Open Data – Impressionen vom Hackday

Der Hackday in Moers ist zu einer kleinen Tradition geworden. Die #Familie wächst, die Verwandtschaft wird mehr. Der Umgang mit Offenen Daten und den vielfältigen Anwendungen gewinnt immer mehr Freunde und Anhänger. Von alt bis jung, von Nerd bis Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker. Hier ein kleiner Einblick und einige Statements:

Sturm selbst gesät

Bäume. Sie sind ein wichtiger Bestandteil für unser Leben. Insbesondere wirken sie als grüne Lunge in einer Stadt, sie regeln das Klima. Und natürlich nicht nur das Stadtklima, sondern jeder einzelne Baum trägt zum Weltklima bei.

Dieser Tage sind unzählige große Bäume mitten in der Innenstadt von Gütersloh gefällt worden. Sie weichen, damit ein Neubau für die Feuerwehr gebaut werden kann. Unbekannte haben das mit dem Schriftzug „Das ist ein Verbrechen“ auf dem öffentlichen Gehweg kommentiert.

Vier Gedanken dazu: 

Das Foto zeigt eine Baumreihe im Oktober 2016.

noch stehen sie

Das Foto zeigt die kahle Starßenzeile ohne Bäume.

Das Foto zeigt die kahle Starßenzeile ohne Bäume.

Erster Gedanke: Wir brauchen ein öffentliches Register zum Straßen-Baumbestand in der Stadt. Die Städte Berlin und Köln haben diesen Bestand bereits als Offene Daten in GovData eingestellt. Der Datensatz gibt Auskunft darüber, um welche Art von Baumbestand es sich im Straßenbaumbestand handelt, wo der Baum steht (Adresse), wann er gepflanzt wurde und welche Höhe er hat. So ergibt sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Überblick, wenn solche Abholzungen diskutiert werden: Die Angaben lassen sich in einem Stadtplan visualisieren. Offene Daten bieten ein Gesamtbild über den öffentlichen Baumbestand – und erleichtert die Entscheidungsfindung in einer Stadt ungemein.

Zudem könnte man mit einer solchen Übersicht auch ein Verzeichnis erstellen, welches etwa Allergiker darüber informiert, wo welche Bäume mit welchen Pollen und Blütezeiten stehen. Die Stadt Wien hat das mit dem PollenRadar erstellt – auch ein Produkt von Open Data. Das allerdings ist nur ein positiver Nebeneffekt – hier soll es ums unnötige Abholzen von Bäumen gehen.

Zweiter Gedanke: Dass man eine Feuerwache auch unter ganz anderen Aspekten hätte planen können, macht das ODI in London deutlich: Die Nutzung von Open Data und einer Visualisierung dieser offenen Daten hat etwa in London zu einem anderen Umgang bei der Planung und Schließung von Feuerwehren geführt. Das Projekt enthüllt die Auswirkungen von Schließungen von Feuerwehrstandorten auf die Menschen, die dort wohnen und kann beim OpenDataInstitut (ODI) nachgelesen werden. Auch eine Visualisierung der verwendeten Daten findet sich hier. Künftige werden solche offenen Daten noch wichtiger für politische Entscheidungen etwa bezogen auf die Stadtentwicklung. Dazu aber müsste man als Kommune solche Datensätze für die Nutzung durch die Zivilgesellschaft und auch die Wirtschaft öffnen und bereit stellen.

Ein dritter Punkt: Es gab ausreichend Proteste gegen die Fällung der Bäume. Der vorhandene Entscheidungsspielraum allerdings wurde nicht genutzt. Der Bauverein Gütersloh hat da anders reagiert: Als es um das geplante Abholzen eines ganzes Wäldchens ging, welches zugunsten eines Bauvorhabens des Bauvereins durchgeführt werden sollte, gab es großen Protest, woraufhin der Bauverein sein Bauvorhaben absagte – und nochmal nachdenken wird. Gut so.

Ein vierter Punkt: Der Klimawandel ist kein Märchen. Er existiert. Auch wir erfahren mehr und mehr seine Auswirkungen dieser Entwicklung, obwohl wir geographisch vorteilhaft gelegen sind. Stürme und Sturmschäden jedoch etwa haben auch in Deutschland zugenommen. Es ist schon ein Treppenwitz, dass nun ausgerechnet die klimarelevanten Bäume mitten in der Stadt für eine Feuerwache weichen müssen, die künftig ausrücken muss, um eben diese vermehrten Sturmschäden zu beheben oder zu lindern.

 

Open Data auf der Siegessäule?

Open Government und Open Data – der Kreis der Aktiven ist leider noch eher klein, die Themen nehmen aber deutlich an Fahrt auf und zeigen eine hochaktuelle Relevanz. Tapfer trifft man sich zum Austausch, um den Kulturwandel innerhalb der Verwaltung sowie auch in der Zivilgesellschaft hin zu einem offenen Verwaltungs- und Regierungshandeln zu gestalten. Gestern gab es ein Expertengespräch dazu in der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin. Danke an das Orgateam dort, insbesondere an Dr. Pencho Kuzev für sein wunderbares Papier mit den wichtigsten Punkten zu Open Gov und Open Data. Eine Empfehlung für Einsteiger!

Mit von der Partie mit anschließendem Rundgang um die Siegessäule, weil das ein wunderbares Symbol sein könnte für den Einzug von Open Government:

Thomas Tursics, Oliver Rack und Claus Arndt:

Das Foto zeigt Open Data Aktive im Selfie.

Claus Arndt, Oliver Rack, Thomas Tursics

Das Foto zeigt die Siegessäule in Berlin.

Open Data bald auch in Gold?

Hackday Moers #ODDMO17

Update vom 4. Februar 2017:

OpenData ist unbedingt auch etwas für Kinder und Jugendliche. Schaut dazu den @derArndt im Video von #OffeneKommunenNRW ab Zeit 10:07 –

Es kommt auf Euer Engagement an. Daher: 

Es wird wieder gehackt: der nächste Hackday in Moers ist in Sicht und terminiert:

am 18. und 19. März 2017     im Rathaus Moers 

Sa.: 10 – 20 Uhr
So.: 10 – 17 Uhr

Das Foto zeigt zwei Kinder vor dem Rechner

Children – Foto: Website Hackday Moers

Hier findet sich das Programm und alle Details.

Am Vor-Abend des Hackday Moers findet zum 2. Mal der „Wirtschaftstalk“ statt. Ich habe die große Freude, diesen zu moderieren:

Smarthpones, Apps, Soziale Netzwerken und Co.: Der Umgang mit den spannenden Angeboten der digitalen Welt will gelernt sein.

Freitag, 17. März, 18 – 19.30 Uhr, Rittersaal des Moerser Schlosses

Will man sie verantwortungsbewusst und sicher einsetzen, braucht es Medienkompetenz.
In der letzten Zeit prägen Meldungen über Fake News, Hasskommentare, Sicherheitslücken und die Diskussion über ein Pflichtfach Informatik die öffentliche Debatte.
Spaltet Digitales unsere Gesellschaft in Digitale Natives und Uniformierte? Müssen Schüler*innen programmieren lernen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht werden zu können?
Ist Schule noch der Ort, an dem diese Kompetenzen vermittelt werden? Wagen sich immer noch zu wenig Frauen und Mädchen an IT-nahe Themen heran? Können Open Data und die Aktivitäten der Community einen Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz leisten? All diese Fragen und mehr werden in unserem Talk zum Hackday 2017 kontrovers erörtert.“

Teilnehmende:

Kordula Attermayer, Referat Digitale Gesellschaft, Medienkompetenz, Staatskanzlei NRW
Prof. Ulrich Greveler, Hochschule Rhein-Waal
Thomas Nolte, Lehrer am Moerser Gymnasium Adolfinum und Beteiligter am Projekt Open Data und Schule
Moderation: Dr. Anke Knopp, Autorin und als Freiberuflerin unterwegs für den digitalen Wandel

Der Talk findet in Kooperation mit dem Grafschafter Museum statt.

Ich freu mich drauf – Gäste und Interessierte an allen Tagen und zu allen Programmpunkten sind herzliche willkommen.

Datenschutz – nicht nur im Netz ein Thema

Die NW-Zeitung fragte mich in der letzten Woche um ein Interview an. Thema: Europa begeht zum 10. Mal den Tag des Datenschutzes (28. Januar 2017). Wir sprachen rund fünf Minuten über Datenschutz – dann ließ ich meiner Leidenschaft für #OpenData und ihre Vorteile für eine Gesellschaft freien Lauf. Im Artikel zitiert wird jedoch nur der Datenschutz.

Das Foto zeigt Leitungen.

Kabelsalat und Datensicherheit

Datenschutz: Mein Ansatz: Dafür muss man nicht nur auf das Internet schauen. Es reicht ein Blick in die analoge Alltagswelt der Menschen, die sich kaum einen Deut mehr um Datenschutz kümmert als anderswo. Die Realität: an jedem Thresen in Arztpraxen, in jeder Bankfiliale wird der Datenschutz täglich ignoriert. Nach einer längeren Wartepause etwa in der Notaufnahme eines hiesigen Krankenhauses wusste ich nach 45 Minuten über jeden der Wartenden mehr Bescheid als mir lieb war: Name, Telefonnummer, Krankenkasse, Anschrift – und der Grund ihres Aufenthaltes, also eine Diagnose waren mir bekannt.

Gleiches gilt für Schalterräume von Banken… da kann einem schon schwindelig werden. Und übel aufstoßen, dass immer nur das „böse“ Internet aufs Korn genommen wird, wenn Datenschutz zum Thema wird.

Den Artikel der NW kann ich hier nicht ablichten, dazu brauche ich die Genehmigung des Verlages. Verlinken aber geht: Den Beitrag findet man hier. 

Eine skurile Anmerkung bleibt: den städtischen Datenschutzbeauftragten lichtet die Zeitung in seiner Uniform als Schützenbruder ab. Privat. Das wäre ein Umstand für Datenschutz.

Talk mit eGovernment Podcast

Open Data? Das is doch bestimmt gefährlich, oder?! Da kann doch jeder drauf zugreifen und Schindluder treiben, nich wahr? Ja, genau so ist es – nicht.

Die Macher vom eGovernment Podcast – Torsten Frenzel und Matthias Fein – hatten mich zum Podcasten eingeladen. Thema: Open Data.

Entstanden ist eine launig schöne Unterhaltung dazu. Gerne reinhören. 

Übrigens kann man den EGovernmentPodcast auch abonnieren.

eGovernment - soll keiner sagen, er hätte es nicht gewusst

eGovernment – soll keiner sagen, er hätte es nicht gewusst

 

Hacking Kids #ODDMO16

Auf dem Hackday in Moers zeigten nicht nur die erfahrenen Profis, was man aus öffentlichen Daten alles zaubern kann. Insbesondere die jungen Hacker waren mit Eifer dabei.

Zwei Grundschüler hatten sich die offenen Daten der Stadt zu „Bußgelder im ruhenden Verkehr“ vorgenommen. Die Daten zu Ordnungswidrigkeiten (OWI) stellt die Stadt Moers seit kurzem online zur Verfügung. Die beiden Schüler wollten wissen, wie die Verteilung der Knöllchen ausfällt nach teuer (5 Euro) bis ganz teuer (15 Euro ff) und haben dies in einer Tortengrafik dargestellt. Zudem war für sie interessant, wann genau die Knöllchen besonders häufig vergeben wurden. Ihr Ergebnis: In Moers lohnt sich das wilde Parken in der Mittagszeit. Ihre Visualisierung der Daten zeigt nämlich, dass die Politessen dann Mittagspause machen und keine Knollen vergeben.

Reinschauen und staunen:

Hacken in Moers – bitte nachmachen!

Am letzten Wochenende fand der 2. Hackday in Moers statt. Die Stadt Moers hatte zusammen mit der Bertelsmann Stiftung dazu eingeladen. Im Zentrum stand die Nutzung von Offenen Daten. Ich war dienstlich eingebunden.

Das Foto zeigt Programmierer bei der Arbeit.

Hacken – jung und erfahren basteln Zukunft

Das Foto zeigt Hacker beim Programmieren.

Hacken mit offenen Daten

Rund 60 Hacker waren der Einladung gefolgt. Ich verlinke hier auf den Blog Wegweiser Kommune, für den ich dienstlich einen ersten Blogpost dazu verfasst habe. Mal reinschauen und lesen, wie OpenData eine Kommune beflügeln kann. Da wünscht man sich mehr, die sich auf den Weg machen und Daten öffnen.

Hier auch noch der Link zur Lokalzeit WDR Duisburg, die schon am Freitagabend dazu einen Opener erstellt hatten. Außerdem kann man allen Aktivitäten folgen auf dem Storify Hackday Moers. 

Open Data – Bedingen die grenzenlose Verbreitung

Vom 8. bis 10. April ist es wieder soweit: der 2. Hackday in Moers startet, den ich dienstlich begleite. Wieder steht Open Data im Vordergrund. Welche Daten liegen vor – und was kann man mit offenen Daten alles an Anwendungen zaubern, die einen Mehrwert für die Allgemeinheit oder auch für die Wirtschaft mit sich bringen?

Am Freitag starten wir mit einer Talkrunde „Open Data Challenge – Wirtschaft und Offene Daten“. Am Freitag und Samstag gibt es eine Runde „Rocket Girls“, eine Code Workshop, der sich an Mädchen und Frauen richtet. Am Samstag und Sonntag geht es ans Hacken unter #ODDM16.

Zum Einstimmen auf den Hackday hier nochmal ein paar Bilder vom letzten Jahr #ODDMO15 :

Vielen Dank für die O-Töne an Kirsten Wohlfahrt, Thomas Tursics, Stefan Kaufmann, @gruenzeug, Madeleine Neumann und David Krystof. Auf eine neue Runde.

(Dieser Inhalt findet sich auch auf dem Blog Wegweiser Kommune, die Teilnahme am Hackday ist aber für jedermann offen.)

OpenGov Festival – Geht doch!

Sie treffen sich immer im November zum Barcamp in Wuppertal “Offene Kommunen NRW”: die OpenGovernment-Community aus Nordrhein-Westfalen – und zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland. Diesmal auch aus den Niederlanden. Der Termin gehört mittlerweile zum netzpolitischen Kalender dazu.

Seit fünf Jahren ist #OffeneKommunen.NRW ein Treiber in der öffentlichen Debatte um Fortschritte in der Haltung zu Offene Daten und auch im breiten Themenfeld offenes Regierungshandeln, eben Open Government. Dazu gehören gleichwohl auch Partizipation und Transparenz. Diesmal stand das Motto “Geht doch!” als Leitspruch oben auf der Agenda, zu der Dieter Hofmann als zentraler Initiator eingeladen hatte.

Das Foto zeigt Dieter Hofmann, der OKNRW eröffnet.

Opening OKNRW 2015

// Barcamp und Hackathon 

Erstmals gab es die Besonderheit, OffeneKommunen.NRW an zwei Tagen zu platzieren. An Tag 1 tummelten sich rund 95 Teilnehmer in den Barcamp-Sessions. Tag 2 war ein Mix aus Hackathon zu “RefugeesWelcome” und Barcamp im erweiterten Sinn zu dieser kommunalen Herausforderung. Rund 60 Teilnehmer waren am Werk.

Jedes Jahr gibt es anfangs eine Analyse des Status Quo: wo stehen wir mit OpenGov? Auf den ersten Blick macht sich Ernüchterung breit. Es könnte schneller gehen. Aber: Auch, wenn die riesigen Schritte fehlen, stellen sich Erfolge ein. Sie sind teilweise klein, dennoch verstetigen sie sich, so wie viele digitale Impulse, die mittlerweile ins Bewusstsein einer breiteren Gesellschaftsschicht rücken und längst nicht mehr nur die vermeintlichen Nerds oder Techies angehen.

// Politik 1.0 und Digitales

Digitalisierung ist eine zentrale Frage und geht auch an Politik 1.0 nicht vorbei. Ihre Möglichkeiten insbesondere im demokratischen Prozess, im Zusammenspiel zwischen Bürgerschaft, Politik und Verwaltung ist auch sie mittlerweile eine zentrale Frage der Haltung geworden, die die beteiligten Partner miteinander aushandeln müssen. Zum technischen Aspekt gehören untrennbar die sozialen Implikationen dazu. Ein großes Spielfeld, das die Akteure aus der Zivilgesellschaft genauso antreibt wie viele unterschiedliche Akteure aus der Verwaltung und Politik. Diese Mischung an Akteuren trifft eben beim jährlichen Austausch in Wuppertal zusammen – und bewegt. Es geht ums Netzwerken, um das Voneinanderlernen, um Prozesse der Entscheidungen und auch darum, in neuen Formaten wie in einem Barcamp zu arbeiten. Ein typischer Fall von Arbeit4.0. Ich selbst war das dritte Mal dabei, das erste Mal allerdings auch beruflich, sonst immer privat.

// Wahrnehmung steigt

Dass sich etwas bewegt, zeigt sich u.a. auch an der größeren Wahrnehmung der Veranstaltung selbst. Zwei Indikatoren: Die Geschäftsstelle von @openNRW des Landes NRW war wieder Akteur und Anbieter von zwei Sessions. Auch der Oberbürgermeister von Wuppertal, Andreas Mucke (SPD), wertschätzte in einem Grußwort, was sich da an digitaler Energie in seiner Stadt so tut: er hieß die Teilnehmer willkommen und betonte, dass man gerade in einem so innovativen Format wie einem Barcamp lernen könne, was Wandel bedeutet.

Die Sichtbarkeit des Themas bedeutet auch, dass die Bemühungen um OpenGovernment einen immer höheren Umsetzungswert im täglichen Zusammenwirken von Bürgern, Verwaltung und Politik einnehmen: Unser Alltag ist bereits digital, unsere Arbeit digitalisiert sich zunehmend, das Ausschöpfen des Open Government auch im politischen und verwaltungstechnischen Handeln liegt da auf der Hand  – und in der öffentlichen Hand. Als fester Bestandteil des “Geht doch!” waren die  Aktiven der nordrheinwestfälischen Vorreiterkommunen wie Köln (Sabine Möwes), Bonn (Sven Hense) und Moers (Claus Arndt) vertreten. Nach wie vor sind sie Quellen der Inspiration und auch Quellen für konkrete Prozesse und Entscheidungswege, insbesondere was Open Data angeht. Sie sind zu echten Change-Agents mit Exportcharakter avanciert. Es werden aber auch mehr, die sich auf diesen Weg machen, das zeigte die hohe Teilnehmerzahl aus anderen Kommunen. Auch die Treiber aus der Zivilgesellschaft sind sehr rege.

// Streiflichter aus den Sessions

Hier einige kurze Erwähnungen und Streiflichter der Ergebnisse aus den Sessions:

Das Foto zeigt Impressionen vom Barcamp Offene Kommunen NRW

Offene Kommunen NRW- Barcamp
  • Mit dem Ansatz “Handeln für den Wandel” rückte die Stadt als Transformationszentrum in den Blick – die “Stadt als Garten”: Wie kann man den Wandel zum Handeln übertragen? Wie können Netzwerke aufgebaut werden und wie erreicht man Gruppen, die sonst nicht aktiv sind oder sich nicht erreichen lassen. Fragen, die in vielen Kommunen diskutiert werden. Antworten sind u.a. die Kopplung von online und offline und die öffentliche Sensibilisierung für dieses Umdenken und Teilen als neue Lebensform.
  • Gute Ideen rückt generell die Plattform “Politikbeiuns” in den Fokus.
  • Eine der größten Sessions war die zum “Status quo Open.NRW” – das Portal open.NRW entwickelt sich weiter. Die Eckpunkte aus “OpenData”, “Partizipation”, “Zusammenarbeit” und einer grundsätzlichen Öffnung von Politik und Verwaltung sind im Fluss, sind noch weiter gestaltbar. In einer offenen Fragerunde kam alles aufs Tableau, was man immer schon direkt fragen wollte, von der Auswahl der Beteiligungskonzepte durch die Ministerien, über Fragen der Standardisierung von Daten, Fragen zur Visualisierung einer Landkarte zu OpenData in NRW bis hin zur Evaluation und Leitfäden für “Starter” war alles im Köcher.
  • Bei der Session zu einem OpenNRW Netzwerk von Experten waren konkrete Ideen gefragt, wie das aufzubauen und weiterzuentwickeln wäre: Das Land möchte auf das Wissen der Vielen zurückgreifen. “Ungehobene Schätze” seien das, so heißt es auf der Homepage des Portals. Eine Antwort aus der Runde war: “Geht doch” – gute Ideen sind gefragt, die eine Sogwirkung erzeugen können. Gewünscht wurden hier ferner ein öffentlicher Terminkalender, eine Art OER- Tools, Kurzprofile der Experten, ein Wiki, eine Videothek, das Angebot von Webinaren sowie internationale Kontakte. Auch das Streamen von Veranstaltungen könnte helfen, die Distanzen im Flächenland NRW digital zu überbrücken, weil nicht immer alle vor Ort sein können.
  • Wie organisiert man “OpenMobility” war eine weitere Frage – sind Mobilitätskonzepte, die sich in verschiedenen Formen und Reifegraden finden, bündelbar in einer App? Erkennbarer Gedanke aller Bemühungen war der, mehr auf öffentliche Mobilität zu setzen als auf das Auto, Innenstädte wieder an die Menschen zu übergeben. Eine Anregung hieß, Daten für Mobilität besser zu nutzen und noch mehr Möglichkeiten zu schaffen, diese zu konkret anzuwenden, vom vernetzten Fahrrad “Next bike” bis hin zu selbstfahrenden ElektroAutos, die auch noch aneinander andocken können.
  • Ein Thema war der mögliche Aufbau eines Regional-Wiki über die Stadtwiki-Bewegung. Dies erfordert kontinuierliche Pflege und sie entstehen meistens durch ehrenamltiche Initiative von örtlichen Gruppen. Ein Musterbeispiel ist jedoch die Stadt Wien, die ein eigenes Stadtwiki aufsetzt und dies vernetzt und kontinuierlich pflegt. Problem für alle: wie bleibt das am Leben, denn ein Wiki lebt durch Bewegung?
  • Das Format “Barcamp” selbst wurde zum Thema: Können Barcamps auch für Organisationen und NGOs Wirkung erzielen? Die Vorteile wurden etwa in der aktiven Wissensvermittlung gesehen, als eine implizite Fortbildung, da selten so intensiv ausgetauscht und voneinander gelernt werden kann. Ein Barcamp bedeutet auch Vernetzung und Recruting zudem ein leichter Zugang zu Wissen.
  • Natürlich stand der ganz große Begriff von OpenGov zur Diskussion: wie verbindlich sind Beschlüsse von offenem Handeln? Es braucht begleitende eine langfristige Planung von Beteiligung und OpenData, gewünscht wird das generelle Ratsstreaming als Beitrag zur Transparenz von Sitzungen. Gefordert wurde die Digitalisierung von analogen Daten, eine Erhebung, wo gleiche Gesetze bei der Erhebung von Daten sind. Es gilt Standards zu bestimmen – und schließlich stand auch die Forderung nach einem Transparenzgesetz in NRW auf dem Plan.
  • Wuppertals Dezernent für Bürgerbeteiligung, Panagiotis Paschalis und Thorsten Sterk von “Mehr Demokratie NRW” hielten eine Session zur “Kommunale Transparenzsatzung“, wie sie gerade öffentlich diskutiert wird. Der Weg: weg von der Holschuld der Bürger hin zur Bringschuld der Kommunen, was einem Kulturwandel in der Haltung gleichkomme. “NRWblicktdurch” ist da zur Zeit eine Initiative, die sich um dieses Thema verdient macht.
  • Einen Einblick in die niederländische OpenData-Bewegung brachte Ton Zijlstra mit, dazu Konkretes in einem folgenden Blog.

// Hackathon im Zeichen von “RefugeesWelcome”

Der Hackathon zum großen Thema “Refugeeswelcome” zeigte mit den einzelnen Ansätzen eine enorme Bandbreite von ganz klein bis ganz umfassend. “Wo finden sich öffentliche Steckdosen im öffentlichen Raum” – zeigte sich als eine dennoch zentrale Frage, wenn man Kommunikation über mobile Geräte organisieren muss. Weiter ging es über Stadtwikis und Flüchtlingshilfe, die Vernetzung von kommunalem Content in die vielen Apps, die über Sprachhilfe und Orientierung anhand von Stadtplänen mit konkreter Verortung von Hilfsangeboten oder täglichen Anlaufstellen wie Schulen oder auch Ämter verzeichnet sind. Auch die Frage einer sinnvollen Vernetzung von Helfern und Spende(r)n war Thema. Einen Überblick über die bestehenden Inititativen und Ergebnisse gab Christian Knebel, der auch beim ImpulsHackathon in Berlin dabei war und nun die vielen Themen mit koordiniert. Genannte Links waren hier:

    • Germany says welcome;
    • github.com/socialcode.de
    • voluntee-planner.org;
    • arrivinginberlin.de

 // Und nun? 

Aus den zahlreichen Anregungen und Ideen soll ein Druckwerk werden. Auch ein Manifest zu OpenGovernment in NRW ist im Entstehen. Bildlich findet sich eine Fotostrecke zum Barcamp.

Mehr Tweets, Links, Bilder, Impressionen und Wichtiges gibt es unter #oknrw auf Twitter.

Dieser Blogpost findet sich auch auf Wegweiser Kommune.de  – so ist das, wenn man im Digitalen eine hybride Person wird.