#CampFire17 – Journalismus am Lagerfeuer

Es war das erste Mal: Das Festival #CampFire17 schlug seine Zelte auf dem Campus der TU Dortmund auf – am Lagerfeuer diskutiert wurde 3,5 Tage lang über die Themen #Journalismus und #NeueMedien. CORRECTIV und das Institut für Journalistik der TU Dortmund hoben das Festival aus der Taufe in die Welt: 25 Zelte, Speaker mit Namen und Botschaften, Platz satt. (Leider auch Wasser von oben ausreichend vorhanden.)

Für mich steht aber schon nach dieser ersten Runde fest: ein Erfolg! Das Format hat alles, um ein fester Bestandteil im netz- und medienpolitischen Kalender der interessierten Öffentlichkeit zu werden. Mitten in NRW mit Strahlkraft ins gesamte Land. Die diskutierten Themen sind welche, die auf den Nägeln brennen. Ein paar Einblicke:

Das Foto zeigt ein Zeltdorf von CampFire2017

dunkle Wolken und lichthelle Themen

Das Foto zeigt die große Bühne beim Campfire17.

Diskussionsbedarf

Streifzug durch Themen: Ausbildung für Journalisten, gemeinnütziger Journalismus, Programmieren, Open Data und coden, Recherche im Darknet, Journalismus und Google, Start-up-Pitch für Föderprojekte, Hatespeech, Neue Medien…. und und und.

Hier und in einigen folgenden Blogposts bringe ich einige Impressionen und Sprengsel an Inhalten mit. Wer möchte, sollte unbedingt auch noch auf die Timeline von #CampFire17 bei Twitter schauen.

Das Foto zeigt die Programmübersicht.

Das Programm.

Der Traum #irgendwasmitMedien

Draußen regnet es, im Zelt rückt die jüngere Generation auf den roten Bierbänken zusammen. Es geht um die Frage, Studium, Ausbildung – was sind Grundlagen für den beruflichen Einstieg in die Redaktionen? Vor uns sitzt Annika Joeres, von Correctiv. Mit einer wunderbaren Offenbarung: „Was ich studiert habe – danach hat mich im Job nie mehr jemand gefragt.“ Journalismus lebt von Neugierde und Themen, die jemand mitbringt. Tipp also aus erster Hand: Das studieren, wo die Interessen liegen. Eine Diskussion entbrennt, denn es sind jetzt nicht nur Youngster unterm Zelt, sondern auch die Generation der Babyboomer, 50 plus/minus findet sich ein. Sozialwissenschaftler seien jetzt wieder gefragt, Menschen, die arabisch und türkisch sprechen, Leute, die Video können, Social Media ebenfalls. Kleine Sparten innerhalb der Redaktionen seien entstanden, online und Print vermischt. Journalismus und der Beruf des Journalisten, sie haben sich verändert. Es gibt nicht mehr nur „die“ bekannten Blätter und Wege in den Beruf. Der Markt und das Berufsbild erfinden sich täglich neu.

Wir streifen die „special interest Magazine“ wie Landlust und Beaf. Unsere Gesellschaft ist so vielfältig, dass jeder nach Interessen passend medial bedient wird. Problematisch wird das Thema Lokaljournalismus in den Mittelpunkt gerückt: Redaktionen, die unter dem Joch der Wirtschaftlichkeit leiden, Fusionen und Aufkauf von Lokalblättern, was den Job nicht einfacher macht. Wirtschaftlichkeit ist zu einer Überlebensfrage geworden und auch zu einer, die die Presselandschaft verändert. Nichts Neues, aber vor dem Hintergrund, junge Menschen für den Beruf zu begeistern, notwendig zu diskutieren. Was sind heute noch Zeilen der „Freien“ wert – welchen Wert haben noch Fotos im Lokalen, die gut und gerne mittlerweile aus Stocks genommen werden – weil billiger und schneller verfügbar. Chancen stehen Problemen diametral gegenüber. Alle Beteiligten nicken zu Pros und Cons. So einfach kann man das Thema #irgendwasmitMedien gar nicht diskutieren.

Das Panel hat kein Ende mit irgend einer Weisheit parat. Wir merken nur allesamt, Journalismus und Neue Medien, sie sind im Fluss. Jeder ist aufgerufen, diese Entwicklung mitzugestalten, seine Nische zu finden. Flexibel bleiben und neugierig. Anregend und ratlos – sind die unterschiedlichen Empfindungen beim Verlassen des Zeltes Nr. – war es acht? Acht als Sinnbild für Veränderung? Es hat sich gelohnt.

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