Gesundheit im kommunalen, digitalen Fokus

Digitalisierung fräst sich durch unseren Alltag. Insbesondere das Thema Gesundheit steht im Fokus digitaler Innovation – was nur allzu richtig ist bei einer stetig alternden Gesellschaft. Gesundheit und deren Erhaltung ist aber auch eine zutiefst kommunale Angelegenheit und firmiert unter „Daseinsvorsorge“. Deshalb ist es angeraten, dass auch kommunale Entscheider auf dem Radar haben, wie sich dieser Bereich vor Ort verändert. Hier einige Beispiele:

Heute fand ich diesen Videobeitrag auf Twitter, der mich in den Bann geschlagen hat: Hologramme als Lernplattform für medizinische Ausbildung – sicher nicht nur für angehende Mediziner, sondern auch in der Breitenwirkung für die Bevölkerung anwendbar. Wir werden künftig andere Formen vorfinden, Lesen und Bildung zu vermitteln. Schulen aber können das nur leisten, wenn auch sie ein schnelles Netz haben – oder etwa Bibliotheken damit ausgestattet sind, damit diese neuen Medien greifen können:

 

Aber auch viel niederschwelligere Angebote bahnen sich ihren Weg in die alltägliche Gesundheitsvorsorge. Ich habe nochmal in meinem Archiv nach spannenden Idee geforscht, die ich im Rahmen der CEBIT 2017 zum Thema Gesundheit aufgenommen habe.

Rücken 

Vor dem Hintergrund, dass gefühlt jeder Deutsche irgendwann einmal an Rückenschmerzen leidet – ist dieses Tool für eReha oder auch Selbsttraining zuhause sehr überzeugend – und zeigt deutlich, wie sich Gesundheitsversorgung digital verlagert. Das zieht Auswirkungen nach sich, die auch die kommunale Infrastruktur angehen. Anleitungen für eigenverantwortliches Gesundheitstraining oder als Reha werden zunehmend digital vermittelt. Unabhängig von Raum und Zeit. Übrigens nicht nur für eine Bevölkerungsschicht, die sich bewusst fit halten möchte. Sondern insbesondere auch für eine Alterskohorte, die künftig pflegebedürftig sein wird oder kognitiv sogar eingeschränkt aktionsfähig sein wird, etwa bei Demenzerkrankungen.

eReha ist ein auf 3D sensorgestütztes Heimtherapiesystem. Ein Therapeut entscheidet über die krankheitsspezifischen Übungen, die dem Patienten über das Internet freigeschaltet werden. Der Patient kann diese selbst vor dem eigenen Fernseher oder Computer ausüben. Ein PC oder eine Spielekonsole mit einer 3D-Kamera nehmen den Nutzer dabei auf. Ein Realtime-Feedback-System analysiert die Bewegungen und lokalisiert aufkommende Fehler. Biometrische Parameter geben Auskunft über den Verlauf. Die Software sendet die Fortschritte dem betreuenden Therapeuten online, damit er die Übungen #remote dynamisch anpassen kann – oder erklärt „Komm nochmal real in der Praxis vorbei“ – was aber zunehmend weniger werden könnte.

Zuhause macht dann ein Avatar die Übungen vor – und der Patient macht die Übungen nach – wird dabei aber eben sensortechnisch überwacht, ob diese auch richtig ausgeführt werden, so dass Fehlhaltungen oder Verrenkungen ausgeschlossen werden. Der Gameingfaktor sorgt dafür, dass auch Spaß dabei entsteht. Einen Schuh hin zur Praxis muss man dafür jedenfalls nicht mehr anziehen.

Mit Daten gegen Infektionskrankheiten 

Eine zweite Anwendung, die mich begeistert hat, ist die „grippeNET App“. Sie firmiert unter dem Dach des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, angewendet wird sie in der Befragung der Bürger in der Schweiz – und steht auf dem Sprung auch in Deutschland und Österreich zum Einsatz zu kommen. Hier werden Open Data, Forschung und Bürgerbeteiligung sinnvoll vernetzt. Die Idee: das Beobachten, Analysieren und Visualisieren von Ausbreitungen von Krankheiten. Unter Mithilfe und Bezug sowie Auswertung von Daten, die die Bürger selbst mit einspeisen können. Bürger können sich beteiligen und Informationen zusammentragen. Sie erhalten gleichzeitig mit ihrem Einspeisen Einblick in die aufbereiteten Daten und deren Analyse. So entsteht ein umfangreiches Netzwerk zur Sensibilisierung der Bevölkerung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

In einem ersten Schritt wurde Grippe als Krankheit adressiert – die App lässt sich erweitern auf weitere Krankheiten mit Ansteckungscharakter. Die App ist Teil des EU-geförderten Forschungsprojektes CIMPLEX. Der Mix aus Daten, Big-Data-Analyse und Partizipation ist das Bestechende des Projektes. Ein Aspekt des Projektes ist auch der, herauszufinden, was Menschen motiviert, bei diesen Erhebungen mitzumachen sowie auch der Aspekt, die Privatsphäre trotz Datenlieferung zu sichern. Daten wird insbesondere im Gesundheitswesen eine immer größere Bedeutung zugesprochen. (Dieser Umstand des notwendigen OpenData findet sich übrigens auch im 1. Nationalen Aktionsplan Open Government und zeigt, wie tragend diese Säule bereits ist.)

Das Foto zeigt einen Monitor mit Grafiken zur Ausbreitung der Grippe.

Visualisiert – Grippe

Ein sehr aufschlussreiches Tool, welches zudem Möglichkeiten der Visualisierung bereit hält. Es ist sicher ein Instrument, welches von hoher Bedeutung sein kann, wenn etwa Kreise oder Kommunen über Katastrophenschutz für die Bevölkerung entscheiden müssen. Angesichts des Wiederaufflackerns von Masernerkrankungen auch in Deutschland wäre etwa ein weiteres Feld der Anwendung neben Grippe vorhanden. Mit realistischen und in Echtzeit erhobenen Daten wäre damit ein gutes Instrument zur Steuerung von Infektionskrankheiten gegeben. Man muss sich nur mit den Möglichkeiten vertraut machen – um deren Bestehen wissen und diese Dinge nutzen können. Wir brauchen mehr digitale Kompetenz in den Reihen der Entscheider sowie in der Bevölkerung.

Real und virtuell im öffentlichen Raum

Digitalisierung verändert auch unser Straßenbild. Mehr und mehr Bewegtbilder finden sich im öffentlichen Raum wieder. Hier eine kleine Kostprobe der neuen Werbetafeln im Bielefelder Raum, genauer im Industriegebiet, welches täglich mehrere tausend Menschen passieren.

Nicht nur Werbung wird via Bildschirm dauerbeschallt  –  sondern auch Nachrichten, geliefert von der @NW (neue Westfälische Zeitung) und Statistiken, etwa von @Statista, wieviele Kilometer lang das Kanalnetz in Bielefeld ist.

 

Der öffentliche Raum wird zum digitalen Hotspot mit einem sich stetig ausweitenden Angebot an Informationen. Unsere Städte verändern sich. Erste Vorboten für eine Digitalisierung der kommunalen Infrastruktur. (Wobei hierfür ausreichendes Netz vorhanden sein muss sowie künftig auch Speicher für ein hohes Aufkommen an Daten durch vernetzte Dinge, IOT. – Bisher ist das Fehlanzeige.)

 

Vorne eine Würstchenbude, dahinter digitale Welt mit Bewegtbild im öffentlichen Raum.

Altes und Neues im Stadtbild

Zudem hinzu kommt: Mit der Technik von VirtuellerReality und AugmentedReality, die wir alle in unseren Smartphones und vielleicht auch demnächst Brillen dabei haben, wird Digitalisierung zur Normalität. Die Immersion ist Alltag, virtuell und reale Welt verschmelzen.

 

Das Foto zeigt eine VR Brille auf der Fashion Tech in Berlin bei der rpTEN

Immersion hält Einzug

Wir sind längst auf dem Weg in eine sich grundlegend veränderte Welt ins Reich der Null und Einsen. Es gilt, dieses unbekannte #Neuland auch politisch zu gestalten und nicht nur den Marktkräfte zu überlassen. Digitalisierung ist eine höchst politische Angelegenheit – dies gilt insbesondere dann, wenn wir über Inftrastrukturen reden, die der Allgemeinheit gehören. Nachholende Gesetze oder Einhegungen durch die Politik sind nicht mehr durchzusetzen, wenn sich erst Gewohnheiten und Realitäten ergeben haben. Bestes Beispiel sind die Social Media, in denen kraftlose Rückwärtsruderbewegungen seitens der Politik in Form von Gesetzen zu Hasskommentaren etc. stets nur noch als reaktionär wahrgenommen werden, nicht aber den Eindruck vermitteln als könnten sie noch gestalten. Es ist dringend notwendig, dass vor allem kommunale Entscheider schnell im Boot sind, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Digitalisierung vor Ort geht. Es berührt mittlerweile mehr denn je ihre Domäne: Politik betrieben als vorausschauende Daseinsvorsorge. Wir brauchen mehr digitale Kompetenz in den Rathäusern und Reihen der Kommunalpolitik. Bisher ist das zu wenig erkennbar.

Das Foto zeigt die Figur aus Metropolis.

Neue Welt

Nationaler Aktionsplan Open Government – ist da!

Nun ist er in der Welt: Die Bundesregierung hat heute den von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière vorgelegten ersten nationalen Aktionsplan (NAP) im Rahmen der Teilnahme Deutschlands an der Open Government Partnership (OGP) beschlossen.

Der Nationale Aktionsplan ist damit der Grundstein für offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln.

Hier ist er zu finden. 

Zunächst ist er auf zwei Jahre angelegt und wird dann evaluiert und erweitert. Erarbeitet wurde er zusammen mit zahlreichen Akteuren aus der Zivilgesellschaft. In erster Linie ist hier der Arbeitskreis Open Government Partnership Deutschland zu nennen, an dem auch wir von #OffeneKommunenNRW beteiligt sind.

Mit dem Aktionsplan unternimmt die Bundesregierung wichtige Schritte, um bürgerschaftliche Teilhabe zu stärken. Die darin vorgesehenen Aktivitäten ermöglichen neue Wege für mehr Transparenz, offene Innovation und Effektivität von Regierungen und Verwaltungen zu gestalten.

Wir als Arbeitskreis OGP haben dazu heute eine Pressemitteilung veröffentlicht, diese findet sich hier. 

Die Pressemitteilung vom Bundesministerium des Innern zum Nationalen Aktionsplan OGP findet sich hier.

 

Jetzt gilt es, die Ideen und Ansätze zu vertiefen – und anzuwenden. Uns von #OffeneKommunenNRW geht es insbesondere darum, diese Haltung auch auf die Landes- und kommunale Ebene zu übertragen.

Internet of Textiles

Internet of Things – wird im allgemeinen im Kontext kommunaler Infrastruktur diskutiert.

Viel aufregender ist die Entwicklung jedoch in einem anderen Feld der Vernetzung: Immer mehr Kleidungsstücke werden smart. Textilien sind Teil des Internet of Textile Things.

Das Foto zeigt Kleidung mit LED Beleuchtung.

#FASHIONTECH Berlin 2016

Wir tragen smartness direkt an unserem Körper. Außer, dass es hipp ist und abgedreht lustig sein kann – es hat auch einen zunehmend vorsorgenden Aspekt für eine alternde Gesellschaft. Eine Kleidung, die mit dem Smartphone verbunden ist und damit ein Teil des Internet der Dinge ist, kann das „Wiederfinden“ von Menschen erleichtern, die verwirrt durch die Straßen laufen. LED am Körper könnte Hinweise auf den Gesundheitszustand geben. Rot etwa für „Hilfe notwendig“. Wem das in der Familie mit einem lieben Menschen einmal passiert ist, wird wissen, wie vorteilhaft es ist, Möglichkeiten der Auffindbarkeit zu nutzen. In der Regel wird das Suchen ansonsten zu einem Martyrium für Menschen mit Hinlauftendenz – und Angehörige oder auch Pflege- und Gesundheitseinrichtungen.

Natürlich hat es aber auch einen modischen Charakter, an den wir uns sicher gewöhnen dürfen: LEDs gepaart mit Funktionalität, Smartness und Individualität werden auch in der Mode nicht lange auf sich warten lassen. Kleidung ist damit in der Lage in Echtzeit zu interagieren. Das passt zu den Bestrebungen von Google und Baida, die daran forschen, Einkaufen künftig noch einfacher zu gestalten: Sieht man ein Kleidungsstück, welches einem gefällt, fotografiert man dieses und eine App zeigt automatisch an, wo das gewünschte Kleidungsstück zu finden ist – und zu welchem Preis. Mit smarter Kleidung ist das Fotografieren überflüssig – Kleidung ist selbst interaktiv.

Das mag sich für unsere Ohren heute völlig abgedreht anhören. Die Einkaufsgewohnheiten der übernächsten Generation jedoch wird sehr wahrscheinlich nur noch digital ablaufen – ohne Schaufenster und ohne Kataloge, sondern direkt im Smart (wenn es das dann so kompliziert noch gibt) und mobil.

Bereits auf der rpTEN im Rahmen der #FASHIONTECH habe ich René Bohne (Founder, Wear LEDS) um ein kurzes Statement gebeten, was Internet of Textile Things mit sich bringt.

Hier findet sich sein Vortrag auf der re:publica2016 im Video in Gänze. Kurzinhalt: LEDs on dresses are pretty, but this is not very smart! Connect your Smart Fashion projects to your smart phones and make your clothes a part of The Internet of Textile Things.

Sprich mit mir, ich bin ein Bot!

UPDATE VOM 11. August 2017

Wenn es hier im Beitrag um BOTs geht, dann darf der hier nicht fehlen: Communityprojekt Chatbot Bonn – vom OKLab Bonn: 

„Zusammen mit dem OK Lab DüsseldorfGovbot.IO und der Stadt Bonn ist eine sehr, sehr, sehr frühen Betaversion mit den ersten Inhalten “Rheinpegel, Parkhausbelegung und Wunschkennzeichen reservieren” gestartet. Aktuell in Umsetzung befinden sich noch Inhalte der Stadt Bonn und später sollen auch Messengerplattformen eingebunden werden.

Expertenbots für Bonn?

Ihr könnt an dem Chatbot mitwirken! Jeder kann weitere Inhalte zu Bonner Themen in dem Chatbot als sogenannte Expertenbots hinterlegen. Wenn Ihr interessiert seid daran mitzuwirken, sprecht uns einfach auf dem OK Lab Meetup, Twitter, Facebook oder Mail. Um eigene Experten (wie Skills bei Alexa oder Apps für Apple oder Android) zu entwickeln, existiert auf GitHub ein SDK.

Frei verfügbare Datenbestände für eigene Experten aus verschiedenen Themengebieten gibt es zum Beispiel hier in einer Übersicht.

Bonn.Digital hat den digitalen Veranstaltungskalender freigeben und ist an einer Einbindung in den Bot interessiert.“

 

Künftig sprechen Sie als Bürger mit einem Bot, wenn Sie im Rathaus anrufen. Einem Chatbot. Ein digital gesteuerter Dialogassistent, der Verwaltungen im Bürgerservice unterstützt. Künstliche Intelligenz hält Einzug im Rathaus. Nicht in jedem – aber in den digital innovativen Rathäusern schon.

Der Chatbot kann eine Menge: er kennt die Abläufe in der Verwaltung, er kann „Verwaltungssprache“. Und er ist 24/7 erreichbar. Auf deutsch heißt das: rund um die Uhr kann der Bürger den Chatbot erreichen und ihm Fragen rund um Verwaltungsdienstleistungen aus dem Rathaus befragen. Der Bot navigiert den Fragenden sicher und treffgenau an sein Ziel.

Govii – der Behördenbot

„Sie möchten heiraten?“ Dann erklärt der Chatbot schon mal bei der Erstanfrage, welche formalen Unterlagen das Standesamt für die Anmeldung benötigt – und am Ende steht sogar eine konkrete Terminvereinbarung. Alles an einem Samstagvormittag aus einem Café heraus zu organisieren. (Schön, wenn dazu sogar noch WLAN vorhanden ist.) Gleiches gilt für alle weitern behördlichen Themen vom Personalausweis bis hin zur Straßenreinigung.

Irre?

Keinesfalls.

Wie gesagt, der Chatbot hält Einzug in die Rathäuser. In Wennigsen /Deister etwa. Das ist eine kleine Gemeinde in Niedersachsen mit dem digitalen Bürgermeister Christoph Meineke. Er hat den Bot Govii ins Rathaus geholt und testet ihn gerade. Ebenso wie der Kreis Lüneburg diesen Bot ebenfalls testet. Govii kann kommunizieren, ist auf allen social-media Kanälen wie Facebook, Skype, WhatsApp oder weiteren Messengern zuhause – also genau da, wo die Menschen sind und ihren Lebensalltag organisieren.

Govii setzt auf Zuständigkeitsinformationen der öffentlichen Verwaltung. Hierfür spricht er mit einer Vielzahl von Schnittstellen und (XÖV-) Standards, um die richtige Information zu finden. So beantwortet der Chatbot Anfragen zu Behördenleistungen, Zuständigkeiten, Öffnungszeiten, Kosten und Ansprechpartnern. Ergänzt werden diese Informationen durch beliebige Daten, die über Konnektoren mit entsprechenden Anfragemustern verknüpft werden können. Auch – und das ist so ganz fabelhaft – können Open-Data-Bestände eingebunden werden.

Wenn der cloudbasierte Govii mal nicht weiterweiß, leitet er weiter an einen „realen Menschen“, der dann übernimmt. Der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung hat aber bis dahin Zeit, sich um andere Aufgaben zu kümmern, er muss nicht stets wiederkehrende Fragen beantworten.

Mit einem Bot macht das behördliche Kommunizieren Spaß. Und der Bot lernt: alles, was er nicht weiß, holt er nach. Aus Fehlern wird er klüger und seine künstliche Intelligenz wird trainiert. In ein paar Jahren wird er ganz souverän durchs staatliche Programm führen. Und Bürger werden ihn nicht mehr missen wollen – zu direkt ist sein Einsatz. Zu mehrwertig, weil rund um die Uhr und schnell.

Übrigens gibt es nicht nur Govii. Da ist auch noch der BehördenBot „Kumpel Krefeld“. Ein Chatbot, den zwei junge Entwickler im Rahmen des NRW Hackathons im letzten Jahr entwickelt haben: Theo Steinhard und Michael Tjupalow. 

Kumpel Krefeld – Bot bei #OKNRW

Im September kann man ihn im Düsseldorfer Chatbot Meetup (public plan) kennen lernen.

In einigen Stadtverwaltungen wird er schon getestet, der Kumpel, der 24/7 bereit steht und ständig dazu lernt: Der Bot.

Wenn ein Buch auf die Welt kommt…

UPDATE VOM 3. / 10.  AUGUST 2017

… dann lebt es nur durch die Leserinnen und Leser. Und durch Verbreitung.

Vielen Dank für die bezaubernden Buchbesprechungen für mein Buch „Wahltag“. 

In der „Die Glocke“ und Neue Westfälische Zeitung sowie im Westfalen Blatt.

Vielen Dank auch an Mehr Demokratie NRW e.V.  und Thorsten Sterk für das Interview zum Buch.

Vielen Dank für das Interview bei e-Government Podcast zu meinem Buch – ein Podcast-Kanal, den ich unbedingt empfehlen kann.

eGovernment Podcast

Und auch vielen Dank für das Interview zu dem speziellen Thema „Frau und Politik“ im GT-Info, Ausgabe August 2017.

 

GT-Info, Ausgabe August 2017 (Fotos Tiedemann)

Zukunft – eine Frage des Alters

UpDate vom 2. August 2017: Der Artikel zu VR passt ganz hervorragend dazu. 

Wie sieht Zukunft aus? Folgernder kurzer Wortwechsel zeigt die disruptive Entwicklung der Digitalisierung, was insbesondere Zukunftsbilder angeht. Vorsicht: mit Augenzwinkern zu lesen.

Ich: „Wenn ich alt bin und im Heim leben sollte, wünsche ich mir einen Roboter, der mit mir singt und tanzt. Wer weiß, ob sonst noch jemand da ist, der mir Gesellschaft leistet.“

(Ich bin 52 Jahre alt und gehöre damit der Babyboomer-Generation an, die künftig nicht mehr auf Pflegefachkräfte hoffen darf.)

Replik von Ingrid Brodnig (Jahrgang 1984, Publizistin, Digital Champion der EU in Österreich, geboren in Graz): „Wenn ich alt bin, gibt es sicher schon das HoloDeck. Da brauche ich keinen Roboter mehr.“

Holodeck: Raum, in dem Objekte und Menschen durch eine Kombination von Materie, Balken und Feldern simuliert werden, auf die holographische Bilder projiziert werden. Der Nutzer kann mit seiner virtuellen Realitätsumgebung und seinen Charakteren interagieren. Holodecks kennt man aus Star Trek. 

Ingrid Brodnig Foto: Johannes Pressl

So sieht das aus: unsere Welt ändert sich schneller als wir es jetzt fassen können. Oder wollen. 20 Jahre Altersunterschied machen in der Vorstellungskraft bereits einen kolossalen Unterschied.

Wo fand dieser Austausch statt? In der letzten Woche hatte ich das Vergnügen mit IngridBrodnig (@brodnig) auf der Bühne im Rahmen der Kommunalen Sommergespräche des österreichischen Gemeindebundes zu diskutieren. Thema: Digitale Gemeinde. Moderiert von Meinrad Knapp, von ATV.

Wir sprachen über Zukunft. Natürlich!

Wahltag – mein Buch ist da!

Wahltag – wie ich kandidierte, einen digitalen Wahlkampf führte und verlor. Meine Betrachtungen zur Bürgermeisterwahl 2015 sind jetzt auf 238 Seiten zwischen zwei Buchdeckeln im WochenschauVerlag gebündelt:

Wahltag – Wochenschau Verlag Foto: Günter Specht

Der Wochenschau Verlag hat dazu ein Interview online gestellt:

Mehr Demokratie NRW hat dazu ein Interview gedruckt. Pressesprecher Thorsten Sterk hatte das Buch zuvor Korrektur gelesen – herzlichen Dank dafür.

Krisenkommunikation – leicht gemacht #AirBerlin

Fliegen ist ja schon eine Leistung. Wer dann noch eine Fluglinie eröffnet, muss sich ja auskennen, mit diesen Dingen. Und wenn dann auch noch der Dialog mit den Passagieren stimmt  –  wunderbar. Das wäre ein tragfähiges Geschäftsmodell. Schade, dass #AirBerlin das alles offenbar nicht kann. Besonders Kommunikation ist nicht gerade die Stärke dieser Airline. Und dabei wäre gerade Krisenkommunikation besonders gefragt in Zeiten der Digitalisierung und der immer online geschalteten Smartphones der Reisenden – wenn es sich um eine Airline handelt, die derart von Pannen und Stümpertum geplagt ist wie #AirBerlin.

Will #AirBerlin Kunden gewinnen, schafft es ein Algorithmus sogar PushNachrichten zu senden, E-Mails mit immer neuen Angeboten zu schicken. Ungefragt. Will man etwas von der Airline wissen – schaltet sie ab.

Was nun, wenn ein Flug gecancelt wird – ersatzlos gestrichen? Dann greift offenbar das Lieblingshandwerkszeug der Fluggesellschaft: Vogel Strauß steckt den Kopf in den Sand. Funkstille.

In der letzten Woche war ich Opfer dieser Strategie – wie übrigens eine ganze Ladung Passagiere ebenfalls. Die Odyssee begann in Salzburg. Gerade noch den Koffer aufgegeben – einen Augenblick später ein Blick auf die Flughafentafel – und siehe da: Flug nach Düsseldorf gestrichen. Ersatzlos. Wer jetzt auf Erklärungen via Mail der Airline von #AirBerlin gewartet hatte, wartet bis heute. Es kam keine. Auch auf Twitter – tote Hose. Niemand da, weder am Account noch am Schalter:

Und im Internet  – welches selbstverständlich alle Reisenden im Smartphone oder via Standleitung mit der Familie daheim aufgeblättert hatten, findet sich zeitgleich diese #Fake Anzeige:

angeblich eine Flugleistung, die auch zu haben war….

Wie gesagt: Kommunikation ist Trumpf. Ein Trumpf kann aber auch niederschmetternd ausfallen, wenn Kommunikation nicht stattfindet. Alle Wartenden hielten erwartungsfroh ihr Smartphone in der Hand – in der Hoffnung auf eine virale Ansage der Airline, wie es nun weitergehen sollte. Da die nicht kam, hieß es anstehen am Airport-Schalter. Umbuchung auf einen anderen Flug – einen Tag später. Ohne Garantie. Es blieb ja #AirBerlin.

Als Ersatz musste ein Übernachtung in einem Hotel her, Salzburg City – da kam ich gerade her und musste nun notgedrungen wieder dorthin zurück. Von AirBerlin selbst – immer noch keine Nachricht. Auch der Grund für das Streichen des Fluges war nicht bekannt. Gab es die Airline überhaupt noch?

Die Nacht also auf Kosten der Fluggesellschaft im Hotel verbracht. Wie viele andere Passagiere auch. Warten.

warten im Hotel

Am kommenden Morgen bangen – Bordkarte liegt zwar vor – aber wird man mitgenommen? Es soll überbucht sein, dieser Flug. Hallo #AirBerlin ? Jemand am Hörer?

Dann Boarding. Ein Platz ist sicher. Zwischenlandung in Berlin. Berlinankunft verspätet. Hetzen durch Tegel. #AirBerlin nach Düsseldorf – überbucht – heißt es wieder. Mann am Schalter völlig überfragt. Die genervte Gruppe organisiert sich selbst. Schließlich anstehen und boarding. Immer noch schweigt die Airline. Das Canceln von gestern ist wahrscheinlich bereits vergessen. Der Hashtag und Twitteraccount von #AirBerlin ist sehenswert – eine Mischung aus kommunikativem Sprengstoff und Frust vieler Reisenden. Einseitige Kommunikation – Einbahnstraße. Lesen das nicht auch die Analysten und Gesellschafter? Ich bin nachdenklich, wie lange eine Fluggesellschaft Kritik öffentlich so aushalten kann, ohne wesentlichen Schaden zu nehmen.

Ankunft in Düsseldorf – nach verspätetem Start. „Startslot“ und so als Ursache. Man glaubt es kaum, aber zumindest der Pilot von #AirBerlin konnte sprechen.

Die Verspätung liegt jetzt schon bei 17 Stunden. Völlig ermattet trifft sich die kleine Odyssee-Truppe aus Salzburg wieder an der Gepächausgabe. Nr. 9 in Düsseldorf. Hier sollen unsere Koffer vom Band rollen…. Warten. Warten. Noch eine Runde. Keine Koffer. Jedenfalls nicht unsere.

Die nächste Station ist die vom Verlustservice am Flughafen. Gepäck wird vermisst. #AirBerlin schweigt nun schon seit Stunden. Das Bodenpersonal jedoch schweigt nicht mehr: es wäre besser, wenn die endlich Pleite gingen – dann hätten wir hier nicht so viel Ärger:

Heimreise ohne Gepäck. Ankunft nach 28,5 Stunden. In der Zeit hätte ich nach Australien reisen können, um Kängurus zu streicheln – so eine WhatsApp-Nachricht eines Freundes. Das Gepäck: Es solle in den nächsten Tagen per Kurier geliefert werden. Zwei Tage später klingelt ein sehr freundlicher Mann mit chinesischen Wurzeln an meiner Haustür. Ich öffne, er lächelt mich freundlich an und überreicht mir: meinen Koffer. „Ihr Gepäck ist da!“ – dreht sich um und geht schon wieder. Ich bedanke mich herzlichst. Und denke in der Form Satire „Mein Gott, war mein Koffer etwa noch mit #AirBerlin in China?“

Kommunikation im digitalen Zeitalter ist essentiell. Alle Reisenden organisieren sich via Smartphone – sie sind jederzeit kommunikativ und erreichbar. Wenn also eine pannenhafte Airline partout nicht kommunizieren will – dann richtet das Schaden an, der nicht wieder gut zu machen ist. Denn die Welt kommuniziert. Sogar solche, die mehr Beachtung bekommen als normale Reisende – das wirkt sich aus – auf künftige Buchungen. Ohne #AirBerlin: