Solidarität – gilt hier nix

Nur mal so hinter die Karten geschaut:

Die Podiumsdiskussion am 1. September auf Einladung der IHK in den Räumen der Bertelsmann Stiftung habe ich abgesagt. Ich möchte unabhängig bleiben, man könnte mir Vermischung von Beruf und Privat vorwerfen.

Ich hatte die Gegenkandidaten um Solidarität gebeten. Auch sie wären befangen, fände die Diskussion bei ihrem Arbeitgeber statt, etwa im Rathaus, in der Sparkasse – oder im Theater. Jeder Beschäftigte versteht das sofort.

Die drei hatten mir Solidarität zugesagt, anzuregen, den Veranstaltungsort auf neutralen Boden zu verlegen.

Das Foto zeigt einen Himmel, der sich mit Wolken bezieht.

Dunkle Wolken über Schönwetterreden

Wie sieht das real aus?

Henning Schulz (CDU) – Nichts. Er hatte mir am letzten Sonntag versichert: „Ich melde mich Montag bei Ihnen!“ Aber: Bis heute ist keine Reaktion von ihm bei mir eingegangen, weder schriftlich noch mündlich. Am Freitag auf der Wirtschaftskonferenz: Kein Wort darüber.

Norbert Morkes (BfGT) – Nichts.

Matthias Trepper (SPD) – hat mir sein Mail an die IHK zur Kenntnis geschickt, in dem er darum bittet, den Veranstaltungsort doch bitte so zu verlegen, dass auch ich daran teilnehmen kann. Eine Antwort der IHK hat er wohl bis heute nicht bekommen.

Die IHK und der Unternehmerverband sehen sich von sich aus auch nicht in der Lage, flexibel zu reagieren.

Ja, ich habe zu spät abgesagt, hätte gar nicht erst zusagen dürfen. Aber Unabhängigkeit ist mir wichtig. Die Mechanismen eines Wahlkampfes sind erbarmungslos und da will ich aufrecht bleiben. Nein, ich bin nicht beleidigt. Ich kenne ja Politik. Ich kenne Institutionen. Ich weiß aber auch um die Notwendigkeit, dass sich etwas bewegt. Und ich erkenne, wo dazu der Mut fehlt.

Wahlkampf mündet in Materialschlacht

Noch zwei Wochen bis zur Bürgermeisterwahl. Alle sind auf den Beinen – die Materialschlacht hat begonnen. Ich allerdings mache da nicht mit – kann ich nicht (bezahle alles im Wahlkampf aus eigener Tasche) und will ich auch nicht.

Hier mein kurzer Videobeitrag:

Und wie immer mein kleiner Podcast zum Nachhören:

Digital: Mehr wäre besser

Die Pro Wirtschaft GT hat sich mit der 3. Wirtschaftskonferenz der digitalen Wertschöpfung gewidmet. Rund 120 Geladene waren der Einladung gefolgt.

Prominentester Gast war wohl der Wirtschaftsminister NRW, Garrelt Duin. Er hielt die Key Note und übergab auch 930.000 Euro Fördergeld für OWL und den Clustergedanken eines Technologiezentrums.

Launig bot der Minister ein Bild des digitalen Wollens: Auf seiner Agenda steht das Programm „Köpfe, Kooperation und Kapital“, wenn es um digitale Wertschöpfung geht. Dieser Ansatz bezieht sich aufs gesamte Land, nicht nur auf die Region OWL, der man allerdings eine Menge Möglichkeiten zutraut. Duin postulierte auch, NRW solle zum Digitalland Nr. 1 werden in Deutschland. Start-ups und Traditionsunternehmen müssten zusammen kommen, was besonders lokal gelinge. Fünf Zentren für digitales Netzwerken in NRW seien angedacht, man brauche Orte für Dynamik, wisse aber nicht, was dabei herauskomme. Unser Land solle zum Gravitationsfeld für Industrie4.0 werden. Und die Infrastruktur für die Gewerbegebiete und die Schulen müsse vorrangig sein, meinte er.

Am Abend lief übrigens im WDR unter Service-Zeit die Sendung „Wie schnell surft NRW?“ – mit wenig ermuntigenden Ergebnissen.

Macht man den DigitalCheck hier vor Ort, wird einem ganz anders ums Herz: Breitband etwa wurde von der Telekom ausgebaut. Wir reden hier über Vectoring, also den Überbau alter Technik, die in ein paar Jahren schon nicht mehr leistungsfähig ist. Hier aber lehnt man sich zurück und wähnt sich gut aufgestellt. E-Government: hier in Gütersloh ist man Modellkommune. Wenn jetzt der Prozess dazu abgelaufen ist, tja, was dann? Ein Konzept, wie E-Government auch innerhalb der Verwaltung in den Strukturen umgesetzt wird – ist mir noch nicht untergekommen.

Wir verschlafen viele digitale Impulse – auch das war sichtbar an vielen Reaktionen der Gäste, die Entwicklungen wie Google Maps, Apple Watch und Apps für Firlefanz von Nerds bewerten.

Mir wird bange ums Herz, wenn ich sehe, wie sich diese digitalen Themen nur im Schneckentempo überhaupt hier vor Ort bekannt machen und wie beharrlich sich gerade die politischen Entscheider wegducken. Sie feiern ihre Entscheidung zum Freifunk. Wahrscheinlich ist für sie jetzt erstmal damit Ruhe an der digitalen Front. Das wäre für die Stadt allerdings fatal.

Die Langversion des Posts findet sich auf „Blickpunkt aus Gütersloh“.

Wahlbeteiligung – Wählen Sie !!!

Heute hat das Stadtmagazin Carl und Gütersloh TV gefragt, was ich als Kandidatin zur Wahlbeteiligung sage. Ein kurzes Video dazu wird folgen. Ich wünsche mir sehr, dass die Gütersloher Bevölkerung auch zur Wahl geht. Immerhin ist diesmal die Auswahl an Kandidaten sehr gut. Wir sollten unsere Demokratie ernst nehmen und wählen gehen.

Das Foto zeigt das Team von Gütersloh TV und Carl beim Videodrehen.

Aufruf zur Wahlbeteiligung

Freifunk – auch in öffentlichen Gebäuden

Wir haben heute zusammengesessen und über Freifunk in Gütersloh diskutiert. Wie kann die öffentliche Hand das auch für sich nutzen und die öffentlichen Gebäude auch für Freifunk zur Verfügung stellen. Das Thema ist heiß diskutiert, es wird auch von den Parteien besetzt, die dazu im Rat einen Beschluss gefasst haben – der aber nicht umgesetzt wird. Die Verwaltung sperrt sich und argumentiert mit wenig guten Gründen dagegen. Der Diskussionsprozess dazu findet auch auf Facebook statt. Schwierig ist auch der Umstand, dass die Stadt hier eher IT-Regio favorisiert, an der sie aber selbst beteiligt ist.

Unser Gespräch habe ich auch auf Periscope aufgenommen. Hier mal reinschauen in das Video:

Das Foto zeigt die Diskussionsrunde in einem Cafe am Kolbeplatz.

Christian Heise, Detlev Buschkamp, Kai Siering, Ole Wintermann diskutieren.

Kandidaten-Talk im GT-Info

Eine weitere Diskussionsrunde hat auf Einladung des GT-Info in der Weberei stattgefunden. Fünf Kandidaten standen Rede und Antwort. Manche Fragen der Moderatoren Markus Corsmeyer und Peter Bunnemann ließen den Befragten für einige Sekunden das Blut in den Adern gefrieren, direkter ging es nicht. Themen waren vielfältig. Ich konnte einige Fragen zum digitalen Wandel darlegen.

Mal reinschauen in den Film, der als Aufzeichnung hier jetzt in ganzer Länge zu sehen ist.

Das Foto zeigt Szenen der Talkrunde.

Talk-Runde des GT-Info

Der Wandel zeigt sich bereits

Der digitale Wandel vollzieht sich bereits täglich in unserem Alltagsleben. Diese Woche habe ich einmal die Berichterstattung und die Fotos aus den traditionellen Lokalzeitungen vor Ort betrachtet und festgestellt: Selbst sie als traditionelle Printmedien nehmen Bezug auf diesen Wandel. Sie zeigen und berichten mittlerweile über Apps, die mehr und mehr entstehen. Beispielhaft: Freifunk App, Baby App, Bank App.

Das Foto zeigt eine Fotokollage von Apps aus den Lokalzeitungen.

Der Alltag wird digitaler Dank Apps.

Mein Reden: wir müssen über den digitalen Wandel auch in der Infrastruktur der Stadt und der Verwaltung nachdenken und diesen deutlicher ermöglichen. Dazu braucht es einen digitalen Kopf im Rathaus.

Grünen-Check der Kandidaten

Da bin ich bei den Grünen ausgetreten – meine Erklärung dazu habe ich 2012 veröffentlicht – und jetzt sitze ich als unabhängige und parteilose Kandidatin auf dem Podium der Grünen. Manchmal schreibt das Leben schöne Geschichten. Was bleibt, ist mein Interesse an Kommunalpolitik und meine Kritik an der schwarz-grünen Zusammenarbeit inhaltlicher Art als auch am Politikstil der Abschottung. Diese Kritik allerdings war nicht Gegenstand des Abends.

Ein „Grün-Check“ sollte alle Kandidaten auf den Zahn fühlen, Themenblöcke wie Mobilität, Konversion, Stadtentwicklung und Kulturförderung standen auf dem Plan. In dieser Woche wollen sich die Grünen über die Aussagen der Kandidaten beraten und ihre Einschätzung abgeben, wer von den 4 Befragten der Grünste sei. Also werden sie vermutlich eine Wahlempfehlung aussprechen.

Kandidatencheck bei den Grünen auf dem Podium

Wer will was? Und ist das Grün?

Ob ich denn noch halbwegs grün sei? wurde ich gefragt. Meine Antwort: „Ob man das halbieren kann, weiß ich nicht, vielleicht bin ich grün-marmoriert.“

Leider ist es sehr schwer, selbst dazu zu bloggen, wenn man als Kandidatin auf dem Podium sitzt, da kann ich kaum alles mitschreiben. Daher seien hier nur die Schwerpunktthemen benannt, über die wir uns immerhin 2,5 Stunden ausgetauscht haben, wie oben bereits geschrieben: Mobilität, Stadtentwicklung, Konversion, Kulturförderung. Hierunter fielen natürlich zahlreiche Einzelthemen wie TWE, ÖPNV, WLAN, Breitband, Gentrifizierung. Wir Kandidaten haben die Gelegenheit genutzt, auch miteinander hart zu diskutieren. Der kritischste Punkt war der zum Thema Freifunk in Gütersloh, für das ich mich seit langem einsetze, auf dem jetzt die etablierten Parteien surfen und das der CDU-Kandidat in seiner Rolle als Mitglied des Verwaltungsvorstandes ablehnen musste.

Immerhin war das Kesselhaus in der Weberei gut gefüllt und die Hörer haben ein langes Interesse bewiesen, viele Fragen wurden gestellt. Kritisch aber auch eine Anmerkung: Die Fragen hätten gerne auch ihre jeweilige Zugehörigkeit zum Parteigeschäft in Gütersloh gleich an den Anfang stellen dürfen, damit Klarheit herrscht für die normalen Bürger, wer da spricht und fragt.

Podiumabsage an IHK und Unternehmerverband

Heute habe ich die Presse folgendermaßen informiert:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Sie darüber informieren, dass ich meine Teilnahme am Podium der IHK und des Unternehmerverbandes am 1.9.2015 abgesagt habe.

Grund: Die Diskussion findet auf Einladung der IHK und des Unternehmerverbandes in der Bertelsmann Stiftung statt. Man könnte mir bei Teilnahme an der Stelle die Vermischung von Beruf und privatem Engagement vorwerfen. Ich würde meine Unabhängigkeit verlieren.

Ich hatte die IHK und den Unternehmerverband um eine Ortsverlegung gebeten. Die Veranstalter haben daraufhin meinen Kontrahenten mitgeteilt, dass das Podium ohne mich stattfinden wird.

Ich habe meine Gegenkandidaten um Solidarität gebeten.