Feinstaub – Offene Daten retten Leben

Immer wird darüber diskutiert, wozu #OpenData taugt. Was macht man mit Daten, die offen sind und für alle zugänglich? Ein wunderbares Beispiel dafür ist die Feinstaubmessung. Feinstaub – ist eher ein Begriff, der eine wegwerfende Handbewegung zur Folge hat. Was geht mich das an? Feinstaub aber hat es zu morbidem Ruhm gebracht: Je höher die Konzentration von Feinstaub in der Luft ist, desto höher ist die Sterblichkeit für den Menschen. Auf der Website des Umwelt Bundesamtes findet sich dazu:

Die durch Feinstaub für die Bevölkerung induzierten gesundheitlichen Folgen werden durch Schätzung der Krankheitslast ermittelt. (…) Die vorliegenden Schätzungen kommen zum Ergebnis, dass im Zeitraum 2007-2014 im Mittel jährlich etwa 45.300 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub verursacht wurden.

Es ist also im Interesse eines jeden Einzelnen zu erfahren, wie hoch die Feinstaubbelastung in seiner Umwelt ausfällt. Nur: Feinstaubmessungen gibt es lediglich an sehr wenigen Messpunkten. Mit Hilfe von OpenData ändert sich das. Frank Riedel und viele Aktive aus dem OKLab Stuttgart zeigen mit OpenData auf der Website von Luftdaten.info , wie sich Luftverschmutzung durch Bürgermessungen erfassen und visualisieren lässt.

Das Foto zeigt die Einzelteile für eine Feinstaubmessung in Bürgerhand.

Selbst ist der Mensch – Bausatz für Feinstaubmessung leicht gemacht, Foto: Wiedemann

Das OK Lab Stuttgart als Teil der OKF widmet sich mit dem Citizen Science Projekt luftdaten.info der Feinstaub­messung. Hier heißt es:

Du und 299 Paten installieren selbst gebaute Messgeräte an der Außenwand ihres Hauses. Aus den übermittelten Daten generiert luftdaten.info eine sich ständig aktualisierende Feinstaub-Karte für die gesamte Region. So wird Feinstaub sichtbar…

Mit den Feinstaubsensoren in Eigenbau werden also die spärlich offiziellen Feinstaubmessstationen durch inoffizielle Feinstaubsensoren in Bürgerhand ergänzt, deren Anzahl ständig wächst. So entsteht eine flächendeckende Messung. So entsteht eine flächendeckende Vernetzung, die schließlich ein umfängliches Bild ermöglicht und damit aussagekräftig wird. Mit Daten lässt sich klar belegen, wo genau Feinstaub wie hochkonzentriert die Luft verpestet. Feinstaub ist damit ein hoch politische Thema. Und ein Thema, an dem der Mehrwert von offenen Daten sehr einleuchtend wird.

Daten sind so nun nicht nur transparent für Verwaltungen und Politik, sondern eben auch für die Allgemeinheit, die auch an der Erhebung maßgeblich beteiligt ist. Werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, ist es Zeit zu handeln. Daten erhöhen politischen Handlungsdruck.

Erinnern wir uns, wie aktuell Feinstaub in unserem Leben ist: Wir haben gerade den Abgas-Skandal von Volkswagen (VW) und weiteren führenden Automarken erlebt. Ein Weltkonzern pfeifft auf die Gesundheit der Menschen und manipuliert Autos und Abgaswerte, um Profit zu machen. Mit Feinstaubmessungen in der Erhebung durch Viele ist jetzt ein wirksames Instrument entstanden, diesen Missständen verursacht durch Wenige auf Kosten von Vielen Einhalt zu gebieten. Datenevidenz macht das perfide Spiel der Täuschung noch offensichtlicher – und politisch unverantwortbar. Tote Menschen durch Feinstaub will kein Politiker verantworten müssen.

Wie die Sensoren gebaut werden können, beschreibt das OKLab Stuttgart hier. 

Mein Tipp: Feinstaub ist in praktisch jeder Stadt ein Thema. Jede Kommune sollte einen Workshop anbieten, wie diese Sensoren zu bauen sind. Das OKLab Stuttgart hilft bestimmt. Ein wunderbarer Beitrag für Open Government.

Transparenz als Kunst-Stoff

„Transparenz ist kein Gemüse“ – drei junge Künstler laden zu einer Ausstellung ins Kreishaus nach Gütersloh. Micael Goncalves Ribeiro, Marvin Wunderlich, Yasin Wörheide.

Transparenz ist dabei ihr Kunst-Stoff. Open Government in Form von Kunst und Performance. Irritierend und verlockend.

Das Foto zeigt eine Fensterscheibe mit Schriften drauf.

freies Schreiben auf Verwaltungsglaswand

Ein Ort, der sich ansonsten erwartungskonform verhält und wenig Raum für Interpretation bietet, eine Kreisverwaltung, wird zum Ort des Regelbruchs.

Freies Schreiben auf der Glasfront des transparent gestalteten Verwaltungsgebäudes – lässt darüber nachdenken, wie transparent denn eigentlich das ist, was hinter den Wänden passiert. Regeln sind das Thema: kann man Regeln brechen? Muss man nicht? Ist permanente Grenzüberschreitung von Regelwerk nicht notwendig zur Weiterentwicklung von Gesellschaft? Die Drehtür als Eingangsbereich wird eingehüllt in Schrift, die keiner entziffern kann, durch die aber jeder eintritt und damit Teil des Regelwerkes wird.

Das Foto zeigt eine Kunstinstallation mit Tapete und Legomuster vor Bürotür.

sind wir nur Teile ?

Kann der Open-Government-Gedanke überhaupt greifen, in einer Welt, die sich geradezu dadurch auszeichnet, gesetzeskonform zu sein? „Der Mensch braucht den totalen Verlust“ – heißt es in der begleitenden Broschüre zur Ausstellung. Stellen wir uns einfach vor, wie Verlust von etablierten Sicherheiten ausfallen würde, um einen Kulturwandel zu meistern weg vom Bürger als Bittsteller hin zur Kooperation, hin zur Koproduktion. Das „Pfeiffen der Vielen“ als Installationskunst mit Luft fällt dabei besonders auf, nicht nur weil es laut ist – sondern, weil es auf der Etage des Landrates installiert ist – und der das zulässt. Kunst ist eben nicht ein bloßer Spiegel, den man der Gesellschaft vorhält. Kunst ist Aufbruch.

Die Ausstellung ist mit ihrer Offenheit gelungen. Respekt!

das Foto zeigt ein Wandgemälde.

Grau und schwarz – was macht das mit den Menschen?

Wie #open ist NRW

UPDATE vom 8. April 2017: auf der Homepage von #OffeneKommunen gibt es dazu mittlerweile etwas mehr zu lesen und zu sehen. 

Wie #open ist NRW? Dazu hatten wir von #OffeneKommunenNRW bereits in der letzten Woche nach Wuppertal eingeladen:

Vor der Landtagswahl in NRW im Mai sprachen wir darüber mit den im Landtag NRW vertretenen Fraktionen: Matthi Bolte (MdL Grüne), Robert Stein (MdL CDU), Marcel Hacke (MdL FDP), Frank Herrmann (MdL Piraten) sowie Jasper Prigge (Landtagskandidat NRW der Linken). Diskutiert haben auch: Hartmut Beuß als Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnik (@CIONRW) und Panagiotis Paschalis als Beigeordneter der Stadt Wuppertal für Bürgerbeteiligung und E-Government. Die SPD war nicht vertreten, Termingründe standen im Weg. Moderiert wurde von Marie Jansen und #OKNRWGründer Dieter Hofmann. 

Das Foto zeigt Diskutanten.

Wie #Open ist NRW?

Die Veranstaltung wurde gestreamt. Ein Zusammenschnitt zum Nachsehen und – hören gibt es in der kommenden Woche von YounectProduction auf der Website von #OffeneKommunenNRW – nebst Einzelinteriviews u.a. von Hartmut Beuß.

Erstes Fazit schon hier: Alle sieben Geladenen verstanden und zeigten sich als Treiber für eine Politik des Open Government. Die Frage, wie #open ist denn NRW beantworteten sie mit einem selbstbewussten „sehr“. Diagnostiziert wurde durchweg von allen, dass sowohl Politik als auch Verwaltung gerade einen regelrechten Kulturwandel durchlaufen an dessen Ende bestenfalls Open Government stehen wird.
Ferner: #OpenGovernment ist offenbar ein Thema, welches kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen  zu sein scheint. Bisher wird es eher als ein Nischenthema für Nerds oder eine eingeschworene Community behandelt – ein politischer Brückenschlag in den Lebensalltag der Menschen ist noch nicht gelungen. Zumindest was die Begrifflichkeit angeht – während die Forderungen und Inhalte wie Transparenz und Koproduktion und Beteiligung in der Bevölkerung immer stärker erwachen. Es ist also eine große Aufgabe für die Landespolitik, den Weg auch in die Kommunen zu finden und mit Impulsen der Landespolitik zu befeuern. In dem Punkt herrschte Einigkeit. 

Hier ist eine Bilderstrecke von Stefan Kottas auf Flickr. (Danke dafür.)

270 Empfehlungen für den Nationalen Aktionsplan OGP

270 Empfehlungen haben wir als Zivilgesellschaft für den Nationalen Aktionsplan Open Government Partnership Deutschland eingereicht. Es ist eine 360-Grad-Betrachtung aller Lebensbereiche der Menschen geworden hin zu einem offenen Regierungs- und Verwaltungshandeln. Ein Kulturwandel.

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Ich bin Thementreiberin für die Bereiche „Gesundheit“ sowie „Zivilgesellschaft“ und arbeite auch in den Themenfeldern „Künstliche Intelligenz und Kontrolle von Algorithmen“ sowie „Digitale Offenheit in der Arbeit von Verwaltungen“ mit.

Reinklicken und lesen (97 Seiten)

Zum Hintergrund hier unsere kurze Info von der Website des OGP Deutschland:

„Im Dezember 2016 hat die deutsche Bundesregierung mit einer Erklärung der Bundeskanzlerin die Teilnahme an der Open Government Partnership (OGP) bekannt gegeben: „Wir teilen deren Ziele und freuen uns, zu einem globalen Ideenaustausch zu den vielfältigen Themen im Bereich Open Government beitragen zu können. Eine offenes und transparentes Regierungs- und Verwaltungshandeln ist ein wichtiges Element guten Regierens im 21. Jahrhundert. Wir sind zuversichtlich, mit unseren Erfahrungen und durch die Zusammenarbeit mit Ihnen einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Open Government Partnership leisten zu können.“ Die Teilnahme an dem internationalen Zusammenschluss, dem weltweit inzwischen 75 Länder angehören, ist ein Ziel, für das sich der “Arbeitskreis OGP Deutschland” seit 2011 eingesetzt hat. Zivilgesellschaftliche Organisationen, Parteien, Wissenschaftler und andere Engagierte haben gemeinsam auf diesen Beitritt hingewirkt. Die Beitrittserklärung ist aber nur ein erster Schritt, um offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln langfristig zu etablieren. Mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Mitgliedschaft beginnt die eigentliche Arbeit für Regierung, Verwaltung und die Zivilgesellschaft. Zunächst muss die Bundesregierung einen nationalen Aktionsplan erarbeiten, der den Rahmen für die Arbeit der nächsten zwei Jahre setzen wird. Die kommenden Monate sind daher entscheidend für den weiteren Weg, den Deutschland in der Open Government Partnership beschreiten wird. Deshalb beginnt auch für uns als Arbeitskreis die nächste Phase der Zusammenarbeit. Wir möchten Regierung und Verwaltung einerseits mit unserer Expertise und Tatkraft unterstützen, andererseits aber auch die Interessen der Zivilgesellschaft in den Prozess einfließen lassen. Unsere Rolle als kompetenter, unabhängiger Partner der Bundesregierung möchten wir in diesem Zusammenhang stärken und ausbauen.“

Open Data auf der Siegessäule?

Open Government und Open Data – der Kreis der Aktiven ist leider noch eher klein, die Themen nehmen aber deutlich an Fahrt auf und zeigen eine hochaktuelle Relevanz. Tapfer trifft man sich zum Austausch, um den Kulturwandel innerhalb der Verwaltung sowie auch in der Zivilgesellschaft hin zu einem offenen Verwaltungs- und Regierungshandeln zu gestalten. Gestern gab es ein Expertengespräch dazu in der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin. Danke an das Orgateam dort, insbesondere an Dr. Pencho Kuzev für sein wunderbares Papier mit den wichtigsten Punkten zu Open Gov und Open Data. Eine Empfehlung für Einsteiger!

Mit von der Partie mit anschließendem Rundgang um die Siegessäule, weil das ein wunderbares Symbol sein könnte für den Einzug von Open Government:

Thomas Tursics, Oliver Rack und Claus Arndt:

Das Foto zeigt Open Data Aktive im Selfie.

Claus Arndt, Oliver Rack, Thomas Tursics

Das Foto zeigt die Siegessäule in Berlin.

Open Data bald auch in Gold?

Hackday Moers #ODDMO17

Update vom 4. Februar 2017:

OpenData ist unbedingt auch etwas für Kinder und Jugendliche. Schaut dazu den @derArndt im Video von #OffeneKommunenNRW ab Zeit 10:07 –

Es kommt auf Euer Engagement an. Daher: 

Es wird wieder gehackt: der nächste Hackday in Moers ist in Sicht und terminiert:

am 18. und 19. März 2017     im Rathaus Moers 

Sa.: 10 – 20 Uhr
So.: 10 – 17 Uhr

Das Foto zeigt zwei Kinder vor dem Rechner

Children – Foto: Website Hackday Moers

Hier findet sich das Programm und alle Details.

Am Vor-Abend des Hackday Moers findet zum 2. Mal der „Wirtschaftstalk“ statt. Ich habe die große Freude, diesen zu moderieren:

Smarthpones, Apps, Soziale Netzwerken und Co.: Der Umgang mit den spannenden Angeboten der digitalen Welt will gelernt sein.

Freitag, 17. März, 18 – 19.30 Uhr, Rittersaal des Moerser Schlosses

Will man sie verantwortungsbewusst und sicher einsetzen, braucht es Medienkompetenz.
In der letzten Zeit prägen Meldungen über Fake News, Hasskommentare, Sicherheitslücken und die Diskussion über ein Pflichtfach Informatik die öffentliche Debatte.
Spaltet Digitales unsere Gesellschaft in Digitale Natives und Uniformierte? Müssen Schüler*innen programmieren lernen, um den Anforderungen der Zukunft gerecht werden zu können?
Ist Schule noch der Ort, an dem diese Kompetenzen vermittelt werden? Wagen sich immer noch zu wenig Frauen und Mädchen an IT-nahe Themen heran? Können Open Data und die Aktivitäten der Community einen Beitrag zur Stärkung der Medienkompetenz leisten? All diese Fragen und mehr werden in unserem Talk zum Hackday 2017 kontrovers erörtert.“

Teilnehmende:

Kordula Attermayer, Referat Digitale Gesellschaft, Medienkompetenz, Staatskanzlei NRW
Prof. Ulrich Greveler, Hochschule Rhein-Waal
Thomas Nolte, Lehrer am Moerser Gymnasium Adolfinum und Beteiligter am Projekt Open Data und Schule
Moderation: Dr. Anke Knopp, Autorin und als Freiberuflerin unterwegs für den digitalen Wandel

Der Talk findet in Kooperation mit dem Grafschafter Museum statt.

Ich freu mich drauf – Gäste und Interessierte an allen Tagen und zu allen Programmpunkten sind herzliche willkommen.

Talk mit eGovernment Podcast

Open Data? Das is doch bestimmt gefährlich, oder?! Da kann doch jeder drauf zugreifen und Schindluder treiben, nich wahr? Ja, genau so ist es – nicht.

Die Macher vom eGovernment Podcast – Torsten Frenzel und Matthias Fein – hatten mich zum Podcasten eingeladen. Thema: Open Data.

Entstanden ist eine launig schöne Unterhaltung dazu. Gerne reinhören. 

Übrigens kann man den EGovernmentPodcast auch abonnieren.

eGovernment - soll keiner sagen, er hätte es nicht gewusst

eGovernment – soll keiner sagen, er hätte es nicht gewusst

 

Astro-Alex und Behörde – wer ist on ?

Astro-Alex erreichbar, die Behörde aber nicht?

Zivilgesellschaft formuliert Manifest für “offenes Regierungshandeln in NRW”

Digitales Leben - come in and find on

Digitales Leben – come in and find on

Was haben Digitalisierung und offenes Regierungshandeln miteinander zu tun? Bisher wenig. Ein Beispiel: Mit Astro-Alex im All kann man digital kommunizieren. Mit der eigenen  Behörde und der Politik vor Ort  aber nicht. Basis an All geht – Basis an Erde aber funktioniert nicht? Die Lebenswirklichkeit der Menschen, die zunehmen digital leben und arbeiten, prallt auf eine Welt, die im Grunde noch völlig analog funktioniert. Ein zweites Beispiel: Heute könnte jeder eine Ferienwohnung online buchen. Weltweit. Das notwendige Instrument liegt in der Hand: ein Smartphone. Das kleine Ding beherbergt ein ganzes Universum an Möglichkeiten. Nur auf dem Amt bleibt es funkstill. Wer sich etwa ummelden will, muss dafür real im Amt erscheinen. Und warten. Digitalisierung der Bürger und die Lebenswelt von Staat und Verwaltung fallen auseinander. Dabei regeln gerade Staat und Verwaltung das gesellschaftliche Zusammenleben. Die Rufe nach Beteiligung und neuen Formen der Zusammenarbeit werden daher immer lauter. Die Rufe nach offenem Regierungshandeln auch. Die Menschen wollen mitreden und gestalten.

Die Puste geht aus

Offenbar sind sie nicht mehr einverstanden mit dem, was Regierungshandeln bisher bedeutet. Diesem alten Modell geht die Puste aus. Ihm bleiben die Menschen fern, das Staatsverständnis ändert sich: Die Bürger erwarten Transparenz und Offenheit in den Entscheidungsprozessen und Möglichkeiten zur Beteiligung. Die globalen Probleme wie Flucht und Vertreibung, Klimawandel oder der demographische Wandel können Politik und Verwaltung nicht alleine lösen. Das Wissen und die Initiative der Bürger und Unternehmen müssen einbezogen werden. Ein Beweis, was eine Gesellschaft leisten kann, hat die Bewältigung der Flüchtlingskrise gezeigt. Während der Staat noch nachdachte, packten die Menschen vor Ort an, vernetzten sich digital und halfen konkret und in Echtzeit. Ein anderer Ansatz ist die Nutzung von öffentlichen Daten, Open Data genannt. Da entwickeln kreative Tüftler Anwendungen, die das Leben der Menschen ein Stück weit besser machen. “Mobile Retter” etwa ist so eine App: Helfer vor Ort sind registriert und sofort aktiv, wo jede Sekunde zählt. Oder auch Apps mit Wetterdaten vor Ort, die vor Unwettern warnen. Nicht zu vergessen die lokalen Parkplatzsucher, die das unnötige Herumkurven umweltfreundlich vermeiden helfen. Die Ideen sind unendlich und die Verwaltung selbst ist der potentielle größte Nutzer und Nutznießer von Open Data.

Mensch steht im Mittelpunkt 

Aus dem Grund ist das Manifest für offenes Regierungshandeln entstanden. Zahlreiche Akteure aus der Zivilgesellschaft haben es geschrieben und an Politik und Verwaltungen im ganzen Land gerichtet. Es fußt auf vier Prinzipien. Es tritt ein für Offenheit, Zusammenarbeit, Bürgerbeteiligung und Transparenz in Nordrhein-Westfalen. Es ist ein Aufruf. Es ist eine Anregung, diese neue Form der Offenheit und Aufgeschlossenheit zu gestalten. Bürger, Politik und Verwaltung verhandeln neu, wie sie künftig zusammen wirken wollen. Teilhabe aller ist das Ziel. Der Mensch steht im Mittelpunkt, nicht die Technik. Technik ist nur das Mittel zum Zweck. Das Manifest und seine Autoren plädieren für ein offenes NRW.

Open Government Pakt beschlossen 

In dieser Woche  ist ein Open Government Pakt zwischen dem Land NRW und den Kommunen geschlossen. (Mehr dazu im kommenden Blog). Die Gelegenheit ist ideal, die Ideen aus dem OpenGovernmentManifest jetzt in die Tat umzusetzen. Das Rüstzeug ist da. Es kommt darauf an, sich in Bewegung zu setzen. Offenheit ist ein verbindendes Element. Dann klappt es künftig auch mit der Kommunikation zwischen Erde und Rathaus.

Hier geht es zur Homepage OpenGovernmentManifest NRW .