Positive Veränderung durch Offenheit – unser Credo

Seit dem 11.11.2017 sind wir ein Verein: „Offene Kommunen.NRW Institut“ – das e.V. folgt nach Eintragung. (Dieser Beitrag findet sich gleichermaßen auch hier.) 

Open aus Prinzip: v.l.n.r. Christopher Reinbothe, Damian Paderta, Dieter Hofmann, Panagiotis Paschalis, Dr. Agnes Mainka, Dr. Tobias Siebenlist, Dr. Anke Knopp, Felix Schaumburg.

Wir haben uns im Rahmen des Barcamps #OKNRW in Wuppertal gegründet.

Der Verein „Offene Kommunen.NRW Institut“, kurz OKNRW Institut, setzt sich dafür ein, den Prozess der Offenheit, Zusammenarbeit und Transparenz auf landespolitischer und kommunaler Ebene in NRW voranzubringen und zu gestalten. Das OKNRW Institut setzt sich für eine zukunftsfähige Gesellschaft ein, die ihre Kraft und Innovationsfähigkeit aus einem Geist der Offenheit und Selbstverantwortung schöpft. Diese Gesellschaft lädt zum Mitmachen ein; sie setzt auf Kooperation und gesellschaftlichen Ausgleich.

Der Verein ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die zeigt, dass durch Offenheit positive Veränderung möglich ist. Zu den Gründungsmitgliedern gehören: Dieter Hofmann, Damian Paderta, Christopher Reinbothe, Panagiotis Paschalis, Dr. Agnes Mainka, Dr. Tobias Siebenlist, Dr. Anke Knopp und Felix Schaumburg.

Ziel des Vereins ist es, Offenheit, Zusammenarbeit und Transparenz auf Landes- und kommunaler Ebene in NRW voranzubringen und zu gestalten.

Wir arbeiten daher an folgenden Baustellen:

  • Wissenschaftliche Arbeit und Forschung: theoretisch, aber auch verzahnt mit der Praxis (z.B. in Zusammenarbeit mit konkreten Open Government-Projekten).
  • Bildung: Ermächtigung und Ermutigung von Menschen zur Gründung und Partizipation in Open Government Projekten, Kompetenzaufbau im Umgang mit Open Government, Erstellen bzw. Bereitstellen von Materialien, Organisation von Workshops, Vorträgen, Kongressen, Tagungen, Barcamps, Seminaren, Sommerschulen u.a.
  • Publikationen: Forschungsergebnisse, Presseerklärungen, Bildungsmaterialien, etc.
  • Kooperationen: national wie international, zu Interessierten, sozialen Bewegungen,
  • Forschungseinrichtungen, Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Parteien, öffentlichen Verwaltungen u.a.
  • Gremienarbeit: Mitarbeit in Gremien zur Entwicklung und Förderung von Open Government.
  • Schaffung eines Wissensarchivs: Projektwissen und Projektideen sammeln und teilen.
  • Beratung und Förderung: Hilfe bei der Initiierung und Umsetzung von Open Government-Projekten.

Bereits eine erste Session auf dem Barcamp konnten wir nutzen, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. In großer Runde diskutierten die Teilnehmer über künftige Wirkformen und weitere Projektideen. Das Pad dazu findet sich hier.

An erster Stelle steht nun aber der Punkt: Weitermachen. Die große Resonanz auf das Barcamp 2017 hat gezeigt, dass die Community größer wird. Das Thema Open Government mit seinen zahlreichen Aspekten der Transparenz, Kooperation und Partizipation sowie Offenheit hält mehr und mehr Einzug in der Breite der Gesellschaft. Diesen Prozess möchten wir gestalten.

Wir freuen uns auf weitere Mitstreiter und Netzwerker. Man kann immer auch unser Open Government Manifest NRW unterzeichnen und sich schon den nächsten Termin für das jährliche Barcamp notieren: 10./11. November 2018.

Open aus Prinzip - BarcampSession zur Zukunft von #OKNRW

Open aus Prinzip – BarcampSession zur Zukunft von #OKNRW

Wie wird die City smart?

Zum 7. Mal findet das Barcamp von #oknrw in Wuppertal statt. Die wachsende Community befasst sich dieses Wochenende mit den Fragen rund um die smarte Stadt.

Barcamp – läuft

Einigende Themen sind bereits am 1. Tag als roter Faden erkennbar: Wir müssen vom Reden ins konkrete Handeln kommen und auch dass SmartCity kein ausschließliches Tech-Thema ist, sondern eines, welches von der Zivilgesellschaft wieder erobert und gestaltet werden muss.

Hier nur kurze Impressionen, detaillierte Aspekte folgen.

Smart City Wien vorgestellt von Brigitte Lutz

Was muss in ein Open Data Gesetz NRW?

Wie #open ist NRW

UPDATE vom 8. April 2017: auf der Homepage von #OffeneKommunen gibt es dazu mittlerweile etwas mehr zu lesen und zu sehen. 

Wie #open ist NRW? Dazu hatten wir von #OffeneKommunenNRW bereits in der letzten Woche nach Wuppertal eingeladen:

Vor der Landtagswahl in NRW im Mai sprachen wir darüber mit den im Landtag NRW vertretenen Fraktionen: Matthi Bolte (MdL Grüne), Robert Stein (MdL CDU), Marcel Hacke (MdL FDP), Frank Herrmann (MdL Piraten) sowie Jasper Prigge (Landtagskandidat NRW der Linken). Diskutiert haben auch: Hartmut Beuß als Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnik (@CIONRW) und Panagiotis Paschalis als Beigeordneter der Stadt Wuppertal für Bürgerbeteiligung und E-Government. Die SPD war nicht vertreten, Termingründe standen im Weg. Moderiert wurde von Marie Jansen und #OKNRWGründer Dieter Hofmann. 

Das Foto zeigt Diskutanten.

Wie #Open ist NRW?

Die Veranstaltung wurde gestreamt. Ein Zusammenschnitt zum Nachsehen und – hören gibt es in der kommenden Woche von YounectProduction auf der Website von #OffeneKommunenNRW – nebst Einzelinteriviews u.a. von Hartmut Beuß.

Erstes Fazit schon hier: Alle sieben Geladenen verstanden und zeigten sich als Treiber für eine Politik des Open Government. Die Frage, wie #open ist denn NRW beantworteten sie mit einem selbstbewussten „sehr“. Diagnostiziert wurde durchweg von allen, dass sowohl Politik als auch Verwaltung gerade einen regelrechten Kulturwandel durchlaufen an dessen Ende bestenfalls Open Government stehen wird.
Ferner: #OpenGovernment ist offenbar ein Thema, welches kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen  zu sein scheint. Bisher wird es eher als ein Nischenthema für Nerds oder eine eingeschworene Community behandelt – ein politischer Brückenschlag in den Lebensalltag der Menschen ist noch nicht gelungen. Zumindest was die Begrifflichkeit angeht – während die Forderungen und Inhalte wie Transparenz und Koproduktion und Beteiligung in der Bevölkerung immer stärker erwachen. Es ist also eine große Aufgabe für die Landespolitik, den Weg auch in die Kommunen zu finden und mit Impulsen der Landespolitik zu befeuern. In dem Punkt herrschte Einigkeit. 

Hier ist eine Bilderstrecke von Stefan Kottas auf Flickr. (Danke dafür.)

So viele lose Enden

Offene Kommunen NRW – einmal im Jahr trifft man sich face to face. Diesmal unter dem Motto #MehrVerkehr – Mobilität. Mal wird es Klassentreffen genannt, mal warmherzig als Familientreffen bezeichnet. Es ist, was es ist: der wichtigste Termin im netzpolitischen Kalender der Community. Es trifft sich ein bunter Mix aus Bürgerinitiativen, Datenenthusiasten, Partizipationsbewegten, Stadträten, Verwaltungsmitarbeitern, Digitalgetriebenen – und alle eint das Engagement an 365 Tagen: wir treten ein für mehr Offenheit, mehr Beteiligung und auch neue Formen der Kooperation. Wir wollen gemeinsam was verändern. Wir wollen gemeinsam den digitalen Transformationsprozess gestalten.

volles Haus - alt und jung

volles Haus – alt und jung

In diesem Jahr war die Ungeduld besonders groß: Es sind viele lose Enden in der Luft, es bewegt sich alles nur in kleinen Schritten, spürbare Veränderung aber ergibt sich nicht. Es geht vielen zu langsam. Die Studien und Papiere zu diesem Kulturwandel füllen Regalwände in gedruckter Form, das Netz ist ebenfalls voll davon. Wir haben kein Erkenntnisproblem, wir haben ein Umsteztungsproblem: Bürger, Politik, Verwaltung, sie reagieren in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Bisher zeichnen sich Politik und Verwaltung durch Langsamkeit aus.

Die Rede ist mittlerweile von postfaktischen Zeiten, die Rede ist von der Unlust, länger zu warten, die Rede ist von populistischer Verschiebung der Deutungshoheit – und fehlendem Lernen aus Fehlern. Trump und seine Wahl sind auch in NRW angekommen und lässt viele ratlos zurück. Katerstimmung, was die Vision von einer Gesellschaft angeht, die NICHT auseinanderdriftet, die vielmehr einbindet und beteiligt.

Wasser auf die Mühlen kippt: Panagiostis Paschalis (@panagiotis_p), einziger und bester Dezernent für Bürgerbeteiligung in Deutschland – warum eigentlich nur in Wuppertal? –  er begrüßt für die Stadt Wuppertal und sprach aus, was uns in diesem Jahr besonders am Herzen liegt: „Wir möchten unsere Demokratie stärken. Nie war das so notwendig wie heute.“ Applaus. Und los geht es in die Sessions.

Netzwerke schon da 

Es gibt sie, die bürgerschaftlichen Netzwerke, seit Jahren gewachsen und tragfähig, was eine Vision von einer Gesellschaft mit Zusammenhalt und Gemeinwohl angeht. Einer dieser Netzwerkpersönlichkeiten ist Dieter Hofmann (@homobil). Ohne sein Engagement gäbe es kein Netzwerktreffen #oknrw dieser Art. Ohne sein Engagement lägen noch mehr lose Enden in der Landschaft. Es braucht Raum für Wertschätzung dieser Multiplikatoren neueren Typs, die ernst machen mit neuen Beteiligungsformen und Dialog auf Augenhöhe unabhängig von parteipolitischen Posten und frei von leichtfertigen Antworten in Form von Rechtspopulismus. Aber nicht so im Rampenlicht stehen, deshalb oft nicht gefunden werden, wenn Antworten gesucht werden auf aktuelle Fragen wie heute: wo liegen Ursachen für das Erstarken von Autoritarismus. 

OK Labs Deutschland 

Diesmal zog es auch viele Aktive aus den CodeLabs aus ganz Deutschland nach Wuppertal. Es fand das Jahrestreffen der deutschen OKLabs statt. Die Open Knowledge Foundation stellte sich und ihre vielfältige Arbeit vor. Fiona Krakenbürger (betreut die OK Labs @Fotografiona) und Damian Paderta (OKLab Bonn @paderta) moderierten die Sessions. Ein Blick in die Arbeit lohnt sich immer, auch für Neuinteressierte oder Treiber, die in ihren Kommunen loslegen wollen.

Sessionplanung - großer Andrang

Sessionplanung – großer Andrang

Open Data nur als Ehrenamt? 

Open Data: Die Frage stellt sich mittlerweile, ob man die Ehrenamtlichen eigentlich mit der Aufgabe der Schatzsuche und des Hebens von Datenschätzen allein lassen kann. Ist das Öffnen und Bereitstellen nicht längst als eine staatliche Aufgabe definiert und etabliert –  so dass eine Pull-Funktion entstehen müsste, anstatt, dass die Basis von unten anschieben muss? Eng verknüpft ist nach wie vor die Frage, welche Daten rausgegeben werden und welche gewünscht sind. Eigentlich muss es heißen: alles muss raus, es sei denn Privatheit oder Sicherheit sind gefährdet. Nicht-öffentlich ist zu begründen. 

In der Session von Marc Kleemann (@KleemannMarc) ging es daher auch darum, Ideen zu verstetigen, vom Hackathon zur Förderung. Wir reden hier auch mal übers Geld: Schaffen es Hacker auch irgendwann, mit ihren Ideen Geld zu verdienen? Oder ist Geld eine unschöne Nebensache, im Vordergrund aber geht es um die Kohäsion der Gemeinschaft, den Spaß an der Sache Neues aus Daten entstehen zu lassen? Preisgelder wurden sehr kontrovers diskutiert. Sie sind nicht unbedingt ein Zugpferd. Andererseits aber ermöglichen Preisgelder ein Weitermachen – und es stopft Löcher der Wirtschaftlichkeit zur Sicherung des eigenen Lebensunterhalts und schafft Räume, mit den Daten-Anwendungen bis zur Exzellenz durchzuhalten.

Die Erfahrungen und die Rückmeldungen vieler Programmierer ist die, dass sie an der Nahtstelle vom Ehrenamt zum Profi gerne professionelle Begleitung und Hilfestellung wünschen: im Vertragswesen, in der Kommunikation, in der Vernetzung. Ganz simpel im Brückenschlag und in der Übersetzbarkeit ihrer Anwendungen in die reale Welt. Wir stehen an einem Punkt, an dem diese Diskussion unvermeidbar ist.  

OpenNRW – überlebt die (gute) Strategie?

Wenn es ums Geld geht, landen wir auch bei der Arbeit von #OpenNRW, der Geschäftsstelle des Landes NRW selbst. Die Finanzierung ist bis 2018 gesichert. Und dann? Wird es ein jähes Ende nehmen, nach der Wahl 2017? Wie geht es dann weiter? Dass der Open-Gedanke keine politische Spielerei einiger Weniger gewesen sein kann, versteht sich von selbst. Jetzt heißt es aber auch Butter bei die Fische: Personal und Geld sind gefragt.  (@CIONRW) 

Direkt aus der Session folgte die Anfrage: 


Der OpenKongress des Landes NRW hat gerade den OpenGovernment Pakt mit den Kommunen geschlossen – der muss jetzt mit Leben gefüllt werden. Noch steht alles nur auf dem Papier. Wieder einmal. Empfehlenswert ist eine Bürgermeisterkonferenz, die die Macher vor Ort zusammenbringt – und Chancen und Möglichkeiten konkret auslotet. Die Erfahrung zeigt: Es braucht die Ansage von oben, sonst bewegt sich wenig, sonst stellt sich die Frage für die Treiber „Habt ihr ein Mandat dafür?“ Und schon ist der erste Impuls ausgebremst. Kommunalpolitische Führungskräfte stehen in der Verantwortung: Wohin soll es gehen? Den gravierenden Kulturwandel aber gar nicht zu gestalten, minimiert den Wert an Führung, weil Antworten dann von anderen kommen und ein Vakuum an demokratischer Führung hinterlassen. Als Grundlage für die Diskussion vor Ort darf gerne noch ein Blick in das OpenGovernmentManifest des Netzwerkes OKNRW geworfen werden. Das Manifest ist aus dem Netzwerktreffen 2015 hervorgegangen. Es beschreibt, was für offenes Regierungshandeln in NRW notwendig ist, lädt ein zu Diskussion und Unterstützung; es ist eine Aufforderung an Politik und Verwaltung OpenNRW als konstitutiven Teil der politischen und administrativen Praxis zu verankern.

Einige Highlights

Hier nur weiterführend einige Hotspots aus den Sessions:

 


Ernsto Ruge (@the_infinity) nahm die Sessionteilnehmer mit in die Datadriven Welt und zeigte, wie Mobilität gelingen kann, die Hürden zu überbrücken: Staus, Baustellen, Vernetzung von Fahrzeugen und Fortbewegungsmethoden zu einer Mobilitätskette. Sein Rezept ist u.a.: die dazu notwendigen Daten müssen aus vielen Quellen entspringen und gebündelt werden. In seinem Blogbeitrag für #oknrw beschreibt er, wie es laufen kann:

  • Die Staudaten kommen von dem Bundesland, welches die Autobahnen überwacht
  • Die CarSharing-Daten kommen vom CarSharing-Anbieter
  • Die BikeSharing-Daten kommen vom Bike-Sharing-Anbieter
  • Die ÖPNV-Daten kommen von den verschiedenen Verkehrsverbünden
  • Die Baustellen-Daten kommen von der Kommune
  • Die Park & Ride-Parkplätze kommen von der Kommune
  • Die Fahrradständer kommen von der Kommune
  • Die Wetterdaten kommen vom Deutschen Wetterdienst

Ein ganzer Reigen mischt sich zu einem einzigen Hilfsmittel für individuelle Bedarfe, ohne, dass mehrere verschiedene Apps auf einem Smartphone installiert werden müssen, es reicht künftig eine einzige Anwendung. Zukunftsmusik – aber längst in Arbeit und es arbeiten viele an dem Strang.

Kumpel Krefeld – wie finde ich mein Formular?

Mein persönliches Highlight war der GovBot, Kumpel Krefeld. Ein Chatbot, spezialisiert auf Verwaltungsangebote, der die Bürger sprachgesteuert durch den Verwaltungsalltag manövriert. Diese Anwendung hat bereits den NRW-Hackathon gewonnen. Theo Steinhardt und Michael Tjupalow unterstützen mit ihrer Chat-Software die Arbeit von Verwaltungen – wenn diese denn den Bot einsetzen möchten. Noch wartet er auf Anwendungen: hier kann man sehen, wie das funktioniert.

Kumpel Krefeld - ChatBot

Kumpel Krefeld – ChatBot

Zwei Tage #oknrw. 70 Teilnehmer am ersten Tag, 50 Teilnehmer am 2. Tag. Zum Nachlesen und Stöbern sei hier nochmal der Link zum Pad empfohlen. Weiter gehts in den kommenden 363 Tagen, bis zum nächsten Treffen facetoface im November 2017. Bis dahin sind viele Daten befreit und viele Anwendungen entstanden. Und hoffentlich mehr lose Enden verknüpft.