Von Sensoren und Mauerwerk

Was für eine Erkenntnis!

Im Rahmen des Barcamps von #OffeneKommunenNRW in Wuppertal habe ich ein kurzes Tape mit Caspar Armster vom OKLab Bonn aufgenommen. Sein Steckenpferd ist wie meines auch der ländlicher Raum. Ich habe ihn gefragt, was man mit Daten, die über Internet of Things gewonnen werden, anstellen kann. Hier eine Kostprobe von Wasserdaten und Rissen im Mauerwerk.

 

 

Der ländliche Raum ist charakterisiert durch die Herausforderung, Raum und Zeit möglichst intelligent zu überbrücken. Gerade im ländlichen Raum ist es daher äußerst spannend, dafür Sensoren zu nutzen, Vernetzung voranzutreiben – und neue Muster zur Steuerung einzusetzen, die ein Leben dort langfristig möglich machen, ohne von Teilhabe abgeschnitten zu sein.

Berge und schnelles Netz

Wenn der Fahrer über einen Pass fährt und unten liegt eine tiefe Schlucht, er dabei das Handy am Ohr hält und mit 80 um die nächste Ecke braust – während ich schlucke und weiß um die Nase werde, er das mit „passt“ kommentiert – dann ist man angekommen.

Gleich beginnen die #KommunalenSommergespräche in #Österreich #BadAussee – freue mich drauf.

Das Foto zeigt das Kurhaus von Bad Aussee.

Kommunale Sommergespräche

Thüringen macht sich auf den digitalen Weg

Thüringen steht in den Startlöchern, eine digitale Agenda für das Land Thüringen zu erarbeiten. Eine Auftaktveranstaltung dazu fand gestern im Landtag in Erfurt statt. Getwittert wurde unter #r2gdigital.

Abschlussplenum Thüringen Digital, Foto: Stephan Jauch

Abschlussplenum Thüringen Digital, Foto: Stephan Jauch

Die drei regierungsbildenden Fraktionen Die Linke, SPD und Bündnis90/Die Grünen hatten zur Fachkonferenz „Thüringen. Digital. Gesellschaft.“ eingeladen. Die netzpolitischen Sprecherinnen Katharina König (Die Linke, MdL), Dorothea Marx (SPD MdL) und Madeleine Henfling (Bündnis90/DieGrünen MdL) waren Initiatorinnen. Julia Schramm moderierte, Minister Wolfgang Tiefensee (Digitale Gesellschaft) begrüßte.

Ich habe den Workshop zum Thema „Digitaler ländlicher Raum“ moderiert und mit einem Impulsvortrag in die Thematik eingeführt.

WS Ländlicher Raum

WS Ländlicher Raum, Foto: Stephan Jauch

Hier ein paar Impressionen:

 

Ironie und mit einem Augenzwinkern versehen: Den Workshop gab es noch analog auf Papier. Die Ergebnisse finden sich jedoch im Pad. Digitalisierung geht auf beiden Wegen.

Wie man Distanzen digital überwinden kann, zeigte der Skype-Talk mit Frank Rieger. Ein Frank Rieger als BitRieger, der so Familie und Beruf digital vereinbaren konnte. Remote.

Den Flyer zur Veranstaltung gibt es hier. 

Digitale Region – aus dem Land, für das Land

Wie überlebt der ländliche Raum im digitalen Wandel? Wir haben hier einige zentrale Handlungsempfehlungen und Anregungen gebündelt:

Colab Internet und Gesellschaft #digitaleRegion

Hintergrundbericht (klein)

Hintergrundbericht

Executive Summary

Das Foto zeigt die Broschüre DigitaleRegion.

Aus dem Land – für das Land

Das Netzwerk und seine Expertinnen und Experten stehen gerne zur Diskussion oder Begleitung zur Verfügung.

 

Was wäre Deutschland ohne ländlichen Raum?

Städte stehen im Rampenlicht, sie wachsen, sie sind sexy – und profitieren von Vielfalt und Modernität. Ländliche Räume führen dagegen eher ein Dasein wie Aschenputtel – sie stehen vor der Bewältigung großer Herausforderungen wie Landflucht, dem demographischen Wandel, Arbeitsplatzschwund, fehlende Mobilität, fehlende Gesundheitsversorgung und dergleichen. Die Probleme sind bekannt. Die 11. Initiative des Colab Internet und Gesellschaft hat Antworten entwickelt, wie digitale Strategien den ländlichen Raum am vitalen Leben (er)halten können und Teilhabe sichern. Wir haben heute die Ergebnisse in Berlin präsentiert.

Das Foto zeigt die Abschlussveranstaltung vom Colab.

11. Initiative Colab #DigitaleRegion

Wie wird man zu einer Digitalen Region?

Antworten auf diese Frage geben über 70 ehrenamtliche ExpertInnen, die in einem fächerübergreifenden Netzwerk Ideen und konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt  haben. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Im Zentrum aller stand das Ziel, die Zivilgesellschaft zu stärken und Kommunen zu einem nach wie vor zentralen Ort für Leben und Arbeiten zu erhalten. Kommunen zu einem Kommunikations-, Erlebnis- und Gestaltungsraum zu machen. In einem kontinuierlichen Dialog zwischen Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft, Datenenthusiasten und Partizipationsprofis entstanden Ansätze, die in drei Regionalworkshops auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft wurden: raus aus dem Elfenbeinturm auf die Straße. Als drei Modellregionen machten Wennigsen/Deister, der Region Augsburg, die die Stadt Augsburg, den Landkreis Augsburg und den Landkreis Aichach-Friedberg umfasst, sowie Südniedersachsen den Praxischeck. Vom Chatbot bis zum digitalen Dorfkümmerer und der Einrichtung von Coworking-Spaces auf dem Acker ist eine ganze Bandbreite an praxisnahen Handlungsmöglichkeiten entstanden.

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In Gesprächen unter anderem mit Bürgern, Unternehmen und Verwaltungsverantwortlichen hat sich der große Bedarf an Wissenstransfer und Aufbau von Knowhow gezeigt, um vorhandene Ängste zu überwinden und um passende Ausgangspunkte für die eigene digitale Transformation zu finden.

Die Ergebnisse liegen in einer Summary vor ebenso wie in einem vertiefenden Hintergrundbericht. Beides ist als Download verfügbar – man schaue gerne hier:

Executive Summary

Hintergrundbericht (klein)

Hintergrundbericht

Wie definieren wir eine digitale Region?

Eine lange diskutierte Frage, war genau diese – und wir sind froh, eigene Kriterien entwickelt zu haben.  Eine Digitale Region ist man nicht, aber man kann eine werden. Aber liegt diesem Konzept nicht ein fundamentaler Widerspruch zu Grunde, weil die Prinzipien von Digitalisierung und Vernetzung die Eigenschaft haben, Raum und Zeit zu überwinden? Kann Internet überhaupt regional sein? Und was soll in diesem Kontext “regional” bedeuten? Das scheinbare Paradoxon lässt sich nach zwei Seiten hin auflösen: Einerseits steht “hinter” der digitalen Welt eine durchaus raumgebundene Teilhabestruktur. Andererseits kann man bei den Regionen ansetzen und sieht Digitalisierung hier als Lösung für spezifische regionale Herausforderungen.

Die Experten entwickeln fünf wesentliche Bausteine für eine digitale Region:

## Infrastruktur

Verbindender Baustein jeder regionalen Digitalstrategie ist insbesondere die intelligente Infrastruktur. Diese besteht aus dem schnellen Netzzugang über Glasfaseranschlüsse, W-LAN oder Mobilfunkverbindungen als aus sicheren Cloud-Infrastrukturen. Darüber hinaus sind es auch die traditionellen Infrastrukturbestandteile wie Straßen, Laternen oder Ampelanlagen, die mit Hilfe von Sensoren und der Nutzung eines intelligentes Netzes (Internet der Dinge) smart werden.

## Digitalisierung der Alltagserfahrungen

Bei den Anwendungen steht die Digitalisierung der Alltagserfahrungen im Mittelpunkt. Eine Agenda für die Digitale Region sollte Antworten auf nachhaltige und vernetzte Mobilität, dem digitalen Zugang und die digitalen Prozesse für Bildungs- oder Kultureinrichtungen oder auf die künftige Organisation von Gesundheitsdiensten und Pflegeleistungen geben. Daran hängen auch Fragen nach “Digital Literacy”, digitaler Zugang allein genügt nicht: Es bedarf der Kompetenzen, digitale Programme und Informationen zu nutzen.

## Wertschöpfung und Innovation

In den nächsten Jahren wird Digitalisierung und Vernetzung die Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts entscheidend verändern.  Wie werden Arbeitsformen dabei genutzt? Welche Elemente umfasst eine Innovationsstrategie im Hinblick auf Organisation, Technologie, Prozesse und Einstellungen?

## Partizipation und Transparenz

Bürgerbeteiligung und Transparenz stehen als Forderungen auf der politischen Agenda. Sie richtet sich auf die Beteiligungen im Verwaltungs- als auch im politisch-parlamentarischen Prozess. Der Aspekt Transparenz wirkt in zweifacher Hinsicht. Es geht darum, Digitalität selbst transparent zu gestalten. Das betrifft den derzeitigen Stand der intelligenten Infrastruktur, den man in Echtzeit erfassen und steuern können will. Angesichts immer neuer digitaler Anwendungen (Apps, Online-Plattformen, IoT etc.) sollten Fragen des Datenschutzes, also der Transparenz der digitalen Angebote gegenüber dem User, nicht aus dem Fokus fallen. Transparenz bezieht sich auf politisch-administrative oder politisch-parlamentarische Vorgänge. Transparenz soll in diesem Fall durch das Mittel der Digitalisierung grundsätzlich ermöglicht werden.

## Digitale Verwaltung

Verwaltung ist nicht mehr nur Ordnungs- und Dienstleistungsverwaltung, sondern als Bürgerverwaltung ein Teil der digitalen Gesellschaft, in der Kunden zunehmend auch zu Produzenten werden. Diese wollen mit öffentlichen Verwaltungen auf Augenhöhe kommunizieren und interagieren.

Habbel fragt - digitale Region antwortet

Habbel fragt – digitale Region antwortet

Appetit-Happen für weitere Ergebnisse in den AG-Schwerpunkten

Wir waren in den Schwerpunkten, Arbeit und Wirtschaft, Mobilität, Bildung, Politik und Verwaltung sowie Facing Fears unterwegs. Die Ergebnisse sind vielflältig, aber allen gemein ist diesmal: Wer den digitalen Transformationsprozess gestalten will, muss sich eines alten Mittels bedienen: Kommen Sie miteinander ins Gespräch! Wir haben in den letzten Jahren viel Zeit darauf zugebracht, voran zu gehen, ohne uns zu vergewissern, wie viele Menschen auf diesem Weg wir mitnehmen. Daher sind sehr unterschiedliche Geschwindigkeiten entstanden, die Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung eingeschlagen haben. Zu unterschiedlich sind daher nun die Kenntnisse, Kompetenzen und Chancen verteilt. Jetzt ist es an der Zeit für eine größere Mitnahme. Diese Erkenntnis ist auch ein Ergebnis der Praxischecks vor Ort.

Die Erdung in den besuchten Regionen und die Gespräche auf der Straße brachten die erstaunlich simple Erkenntnis: die Menschen verstehen nicht mehr, was die Berliner Blase da von sich gibt. Wir brauchen Bilder des Gelingens, der Möglichkeiten und eine einfache Sprache anstatt CargoKult und Buzzwords. Hier knüpfen vor allem die erstaunlichen Ergebnisse aus der AG Facing Fears an, die aus 48 zusammengetragenen Ängsten sieben Ängste besonders „gehighlightet“ haben – die heute aktueller sind denn je: Gläserner Bürger, Datensicherheit, Verlust an Medienvielfalt und -Kompetenz, ständige Erreichbarkeit durch den Arbeitgeber. Der digitale Wandel speist sich erkennbar nicht nur aus Kopf und Verstand, sondern Digitalisierung ist auch ein Bauchgefühl – ein Umstand, der leider bisher zu wenig berücksichtigt wurde.  

Wie geht es jetzt weiter?

Wir haben kein Erkenntnisproblem – wir haben ein Umsetzungsproblem. Die Ideen sind da, die Köpfe sind da – insbesondere im interdisziplinären Netzwerk des Colab – jetzt ist es Zeit, durchs Land zu gehen und die Lust auf Landleben zu erhöhen, in dem das Aschenputtel „Ländlicher Raum“ endlichen den richtigen Schuh an den Fuß bekommt.

Meine Abschlussrede habe ich daher auch mit den Wünschen garniert:

Will heißen: Geht raus ins Land und reicht den Menschen die Hand zum Austausch. 

Dann kann man auch nahtlos anschließen zu dem, was Sönke E. Schulz in seiner Keynote als Brückenschlag skizziert hat: von der Daseinsvorsorge zur E-Daseinsvorsorge. Die unten gestellte Frage wird dann um so deutlicher mit „Ja“ zu beantworten sein: 

Digitales – Bindemittel für den ländlichen Raum

Nichts überbrückt räumliche Distanzen so gut wie Digitales. Das gilt auch für den ländlichen Raum, das gilt auch und vor allem bei Teilhabe und Partizipation der Menschen. Digitales gewinnt nochmal an Fahrt, wenn es für den ländlichen Raum und für Menschen im Einsatz ist.

Ich habe dazu einen Beitrag im „Treffpunkt Kommune“ der Zeitschrift „dergemeinderat“ verfasst. Diesen kann ich hier nur verlinken, leider nicht einbetten.

der Schriftzug "Smart" auf einem Betonpfeiler im ländlichen Raum.

Smart – Digitales überbrückt.

Tenor: „Digitale Kommunikationsformen bergen viele Möglichkeiten, das Leben im ländlichen Raum zu beleben und die junge Generation an die Gemeinde zu binden. Kommunal orientierte Apps können helfen, den Alltag besser zu bewältigen und öffentliche Dienstleistungen gezielt an die Bürger zu vermitten.“

Ich kam auf diese Verbindung durch meinen digitalen Wahlkampf im letzten Jahr und die Idee, dass die Ortsteile eine eigne App für sich entwickeln könnten, um die quartiersspezifischen Wünsche der Einwohner besser zu kommunizieren und zu vernetzen.