Wenn Wände sprechen

Es sind diese besonderen Momente in der Welt der Wahrnehmung, wenn Wände im öffentlichen Raum zu mir sprechen. Wenn Kommunikation da stattfindet, wo ich sie nicht erwartet habe. Wenn sie mich überrascht wie ein unbekannter Vogelschrei im Wald. Der urbane Beton verzaubert zur Projektionsfläche für Menschliches. Da schallt es in meine Sinne: „Schau mich an“ oder „Lies mich“.

Die Wände im Stadtdschungel zeigen sich derart ungewöhnlich antwortfähig und damit als Rückseite des Gehörtwerdens.

Diesmal fand ich ein „mural“ an der Turnhallenrückseite des Städtischen Gymnasiums in meiner Heimatstadt. „Views of Pandemia“. Ein Mural ist eine Wandmalerei. Eine der ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Dieses hier ist sogar mit Segen des Kulturbetriebes entstanden, ganz modern mit QR -Code zum Nachlesen.

Aber auch ohne dieses Einbetten in die staatliche Erlaubnis berührt mich die Botschaft. Vor allem, weil sie so versteckt auftaucht. Und überrascht. Das macht Stadtleben so bezaubernd.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.