Wasser wird knapp – hier und im Himalaya

Update vom 7. Juni 2017: Auch in Schweden ist der Wassermangel ein Thema. Die zuständigen Behörden haben das Motto ausgegeben, nur noch 30 Sekunden Duschen. Ein Beitrag schon von März 2017 dazu im SWR. 

Internationale Politik findet seine Entsprechung oft direkt vor unserer Haustür. Der Klimawandel ist so ein Thema. Längst klopft er direkt bei uns an die Tür. Ein Beispiel ist die Wasserknappheit in den Kreisen Herford und Minden in Ostwestfalen-Lippe. Trinkwasser ist knapp. Die verantwortlichen Verwaltungen warnen derzeit, Wasser möglichst sparsam zu verwenden, weil die Vorräte überschaubar vorhanden sind. Ursachen: trockener Winter und heiße Tage bereits im Mai. Wir sprechen nicht über Indien, Bangladesch oder Afrika. Wir sprechen über einen Landstrich mit mitteleuropäischem Klima in einer wirtschaftlich prosperierenden Region. Wasserknappheit findet bei uns statt.

Damit sind wir mit einem Thema konfrontiert, welches Verhaltensänderungen auch in unserem eigenen Lebensalltag notwendig macht. Der Umgang mit schwindenden Ressourcen ist uns neu. Es braucht Ideen und Technologien, wie mit dieser neuen Verantwortung umzugehen ist – und wie die Veränderungen intelligent steuerbar sind. Im wahrsten Sinne braucht es dazu mehr an künstlicher Intelligenz – Rechnerleistung, Daten, Datenauslese, Datenvisualisierung. Ein Beispiel könnte ein City-Dashboard sein:

Das Foto zeigt ein City-Cockpit auf der CeBIT 2017.

Daten intelligent nutzen

Ein solches Kontrollcockpit ist eine Webplattform, in die alle zur Verfügung stehenden Daten einfließen. In Echtzeit. Öffentlich einsehbar für alle. Quellen für solche Daten können sein:

  • Umweltdaten
  • Wetterdaten
  • Verbrauchsdaten der Stadtwerke
  • Energieverbrauchsdaten
  • behördlich erhobene Daten
  • zivilgesellschaftlich erhobene Daten

Aus diesen zusammengetragenen Daten entsteht ein Überblick, über den aktuellen Stand wie etwa über den Wasserverbrauch einer Stadt. Die Datenlieferung in Echtzeit lässt eine direkte Steuerung zu, die auf den aktuellen Bedarf reagieren kann: Jeder kann individuell reagieren, Entscheider haben eine Datenbasis als Entscheidungsgrundlage für das Gemeinwohl, die für jedermann nachvollziehbar ist. Bei Wasserknappheit könnte das bedeuten, dass etwa Schwimm-Pools nicht mehr mit Trinkwasser befüllt werden dürfen, oder Beete nicht mehr gewässert werden – oder wenn es ganz krass ausfällt, Duschen und Baden untersagt sind.

Das Foto zeigt eine Grafik, wofür wie viel Liter Wasser genutzt werden.

jeder Tropfen genutzt

In den frühen 80er Jahren habe ich in einem Wasserwerk gearbeitet. Schon damals war ablesbar, wie hoch der Wasserverbrauch in der Stadt insgesamt ist. Ein schönes Beispiel: Während eines Fußballspiels der deutschen Nationalmannschaft verbrauchen die Bewohner einer Stadt in der ersten und zweiten Halbzeit sehr wenig Wasser. In der Pause und direkt nach dem Spiel fließt um so mehr Wasser, weil dann erfahrungsgemäß die Nation auf die Toilette geht und die Wasserspülung benutzt. Das wissen die Wasserwerker – und sind darauf vorbereitet.

Neben Daten aus den Wasserwerken sind auch diese Daten von besonderem Interesse für die Steuerung – sie fristen aber leider bisher oftmals eher ein Dornröschen-Dasein: die GeodatenPortale der Kreise, in Verbindung mit Daten, die auf Ebene der Bundesländer erhoben werden und vernetzt sind. Sie sind wichtige Lieferanten von gebündelten Informationen und damit essentielle Entscheidungshilfen.

Das Foto zeigt die Landkarte von MInden mit den Pegelständen der Flüsse.

Daten nutzen

Es finden sich Umweltinformationen in Kartenform mit vertiefenden Informationen wie etwa Wasserqualität der Flüsse, Pegelstände, Niederschlagsdaten, Verortung von Grundwassermessstellen etc. Alle Informationen zusammen genommen ergeben ein Bild der aktuellen Situation der Wasserversorgung einer Region. Unerlässliche Daten, will man künftig unmittelbarer steuern und Verbrauchsstände intelligent anpassen. Man muss sie nur zusammentragen, kennen und auswerten. Eine Aufgabe, die sich über ein City-Dashboard hervorragend realisieren lässt.

Minden und Himalaya – vereint 

Ungeachtet dessen, bleibt die Aufgabe, das Schwinden von Wasservorräten grundsätzlich im Blick zu behalten. Der blaue Planet hat bereits heute große Probleme mit Wasser. Ein Umstand zeigt sich gerade im Himalaya, dem höchsten Gebirge der Welt. Hier schmelzen die 46.000 Gletscher schneller als gedacht, Wasser entweicht, Wasser wird knapp. Der Einsatz von neuer Technik macht es möglich, diese Vorgänge genauer zu untersuchen: Datenanalysen, Drohnen, die über die Gletscher fliegen und umfassendes Datenmaterial sammeln können, so dass Verläufe ganz anders visualisiert werden können und mehr Erkenntnisse liefern.

Wir lernen:

Klimaschutz, Solarenergie, Windräder, Heizung, Wasser, Verbrauch insgesamt – alles ist miteinander verbunden. Künftig sind Sensoren zu deren Verbrauchsmessung miteinander vernetzt und kommunizieren miteinander. Künstlicher Intelligenz kann dabei helfen, Infos so ermitteln und aufzubereiten, dass weniger intelligente Menschen ihre Fehler früher korrigieren können – oder sie bezogen auf das Weltklima gar nicht erst mehr begehen. Daten in Echtzeit von hier und heute helfen, unsere Zukunft zu verbessern. Zeit fürs Handeln.

Industrie 4.0 – Arbeit 4.0 – Mensch 4.0

Die CeBIT zieht Jahr für Jahr digitale DNA nach Hannover. Aber immer mehr auch das interessierte Publikum, welches sich für die zunehmende Digitalisierung in ihrem Alltag interessiert. So wie ich.

Hier mein kleiner Eindruck von einem rein digitalen Arbeitsprozess in einer eigens für die CeBIT simulierten Produktionskette von Yasakawa Europe (Eschborn), ein Unternehmen, welches Robotertechnik, Anlagenbau, Antriebstechnik etc. im Programm führt. Von hier aus wird digitales Denken und Produzieren in die Werkhallen weltweit exportiert.

Ziel der beeindruckenden Vorführ-Anlage: die Zuschauer konnten sich auf einem Tablet ein „Auto“ der Wahl aussuchen: pink, orange, blau, grün oder schwarz. „Mein Auto“ sollte ein grünes sein – so tippte ich den Wunsch auf dem Tablet des Vorführers ein. Die Roboter stellten dies innerhalb von 9 Sekunden her. Die Arbeitsschritte: Aussuchen der notwendigen Bestandteile, Zusammenfügen und Auslieferung über Band. Einziger menschlicher Handgriff: das Überreichen an den staunenden Messebesucher.

Die Produktion bei „meinem Auto“ lief dabei aber nicht ganz reibungslos. Es hakte in der Zusammenführung von Unterbau und Dach. Bei der Auslieferung auf Band musste ein klein wenig nachgeholfen werden, durch eilig herbeihüpfende menschliche Hilfe wurde die beiden Elemente nochmals kurz festgesteckt – bevor ich es aus der Produktion in Empfang nehmen konnte. Will sagen: künftige Kunden entscheiden mit, wie ihr Produkt aussehen wird. Künftige Produktion wird eine durch Arbeit 4.0 sein: Nur noch hochspezifizierte Fachkräfte sind am Werk, die Fertigung verläuft digital. Künstliche Intelligenz verrichtet die schwere Arbeit, künstliche Intelligenz steuert. Der Mensch macht derweil anderes – jedenfalls nicht mehr im Blaumann produzieren. Wir müssen längst umdenken, was Arbeit künftig bedeutet: Unsere Definition über Arbeit wird anders aussehen, Bezahlung wird anders sein müssen, Ausbildung wird digital sein.

Das Foto zeigt ein Spielzeugauto auf meinem Notebook.

digital montiert, geliefert

 

Mensch und Maschine – eine Annäherung

Wir interagieren mit Maschinen. Wir kommunizieren mit Maschinen. Noch sieht das ungelenk und skurill aus. Die Fortschritte allerdings sind enorm, die Tore der Forschungslabore öffnen sich weiter und weiter. Ein kleiner Geschmack auf mehr:

Nadine – künstliche Intelligenz in Bestform

Roboter – ein Thema nimmt Fahrt auf. Es gibt kaum einen Bereich in unserem Leben, in dem sie nicht zum Einsatz kommen. Faszinierend, wie weit die künstliche Intelligenz vorangeschritten ist. Bei meinem Besuch im Heinz-Nixdorf-Forum in Paderborn, in der Ada-Lovelace-Ausstellung, fand ich jetzt eine Gattung von Roboter vor, die mich allerdings richtiggehend fasziniert hat: „Nadine“ – ein humanoider Roboter.

Das Foto zeigt den Roboter Nadine.

Das ist Nadine.

Nadine ist ein Roboter, der nicht nur aussieht wie ein Mensch, er soll sich in gewissen Situationen auch so verhalten wie ein Wesen aus Fleisch, Blut und Seele. Nadine wurde ihrer Schöpferin Professor Nadia Magnenat-Thalmann nachempfunden. Gerade noch saß „Nadine“ in der Nanyang Technological University in Singapur, jetzt erwartet sie die „normalen Menschen“ in der Ausstellung in Paderborn.

Es war wie Science Fiction in Echtzeit: Als ich dem Androiden begegnet bin, dachte ich für einen ganzen Augenblick, da sitzt ein echter Mensch in der Ausstellung und wird uns gleich etwas am Rechner vorführen. Dann trat ich vor Nadine und wusste, es ist ein Roboter! Aber so unglaublich menschlich, mit Blickkontakt, mit einer leichten Drehung des Kopfes in meine Richtung. Die Augen reagieren, suchen den Blick. So interagiert sie, mit Sprache und mit Emotion. Außerdem kann sie sich merken, wen sie schon mal getroffen hat. Sie spricht englisch und deutsch.

Hier ist „Nadine“ in Aktion (Video von Paderborn, meine Stadt). Ihre intelligente Sprachsteuerung ist Siri von Apple und Cortana von Microsoft nachempfunden:

Künstliche Intelligenz erwacht

Das Foto zeigt eine Figur aus dem Film Metropolis.

Metropolis – früher Traum von KI

Der künstliche Kollege „Roboter“ durchdringt immer mehr Lebensbereiche unserer Alltagsgestaltung. Im Wegweiser Kommune-Blog habe ich über die Ausstellung in der DASA zu „Robotern“ geschrieben. Hier verlinke ich daher nur.

Als kleiner Appetithappen aber auch noch dieser kurze Streifen, wie Roboter in der Ausstellung als Helfer agieren: