Internet of Textiles

Internet of Things – wird im allgemeinen im Kontext kommunaler Infrastruktur diskutiert.

Viel aufregender ist die Entwicklung jedoch in einem anderen Feld der Vernetzung: Immer mehr Kleidungsstücke werden smart. Textilien sind Teil des Internet of Textile Things.

Das Foto zeigt Kleidung mit LED Beleuchtung.

#FASHIONTECH Berlin 2016

Wir tragen smartness direkt an unserem Körper. Außer, dass es hipp ist und abgedreht lustig sein kann – es hat auch einen zunehmend vorsorgenden Aspekt für eine alternde Gesellschaft. Eine Kleidung, die mit dem Smartphone verbunden ist und damit ein Teil des Internet der Dinge ist, kann das „Wiederfinden“ von Menschen erleichtern, die verwirrt durch die Straßen laufen. LED am Körper könnte Hinweise auf den Gesundheitszustand geben. Rot etwa für „Hilfe notwendig“. Wem das in der Familie mit einem lieben Menschen einmal passiert ist, wird wissen, wie vorteilhaft es ist, Möglichkeiten der Auffindbarkeit zu nutzen. In der Regel wird das Suchen ansonsten zu einem Martyrium für Menschen mit Hinlauftendenz – und Angehörige oder auch Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Natürlich hat es aber auch einen modischen Charakter, an den wir uns sicher gewöhnen dürfen: LEDs gepaart mit Funktionalität, Smartness und Individualität werden auch in der Mode nicht lange auf sich warten lassen. Kleidung ist damit in der Lage in Echtzeit zu interagieren. Das passt zu den Bestrebungen von Google und Baida, die daran forschen, Einkaufen künftig noch einfacher zu gestalten: Sieht man ein Kleidungsstück, welches einem gefällt, fotografiert man dieses und eine App zeigt automatisch an, wo das gewünschte Kleidungsstück zu finden ist – und zu welchem Preis. Mit smarter Kleidung ist das Fotografieren überflüssig – Kleidung ist selbst interaktiv.

Das mag sich für unsere Ohren heute völlig abgedreht anhören. Die Einkaufsgewohnheiten der übernächsten Generation jedoch wird sehr wahrscheinlich nur noch digital ablaufen – ohne Schaufenster und ohne Kataloge, sondern direkt im Smart (wenn es das dann so kompliziert noch gibt) und mobil.

Bereits auf der rpTEN im Rahmen der #FASHIONTECH habe ich René Bohne (Founder, Wear LEDS) um ein kurzes Statement gebeten, was Internet of Textile Things mit sich bringt.

Hier findet sich sein Vortrag auf der re:publica2016 im Video in Gänze. Kurzinhalt: LEDs on dresses are pretty, but this is not very smart! Connect your Smart Fashion projects to your smart phones and make your clothes a part of The Internet of Textile Things.

Nächste Dimension – Virtuelle Realität

Virtuelle Realtiät – virtual reality. Was so sprachlich harmlos daherkommt, ist beim Ausprobieren der virtuellen Brillen ein Megahammer. Da ergeben sich neue Welten und Dimensionen, die dem Betrachter förmlich den Boden unter den Füßen wegziehen.

Auf der rp16 ist das ZDF (!!) wohl ein Magnet für das Testen der Brillen, die einen kleinen Eindruck dessen vermitteln, wie künftig Fernsehen oder Kino oder sonstige Bildwelt „elebbar“ werden könnten. Hinter diesen tierischen Masken verbirgt sich ein neuer Kosmos. Ich hab es ausprobiert. VR-Brille auf, Kopfhörer auf die Ohren – und ab geht es in eine andere Dimension. In meinem Fall: explodierende Vulkane, abgrundtiefe Weiten ohne Boden, Himmel und auffliegende Vogelschwärme – und ich mitten drin, ohne Zeit und Raum und ohne Boden oder Orientierung. Einfach mitfliegend, die Bezugspunkte fallen weg, es ist gar nicht mehr so einfach, festen Boden unter den Füßen zu behalten.

Das Foto zeigt den Infostand des ZDF mit den Brillen zur Virtuellen Realität.

Das Jetzt und Hier vergessen.

Hier ein kleiner Bewegtbildeindruck – leider nur von den Menschen, die Schlange stehen, um sich für Momente in eine andere Galaxis zu beamen. Die Aufnahmen im Innern der Brille kann die Kamera nicht aufnehmen.

Ein paar Meter weiter gab es nochmal eine Kostprobe von Samsung. Im Innern des Oculus  tobte eine riesige Wasserwelle, die mich vom Surfbrett gekickt hat, traten Musiker in einem Rockkonzert neben und vor mich hin, zum Anfassen nahe. Ein Zirkuspotpourri mit skurrilen Figuren verzauberte, eine Skifahrt mit Schuss machte mich schwindelig. Ich rang nach Luft und um Gleichgewicht – und saß doch nur auf dem Hocker.

Es war kaum möglich, beim Schauen ruhig zu sitzen oder emotionslos zu bleiben, so real war plötzlich die virtuelle Welt in der Brille. Virtuelle Realtität. In Sekunden wechselt unsere Welt.

Das Foto zeigt eine virtuelle Brille.

durch die VR-Brille

Was macht das künftig mit uns? Auch eine Frage der digitalen Transformation. Wir leben schon mitten drin. Und es braucht nicht nochmal zehn Jahre (rpTEN), bis wir alle es merken. Die Jungen sind schon da, die damit aufgewachsen sind. Sie machen einfach.