Kreis Lippe verankert Open Government

Update: Hier gibt es Fotos. Hier gibt es ein Videotape (Quelle: Kreis Lippe auf Facebook)

Der Kreis Lippe macht sich auf den Weg, Open Government in seinem Wirken zu verankern. Zwei wichtige Meilensteine sind gesetzt: Der Kreis ist gerade Modellkommune Open Government NRW geworden. Gestern fand das 1. Forum Open Government im Kreishaus Lippe in Detmold statt. Ich war als Referentin für Open Government geladen und warf ein Streiflicht auf den Aspekt der Beteiligung der Zivilgesellschaft an diesem Prozess sowie auf das Community-Building.

Das Foto zeigt ein Plakat mit dem Hermann in Null und eins

Digitaler Hermann ruft auf zu Open Government

Landrat Alex Lehmann beschrieb den digitalen Stellenwert im Kreis Lippe. Ziel des 1. Forums sei es, über den digitalen Wandel in Verwaltung und Wirtschaft zu informieren und Erfolgskriterien zu identifizieren, wie kommunales Open Government effizient und mit hohem gesellschaftlichen Nutzen eingesetzt werden könne. Zentraler Wunsch sei es, den innovativen Charakter aufzuspüren, interkommunale Zusammenarbeit zu betreiben und dabei interaktiv mit allen Interessierten im Dialog zu stehen. Im Sinne des OpenGovernment fokussierte er auf Transparenz, Partizipation und Kollaboration. Das Foto zeigt den Landrat Axel Lehmann

Landrat Axel Lehmann, Kreis Lippe

In den Dialog traten anschließend eine illustre Referentenrunde, die das Thema Open Government aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete: Veränderte Erwartungen der Bürgerschaft an Politik und Verwaltung war mein Part, mit dem ich den Reigen der Diskussionen eröffnen konnte, moderiert von Max Schulze-Vorberg als Geschäftsführer von Kommune 2.0 mit Sitz in Berlin. Weitere Punkte waren Open Gov für die Wirtschaft, Open Gov für die Verwaltung, Open Gov aus Sicht der IT-Dienstleister, Offene Geodaten für NRW.

Hans Römer, Olaf Konrad, Max Schulze-Vorberg, Anke Knopp, Christian Elsner, Axel Lehmann, Lars Hoppmann, Stefan Ostrau, Wilfried Kruse, Michael Haußmann, Foto: Kreis Lippe

Dr. Stefan Ostrau (Kreis Lippe, FB Geoinformation, Kataster) verwies auf zahlreiche Studien, die belegen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zunehmend auf digitaler Innovation beruhen werde. Der digitale Wettbewerb werde weiter zunehmen. Die Kommunen im ländlichen Raum stehen vor der Herausforderung, das Gleichwertigkeitspostulat im Rahmen der digitalen Daseinsvorsorge umzusetzen und technologisch Schritt zu halten mit dem städtischen Raum. Hans Römer (Stadt Detmold) zeigte ein Feuerwerk interkommunaler Zusammenarbeit zwischen Lemgo und Detmold auf und bog dann ab in Richtung Zukunft mit der klaren Position, man müsse technologisches Basiswissen und Sicherheitsbewusstsein zu einer „fünften Grundrechenart“ in der Schule machen. Applaus in allen Reihen der rund 80 Teilnehmer.

Die jeweiligen Fachbeiträge finden sich in Kürze auf der Website des Kreises Lippe zum Nachlesen. Hier habe ich nur einige Punkte erwähnt. Olaf Konrad als einer der Treiber des lippischen Weges skizzierte den Fortgang des Prozesses. Am 19.10.2017 findet bereits das 2. Forum Open Government statt, dann geht es um den praktischen Teil, den Umgang mit Open Data. Bis dahin wird in Lippe weiter gestrickt am Aufbau einer Community, an Vernetzung  z.B. mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Dabei sollen die Mehrwerte insbesondere aus „Bürgersicht“ gedacht werden, nicht primär aus Verwaltungssicht.

Wunderbar übrigens auch die (in diesem Setting eher neue!) Nutzung der neuen Medien als Querkommunikation in und aus dem Saal heraus:

Es ist gut, wenn es mehr werden, die sich auf den Weg machen, Open Government zu verankern. Vorbilder gibt es immer mehr. Nachmachen und Mitmachen werden einfacher. Die Gründe, sich nicht zu bewegen werden weniger.

Bürgerportal ist online

Das Bürgerportal in Gütersloh ist online. Gütersloh ist eine Modellkommune des Bundesministeriums des Innern. Ziel ist es, das sogenannte E-Government voranzubringen. Das heißt etwa: Bürger können künftig Dienstleistungen der Verwaltung im Internet abrufen. Der persönliche Gang ins Rathaus entfällt. Wunderbar, dass Gütersloh jetzt ein solches Portal hat. Glückwunsch!

Gütersloh ist aber auch Modellkommune – Fehler oder Versäumnisse, die in Gütersloh ihren Ursprung haben, wirken sich aus.

Daher zwei Dinge kritisch betrachtet:

  1. Das Bürgerportal ist ein „Produkt“ der IT-Regio. Das Portal ist also ein Geschäftsmodell, mit dem langfristig Geld verdient werden wird!
  2. Um Leistungen abzurufen, die ansonsten eine persönliche Unterschrift verlangen, braucht man im Bürgerportal die Erkennung durch den elektronischen Personalausweis. Um den zu aktivieren, braucht man ein Lesegerät. Das muss der Bürger selbst kaufen, es kann zwischen 60 und 100 Euro kosten, je nach Qualität. Damit werden wenige Bürger diese Dienste nutzen!

Mehr und detaillierter schreibe ich dazu auf meinem „Langen Blog“  „Blickpunkt aus Gütersloh„.