorgen. Statt dessen geht es jetzt darum, den Mut zu finden, eigenen Lernbedarf zu formulieren, um in der digitalen Welt mitzuhalten. Es geht darum, zu schauen, wo die Impulse und Inspirationen sind für mehr als nur Mittelmaß. Es fehlt der Mut zu einer Fehlerkultur, um sich stressfrei auszuprobieren. Es fehlt die Vorstellung an neuen Wertschöpfungen, die nicht nur materiell sind und bezifferbar in Gewinn, sondern auch in Motivation der Menschen, in Kreativität und der neuen Lust am Gemeinwohl. Das Colab war im besten Sinne ein Ort der Entfesselung, wie Netzwerke tragfähig wirken können. Für alle.

Kein Geld – keine Ergebnisse

Nun ist es eben aber doch profan daran gescheitert, dass keine Finanzierung zustande kam, die die nächste Initiative gesichert hätte. Und dabei wäre gerade dieses neue Thema (wieder) so weitreichend wie selten: Künstliche Intelligenz und Medien. Welche Formen der KI sind bereits jetzt am Werk – wer schreibt noch Nachrichten oder ist es schon ein Bot? Ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz in der medialen Vermittlung in der Lage, unser demokratisches System aus den Angeln zu heben? Wir vom Colab saßen auf einem wahren Schatz an Folien, Ideen und Fragen dazu. Diese werden nun hoffentlich andere Institutionen aufgreifen.

Wenn auch das Colab jetzt als Verein ordentlich aufgelöst ist, so sind die Menschen, die sich in dem Format vernetzt haben aber noch da. Und aktiv. Sie werden weitermachen. Vielleicht neue Formen der Zusammenarbeit finden, vielleicht neue Fördermöglichkeiten auftun. Auf jeden Fall werden sie den digitalen Lichtfunken weiter ins Land tragen. Keine Angst: Wandel ist Normalität. Da ändert sich auch nichts dran, wenn ein Quell der Unkontrollierbarkeit und Neugierigen auf Zukunft wie das Colab versiegt.

In diesem Sinne: mit einem weinenden und einem lächelnden Auge: Adieu Colab. Und danke!

 

Digitale Region – aus dem Land, für das Land

Wie überlebt der ländliche Raum im digitalen Wandel? Wir haben hier einige zentrale Handlungsempfehlungen und Anregungen gebündelt:

Colab Internet und Gesellschaft #digitaleRegion

Hintergrundbericht (klein)

Hintergrundbericht

Executive Summary

Das Foto zeigt die Broschüre DigitaleRegion.

Aus dem Land – für das Land

Das Netzwerk und seine Expertinnen und Experten stehen gerne zur Diskussion oder Begleitung zur Verfügung.

 

Was wäre Deutschland ohne ländlichen Raum?

Städte stehen im Rampenlicht, sie wachsen, sie sind sexy – und profitieren von Vielfalt und Modernität. Ländliche Räume führen dagegen eher ein Dasein wie Aschenputtel – sie stehen vor der Bewältigung großer Herausforderungen wie Landflucht, dem demographischen Wandel, Arbeitsplatzschwund, fehlende Mobilität, fehlende Gesundheitsversorgung und dergleichen. Die Probleme sind bekannt. Die 11. Initiative des Colab Internet und Gesellschaft hat Antworten entwickelt, wie digitale Strategien den ländlichen Raum am vitalen Leben (er)halten können und Teilhabe sichern. Wir haben heute die Ergebnisse in Berlin präsentiert.

Das Foto zeigt die Abschlussveranstaltung vom Colab.

11. Initiative Colab #DigitaleRegion

Wie wird man zu einer Digitalen Region?

Antworten auf diese Frage geben über 70 ehrenamtliche ExpertInnen, die in einem fächerübergreifenden Netzwerk Ideen und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt  haben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Im Zentrum aller stand das Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken und Kommunen zu einem nach wie vor zentralen Ort für Leben und Arbeiten zu erhalten. Kommunen zu einem Kommunikations-, Erlebnis- und Gestaltungsraum zu machen. In einem kontinuierlichen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft, Datenenthusiasten und Partizipationsprofis entstanden Ansätze, die in drei Regionalworkshops auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft wurden: raus aus dem Elfenbeinturm auf die Straße. Als drei Modellregionen machten Wennigsen/Deister, der Region Augsburg, die die Stadt Augsburg, den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg umfasst, sowie Südniedersachsen den Praxischeck. Vom Chatbot bis zum digitalen Dorfkümmerer und der Einrichtung von Coworking-Spaces auf dem Acker ist eine ganze Bandbreite an praxisnahen Handlungsmöglichkeiten entstanden.

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In Gesprächen unter anderem mit Bürgern, Unternehmen und Verwaltungsverantwortlichen hat sich der große Bedarf an Wissenstransfer und Aufbau von Knowhow gezeigt, um vorhandene Ängste zu überwinden und um passende Ausgangspunkte für die eigene digitale Transformation zu finden.

Die Ergebnisse liegen in einer Summary vor ebenso wie in einem vertiefenden Hintergrundbericht. Beides ist als Download verfügbar – man schaue gerne hier:

Executive Summary

Hintergrundbericht (klein)

Hintergrundbericht

Wie definieren wir eine digitale Region?

Eine lange diskutierte Frage, war genau diese – und wir sind froh, eigene Kriterien entwickelt zu haben.  Eine Digitale Region ist man nicht, aber man kann eine werden. Aber liegt diesem Konzept nicht ein fundamentaler Widerspruch zu Grunde, weil die Prinzipien von Digitalisierung und Vernetzung die Eigenschaft haben, Raum und Zeit zu überwinden? Kann Internet überhaupt regional sein? Und was soll in diesem Kontext “regional” bedeuten? Das scheinbare Paradoxon lässt sich nach zwei Seiten hin auflösen: Einerseits steht “hinter” der digitalen Welt eine durchaus raumgebundene Teilhabestruktur. Andererseits kann man bei den Regionen ansetzen und sieht Digitalisierung hier als Lösung für spezifische regionale Herausforderungen.

Die Experten entwickeln fünf wesentliche Bausteine für eine digitale Region:

## Infrastruktur

Verbindender Baustein jeder regionalen Digitalstrategie ist insbesondere die intelligente Infrastruktur. Diese besteht aus dem schnellen Netzzugang über Glasfaseranschlüsse, W-LAN oder Mobilfunkverbindungen als aus sicheren Cloud-Infrastrukturen. Darüber hinaus sind es auch die traditionellen Infrastrukturbestandteile wie Straßen, Laternen oder Ampelanlagen, die mit Hilfe von Sensoren und der Nutzung eines intelligentes Netzes (Internet der Dinge) smart werden.

## Digitalisierung der Alltagserfahrungen

Bei den Anwendungen steht die Digitalisierung der Alltagserfahrungen im Mittelpunkt. Eine Agenda für die Digitale Region sollte Antworten auf nachhaltige und vernetzte Mobilität, dem digitalen Zugang und die digitalen Prozesse für Bildungs- oder Kultureinrichtungen oder auf die künftige Organisation von Gesundheitsdiensten und Pflegeleistungen geben. Daran hängen auch Fragen nach “Digital Literacy”, digitaler Zugang allein genügt nicht: Es bedarf der Kompetenzen, digitale Programme und Informationen zu nutzen.

## Wertschöpfung und Innovation

In den nächsten Jahren wird Digitalisierung und Vernetzung die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts entscheidend verändern.  Wie werden Arbeitsformen dabei genutzt? Welche Elemente umfasst eine Innovationsstrategie im Hinblick auf Organisation, Technologie, Prozesse und Einstellungen?

## Partizipation und Transparenz

Bürgerbeteiligung und Transparenz stehen als Forderungen auf der politischen Agenda. Sie richtet sich auf die Beteiligungen im Verwaltungs- als auch im politisch-parlamentarischen Prozess. Der Aspekt Transparenz wirkt in zweifacher Hinsicht. Es geht darum, Digitalität selbst transparent zu gestalten. Das betrifft den derzeitigen Stand der intelligenten Infrastruktur, den man in Echtzeit erfassen und steuern können will. Angesichts immer neuer digitaler Anwendungen (Apps, Online-Plattformen, IoT etc.) sollten Fragen des Datenschutzes, also der Transparenz der digitalen Angebote gegenüber dem User, nicht aus dem Fokus fallen. Transparenz bezieht sich auf politisch-administrative oder politisch-parlamentarische Vorgänge. Transparenz soll in diesem Fall durch das Mittel der Digitalisierung grundsätzlich ermöglicht werden.

## Digitale Verwaltung

Verwaltung ist nicht mehr nur Ordnungs- und Dienstleistungsverwaltung, sondern als Bürgerverwaltung ein Teil der digitalen Gesellschaft, in der Kunden zunehmend auch zu Produzenten werden. Diese wollen mit öffentlichen Verwaltungen auf Augenhöhe kommunizieren und interagieren.

Habbel fragt - digitale Region antwortet

Habbel fragt – digitale Region antwortet

Appetit-Happen für weitere Ergebnisse in den AG-Schwerpunkten

Wir waren in den Schwerpunkten, Arbeit und Wirtschaft, Mobilität, Bildung, Politik und Verwaltung sowie Facing Fears unterwegs. Die Ergebnisse sind vielflältig, aber allen gemein ist diesmal: Wer den digitalen Transformationsprozess gestalten will, muss sich eines alten Mittels bedienen: Kommen Sie miteinander ins Gespräch! Wir haben in den letzten Jahren viel Zeit darauf zugebracht, voran zu gehen, ohne uns zu vergewissern, wie viele Menschen auf diesem Weg wir mitnehmen. Daher sind sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten entstanden, die Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung eingeschlagen haben. Zu unterschiedlich sind daher nun die Kenntnisse, Kompetenzen und Chancen verteilt. Jetzt ist es an der Zeit für eine größere Mitnahme. Diese Erkenntnis ist auch ein Ergebnis der Praxischecks vor Ort.

Die Erdung in den besuchten Regionen und die Gespräche auf der Straße brachten die erstaunlich simple Erkenntnis: die Menschen verstehen nicht mehr, was die Berliner Blase da von sich gibt. Wir brauchen Bilder des Gelingens, der Möglichkeiten und eine einfache Sprache anstatt CargoKult und Buzzwords. Hier knüpfen vor allem die erstaunlichen Ergebnisse aus der AG Facing Fears an, die aus 48 zusammengetragenen Ängsten sieben Ängste besonders „gehighlightet“ haben – die heute aktueller sind denn je: Gläserner Bürger, Datensicherheit, Verlust an Medienvielfalt und -Kompetenz, ständige Erreichbarkeit durch den Arbeitgeber. Der digitale Wandel speist sich erkennbar nicht nur aus Kopf und Verstand, sondern Digitalisierung ist auch ein Bauchgefühl – ein Umstand, der leider bisher zu wenig berücksichtigt wurde.  

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Umsetzungsproblem. Die Ideen sind da, die Köpfe sind da – insbesondere im interdisziplinären Netzwerk des Colab – jetzt ist es Zeit, durchs Land zu gehen und die Lust auf Landleben zu erhöhen, in dem das Aschenputtel „Ländlicher Raum“ endlichen den richtigen Schuh an den Fuß bekommt.

Meine Abschlussrede habe ich daher auch mit den Wünschen garniert:

Will heißen: Geht raus ins Land und reicht den Menschen die Hand zum Austausch. 

Dann kann man auch nahtlos anschließen zu dem, was Sönke E. Schulz in seiner Keynote als Brückenschlag skizziert hat: von der Daseinsvorsorge zur E-Daseinsvorsorge. Die unten gestellte Frage wird dann um so deutlicher mit „Ja“ zu beantworten sein: 

Colab on Tour vor Ort – Wennigsen

Das Colab Internet und Gesellschaft war auf Tour vor Ort: in der Modellregion Wennigsen. Zur Erinnerung: zur Zeit läuft die 11. Initiative des CoLab zur #digitaleRegion auf Hochtouren. Die zweite Modellkommune Augsburg wird im September besucht. (Ich war beruflich für die Bertelsmann Stiftung und das Projekt Smart Country dabei, die im Netzwerk des Colab mitwirken.)

Ein Meilenstein ist der Reality-Check vor Ort. Was passiert, wenn die digitale Blase auf die Realität trifft – und vor allem, was sagen die Bürger zur Digitalisierung?

Wir haben als erstes dazu die Bürgerinnen und Bürger auf der Straße in Wennigsen/Deister befragt. In der Nachbarstadt von Hannover leben rund 14.000 Menschen, das Meridianalter liegt bei 48,8 Jahren.

Innerhalb von einer halben Stunde waren 30 Fragebögen zur digitalen Region ausgefüllt, viele Gespräche schlossen sich an.

Das Foto zeigt das Team des Colab am Infostand.

Colab Reality-Check in Wennigsen

Schnell wird klar: Die Menschen im Ort können mit den abstrakten Begriffen wie #digitaleRegion oder #Digitalisierung an sich gar nichts anfangen. Sie winken ab. Im Gegenteil, sie fragen zurück: Was meinen Sie denn überhaupt damit? Und dann sind es wir, die Digitalisierung erklären müssen.

Bitte konkret werden 

Wenn es dann konkret wird, ist auch Digitalisierung im Alltag ganz konkret zu greifen. Bei einer Frage sind alle gleich dabei, jeder ist im Bild: „Haben Sie schnelles Internet zuhause?“ Dazu kann fast jeder etwas sagen. Ohne Unterschied in der Altersklasse: Fast ausnahmslos jeder nutzt es. Wir haben nicht nur die zahlreichen Schüler in der Mittgaspause befragt. Deren Wunsch formulierte sich unisono in schnellerem Netz (100.000erLeitung bitte!) und auch in einem flächendeckenden WLAN. Die ältere Generation war noch eher zufrieden mit der Geschwindigkeit, doch ihnen ist klar: ohne Internet wird es künftig gar nicht mehr gehen. Das Verständnis für Veränderungsprozesse dieser Art ist angekommen.

Demographie wirkt 

Auch auf dem Radar ist: die Gesellschaft wird älter. Auch in Wennigsen ist das spürbar. Die Bedarfe an digitalen Hilfsmitteln sind vorhanden. Weil wir vor einem Lebensmittelgeschäft stehen, entzünden sich die Diskussionen schon an der Logistik des Einkaufens im Alter. Sind die Einwohner der Stadt mobil, ist das kein Problem. Sinkt der Bewegungsradius jedoch, tauchen Bedarfe auf, insbesondere im ländlichen Raum mit höheren Distanzen: Wie bekomme ich meine Einkäufe ins Haus? Die Vorstellung, dass künftig die Online-Bestellung möglich ist, finden viele gut. Sie möchten aber auf einen direkten Plausch im Ortskern auch nicht verzichten. Eine Nachbarschafts-App für gemeinsame Mobilität wäre hilfreich. Auch die kommunalen Dienstleistungen sollten gerne digital abrufbar sein, wenn man sich um ältere Angehörige kümmern muss. Diese Diskussionen holen viele in Wennigsen ab in ihrem Lebensalltag, den sie in einer eher ländlichen Gemeinde gestalten müssen.

Sprache und Verfügbarkeit 

Aber auch kritische Stimmen sind dabei. Ein Aspekt taucht immer wieder auf. Die „Sprache“ zur Digitalisierung: Viele verstehen die englischen und fremden Begriffe nicht – obwohl diese doch den Alltag der Menschen berühren. Sie fühlen sich dadurch abgehängt, sie haben keine Worte, digitale Trends zu beschreiben. Einige haben auch Angst, mit der Schnelligkeit der Entwicklungen nicht mehr Schritt halten zu können.

Sorgen bereiten auch die Vermischung von Arbeit und Beruf. Zwar steht der Vorteil des Arbeitens von zuhause aus im Vordergrund. Die Befürchtung, dann aber auch ständig verfügbar zu sein, steht an gleicher Stelle sehr weit oben.

Was in Wennigsen besonders bemerkenswert ist: Die Bevölkerung zeigt sich durchweg offen für Veränderung. Der Eindruck ist entstanden und geblieben, dass es der Stadt gelungen ist, die Menschen mitzunehmen in dem Prozess der Weiterentwicklung.

Hier eine kurze Einschätzung von Damian Paderta, Gerald Swarat, der die 11. Initiative leitet, Florian Apel-Soetebeer und Resa Mohabbat Kar, GF des CoLab. (Leider wollte kein Wennigser selbst vor der Kamera sprechen, das war dann zu viel Netz. Und die jungen Schülerinnen und Schüler wollten wir ohne die Erlaubnis der Eltern nicht aufnehmen.)

Jetzt wird die Befragung ausgewertet. Dies soll jedoch nur ein Meinungsbild wiedergeben, die Antworten sind keineswegs repräsentativ. Wichtig war und im Fokus stand, einmal vor Ort ins Gespräch zu kommen und über Digitales zu reden. Wir haben ein Panorama an Vielstimmigkeit erlebt.

Der Praxischeck ist sicher gelungen – und zeigt, wie lohnenswert es ist, den Brückenschlag zwischen Theorie und Praxis zu moderieren. Die Ergebnisse fließen in den folgenden Workshop vor Ort mit ein. Hier treffen lokale und regionale Akteure auf das Netzwerk des CoLab, um gemeinsam einen konkreten Fahrplan für eine digitale Region zu entwickeln.

Den Fragebogen kann man noch hier downloaden und beantworten.

Und das schreibt die Presse. HAZ / NDR / lokales Medium Calenberger online News

Dieser Beitrag findet sich in ähnlicher Form auch auf der Seite Wegweiser Kommune-Blog und im Blog CoLab.

#DigitaleRegion – was ist zu tun?

Am Ende gibt es einen Fragebogen zum Thema Wirtschaft und Arbeit – bitte mitmachen: 

Die 11. Initiative des CoLab Internet und Gesellschaft und der Verein „Unternehmen für die Region“ haben die #digitaleRegion in den Fokus genommen. „Aus dem Land – für das Land“.

Von April bis Oktober 2016 kommen ExpertInnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie Regionalvertreter zusammen: In einer klassischen Think-Tank-Art auf Grundlage ihrer Expertise  diskutieren und erörtern sie die aktuellen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den außerstädtischen Raum interdisziplinär. Ich arbeite für die Bertelsmann Stiftung in dem Gremium mit.

Auf dem Weg #digitaleRegion

Auf dem Weg #digitaleRegion

Ein Aspekt aus der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit ist dabei: Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die klein- und mittelständischen Unternehmen als integraler Bestandteil einer vitalen Kommune. „Darüber hinaus geht es um die gesamtgesellschaftlichen Chancen einer Revitalisierung von Regionen durch die Etablierung regionaler Verbünde, die sich im Sinne von Verantwortungspartnerschaften für den digitalen Wandel in ihrer Region einsetzen.“ So steht es auf der Website des CoLab.

Diese Impulse sind nicht unerheblich auch für die Region OWL (Ostwestfalen-Lippe). Wir basteln als Arbeitsgruppe des Colab gerade an einer Kurzstudie, die wir aufsetzen wollen.

Dazu haben wir in einer ersten Phase einen Fragebogen entwickelt, den wir gerade durch die Social Media Kanäle schicken und um deren Beantwortung wir diejenigen bitten, die sich mit Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung beschäftigen.

Hier ist der Fragebogen – wer Zeit und Interesse hat, ist ein geladen, zu antworten und sich zu beteiligen.

Die Ergebnisse fließen dann als Basis in die Studie ein, aus der wir gerne auch konkrete Visionen entwickeln wollen, wie sich eine #digitaleRegion entwickeln lässt. Am Ende wird es zwei konkrete Testphasen geben: in Wennigsen (Deister) und eine in der Region Augsburg. Unser Ziel: von der Theorie in die konkrete Anwendung kommen.

Freue mich über Mitmachen beim Fragebogen. Über den Fortgang des Projektes blogge ich weiter.