Wenn der Hundescheiß ´ne Tüte braucht…

… und man nicht weiß, wo die Beutel zu finden sind – dann kann man das in Wien den Wien-Chatbot via Smartphone fragen. Und er antwortet. Mit einem konkreten Hinweis, einer Quelle hin zu einer Straßenkarte und mit weiteren Hinweisen. Umwerfende Zugabe: der Wiener Schmäh, Informationen mit Lokalcollorit und einem Schuss Augenzwinkern. Nicht nur die Wiener lieben ihren Bot – auch die interessierte Öffentlichkeit schaut genau hin, was da in Smart City Wien wieder Wunderbares entstanden ist.

Wer die Stadt Wien etwas fragen möchte – kann das mittels Bot erledigen. Wo kann ich parken und was kostet das? Oder auch einfach nur nach den Öffnungszeiten im Rathaus fragen: Der WienBot gibt Auskunft – noch ist es eine Testphase, aber der neue Kollege lernt schnell. Mehr als 200 Anwendungen hat er korrekt drauf. Es kommen stetig mehr dazu.

Der Chatbot ist ein Facebook Messenger. Er funktioniert, weil er viele komplexe Sachverhalte aus den Fachverfahren, dem Amtsdeutsch übersetzt in einfache und für die Öffentlichkeit gut verständliche Sätze und Informationen.

Enstanden ist er, weil es zwei Enthusiasten gab, die den Bot mit einem Team entwickelt haben: Michael Rederer und Sindre Wimberger. Die Verwaltung in Wien hat sich einfach auf den Weg gemacht und ausprobiert – ein sicherer Weg zum Erfolg in der neuen Form des Arbeitens im digitalen Zeitalter.

Hier ein Screenshot der Kommunikation. Aber das eigene Ausprobieren ist noch viel interessanter. Einfach den WienBot im Messenger suchen und loslegen.

er weiß (fast) alles

Man kann dem Wienbot auch auf Twitter folgen @wienbot . „Hallo, ich bin der WienBot! Ich bin stets zu Diensten mit Infos rund um die Stadt Wien.“

Und hier noch eine kleine Kostprobe der beiden Tüftler Rederer und Wimberger auf dem Kongress Open Government Tag München 2017. Sie stellen den WienBot vor:


Es lohnt sich also immer, der Blick nach Wien. Nicht nur virtuell, sondern auch ganz real – vor Ort:

Das Foto zeigt das Kennzeichen von Wien.

Wien – antwortet digital

Open Government – Mode oder Muss?

Open Government leben – und Verwaltung innovativ denken. München bietet die Plattform zum Austausch: mit dem Open Government Tag 2017. Ich darf referieren zum Thema „Ist Open Government Mode oder Muss?“.

Open Government Tag München 2017

Moder oder Muss?

Vorweg die Beantwortung der Frage: Ja, Open Government ist ein Modethema. Die Avantgarde treibt die Inhalte seit Jahren vor sich her, die zur Zeit sehr gefragt sind: Öffnung von Regierungs- und Verwaltungshandeln, Transparenz, Partizipation, Digitalisierung, Interaktion mit dem Souverän, Revitalisierung der Demokratie, Innovation.

Damit sind die Werkzeuge von Open Government Antworten auf die großen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht: Gestaltung der digitalen Transformation, Globalisierung, Klimawandel, Demographischer Wandel, Spaltung der Gesellschaft in unterschiedliche Gegensätze u.a. auch digital und analog. Wir erleben in vielem einen Kulturwandel, eine Zeitenwende. Das braucht Gestaltung. Die Avantgarde der Gestaltung findet sich, vernetzt sich. Es sind die, die Veränderung als Normalität begreifen, die Digitalisierung als Chance verstehen, die digitale DNA und zivilgesellschaftliches Herzblut mitbringen und verbinden.

Runter vom Laufsteg 

Wir stehen an einem Punkt, wo aus einer Modeerscheinung getrieben durch Wenige ein Muss wird, welches den Laufsteg verlässt und längst auf die Straßen vor Ort gehört. Wir befinden uns im Modus des Schaulaufens und der Modenschau. Stoff zur Verarbeitung gibt es genug. Es fehlen kreative Schneider, also Handlung und Köpfe. Die technische Entwicklung und Vernetzung von „toter Materie“ ist mit dem Aufkommen von künstlicher Intelligenz und dem Internet der Dinge bereits etablierter als die gesellschaftliche Entwicklung dies für sich zu leisten vermag. Hier gilt es, den Anschluss nicht zu verpassen, um die Transformation zu gewährleisten, damit Teilhabe für alle gesichert bleibt. 

Open Data als Mode angekommen 

Im großen Themencluster Open Government zeigen sich Nischenthemen, die bereits tragbare Mode für die Gesellschaft bereitstellen wie OpenData. Die Wertschöpfung, die in dieser Thematik steckt, ist angetan, Veränderungen innovativ voranzubringen. Open Data als kreativer und agiler Treiber ist marktkompatibel und damit leichter zu verankern als weichere Faktoren des Open Government.

Gemeinwohl im Mittelpunkt 

Gleichzeitig erleben wir die Entfesselung der Märkte und das Zurücklassen der öffentlichen Daseinsvorsorge. Der Aspekt des Gemeinwohls muss neu aktiviert werden zum Wohle aller. Teilhabe aller gehört (wieder) in den Mittelpunkt. Mit den Instrumenten des Open Government stehen hier viele kreative Ideen und Werkzeuge zur Verfügung.

Kreativität in Kommunen 

Schließlich richtet sich der Blick auf die Kommunen vor Ort. Hier gibt es keine avantgardistischen Laufstege. Mode wird hier zur passgenauen modernen Bekleidung modifiziert, wozu Kreativität, Agilität und Mut gefragt sind. Aus Mode wird ein Muss – vor Ort entscheidet sich die Zukunft der Gesellschaft. Kommunen kaufen keine Kleider von der Stange, zu unterschiedlich sind die Bedarfe, zu komplex die örtlichen Begebenheiten. Kommunen brauchen Experimentierräume, Freiräume, um die modischen Impulse zwar aufzunehmen aber in ihrer Eigenart umzusetzen. Kommunen brauchen Übersetzer von Schnittmustern. Analog der Spannungsbögen zwischen Vergesellschaftung und Individualisierung können die Menschen vor Ort am besten erachten, welche Herausforderungen sie konkret angehen, um individuelle Antworten für ihre Lebenswelten zu entwickeln. Zahlreiche gute Beispiele, wie das mit der Herangehensweise des Open Government gelingen kann, gibt es bereits: Die Flüchtlingskrise etwa ist lediglich durch Kooperation zwischen Staat, Politik und Verwaltung bewältigt worden. Weitere Beispiele finden sich u.a. in den anlaufenden kommunalen Modellprojekten. Mit dem Open Government Manifest NRW, geschrieben von der Zivilgesellschaft, liegt zudem ein Schnittbogen vor. Und doch bleibt eine Frage bisher offen: Brauchen wir Kriterien für das Label „Open Government Kommune“ damit auch drin ist, was drauf steht?

Cluetrain Manifesto – mal wieder lesen 

Am Ende geht der Beitrag auf einzelne Thesen des Cluetrain Manifestes ein: vormals eine avantgardistische Modeerscheinung – heute sind die erweiterten 95 Thesen in weiten Teilen Realität, Normalität und im Zentrum angekommen. So wie die Open Government Bewegung das mit ihren Inhalten auch realisieren kann: transparent, partizipativ und offen. Von der Mode zum Muss des Wandels als innovative Normalität.

Kreis Lippe verankert Open Government

Update: Hier gibt es Fotos. Hier gibt es ein Videotape (Quelle: Kreis Lippe auf Facebook)

Der Kreis Lippe macht sich auf den Weg, Open Government in seinem Wirken zu verankern. Zwei wichtige Meilensteine sind gesetzt: Der Kreis ist gerade Modellkommune Open Government NRW geworden. Gestern fand das 1. Forum Open Government im Kreishaus Lippe in Detmold statt. Ich war als Referentin für Open Government geladen und warf ein Streiflicht auf den Aspekt der Beteiligung der Zivilgesellschaft an diesem Prozess sowie auf das Community-Building.

Das Foto zeigt ein Plakat mit dem Hermann in Null und eins

Digitaler Hermann ruft auf zu Open Government

Landrat Alex Lehmann beschrieb den digitalen Stellenwert im Kreis Lippe. Ziel des 1. Forums sei es, über den digitalen Wandel in Verwaltung und Wirtschaft zu informieren und Erfolgskriterien zu identifizieren, wie kommunales Open Government effizient und mit hohem gesellschaftlichen Nutzen eingesetzt werden könne. Zentraler Wunsch sei es, den innovativen Charakter aufzuspüren, interkommunale Zusammenarbeit zu betreiben und dabei interaktiv mit allen Interessierten im Dialog zu stehen. Im Sinne des OpenGovernment fokussierte er auf Transparenz, Partizipation und Kollaboration. Das Foto zeigt den Landrat Axel Lehmann

Landrat Axel Lehmann, Kreis Lippe

In den Dialog traten anschließend eine illustre Referentenrunde, die das Thema Open Government aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtete: Veränderte Erwartungen der Bürgerschaft an Politik und Verwaltung war mein Part, mit dem ich den Reigen der Diskussionen eröffnen konnte, moderiert von Max Schulze-Vorberg als Geschäftsführer von Kommune 2.0 mit Sitz in Berlin. Weitere Punkte waren Open Gov für die Wirtschaft, Open Gov für die Verwaltung, Open Gov aus Sicht der IT-Dienstleister, Offene Geodaten für NRW.

Hans Römer, Olaf Konrad, Max Schulze-Vorberg, Anke Knopp, Christian Elsner, Axel Lehmann, Lars Hoppmann, Stefan Ostrau, Wilfried Kruse, Michael Haußmann, Foto: Kreis Lippe

Dr. Stefan Ostrau (Kreis Lippe, FB Geoinformation, Kataster) verwies auf zahlreiche Studien, die belegen, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen zunehmend auf digitaler Innovation beruhen werde. Der digitale Wettbewerb werde weiter zunehmen. Die Kommunen im ländlichen Raum stehen vor der Herausforderung, das Gleichwertigkeitspostulat im Rahmen der digitalen Daseinsvorsorge umzusetzen und technologisch Schritt zu halten mit dem städtischen Raum. Hans Römer (Stadt Detmold) zeigte ein Feuerwerk interkommunaler Zusammenarbeit zwischen Lemgo und Detmold auf und bog dann ab in Richtung Zukunft mit der klaren Position, man müsse technologisches Basiswissen und Sicherheitsbewusstsein zu einer „fünften Grundrechenart“ in der Schule machen. Applaus in allen Reihen der rund 80 Teilnehmer.

Die jeweiligen Fachbeiträge finden sich in Kürze auf der Website des Kreises Lippe zum Nachlesen. Hier habe ich nur einige Punkte erwähnt. Olaf Konrad als einer der Treiber des lippischen Weges skizzierte den Fortgang des Prozesses. Am 19.10.2017 findet bereits das 2. Forum Open Government statt, dann geht es um den praktischen Teil, den Umgang mit Open Data. Bis dahin wird in Lippe weiter gestrickt am Aufbau einer Community, an Vernetzung  z.B. mit der Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Dabei sollen die Mehrwerte insbesondere aus „Bürgersicht“ gedacht werden, nicht primär aus Verwaltungssicht.

Wunderbar übrigens auch die (in diesem Setting eher neue!) Nutzung der neuen Medien als Querkommunikation in und aus dem Saal heraus:

Es ist gut, wenn es mehr werden, die sich auf den Weg machen, Open Government zu verankern. Vorbilder gibt es immer mehr. Nachmachen und Mitmachen werden einfacher. Die Gründe, sich nicht zu bewegen werden weniger.

Nationaler Aktionsplan Open Government – ist da!

Nun ist er in der Welt: Die Bundesregierung hat heute den von Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière vorgelegten ersten nationalen Aktionsplan (NAP) im Rahmen der Teilnahme Deutschlands an der Open Government Partnership (OGP) beschlossen.

Der Nationale Aktionsplan ist damit der Grundstein für offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln.

Hier ist er zu finden. 

Zunächst ist er auf zwei Jahre angelegt und wird dann evaluiert und erweitert. Erarbeitet wurde er zusammen mit zahlreichen Akteuren aus der Zivilgesellschaft. In erster Linie ist hier der Arbeitskreis Open Government Partnership Deutschland zu nennen, an dem auch wir von #OffeneKommunenNRW beteiligt sind.

Mit dem Aktionsplan unternimmt die Bundesregierung wichtige Schritte, um bürgerschaftliche Teilhabe zu stärken. Die darin vorgesehenen Aktivitäten ermöglichen neue Wege für mehr Transparenz, offene Innovation und Effektivität von Regierungen und Verwaltungen zu gestalten.

Wir als Arbeitskreis OGP haben dazu heute eine Pressemitteilung veröffentlicht, diese findet sich hier. 

Die Pressemitteilung vom Bundesministerium des Innern zum Nationalen Aktionsplan OGP findet sich hier.

 

Jetzt gilt es, die Ideen und Ansätze zu vertiefen – und anzuwenden. Uns von #OffeneKommunenNRW geht es insbesondere darum, diese Haltung auch auf die Landes- und kommunale Ebene zu übertragen.

Feinstaub – Offene Daten retten Leben

Immer wird darüber diskutiert, wozu #OpenData taugt. Was macht man mit Daten, die offen sind und für alle zugänglich? Ein wunderbares Beispiel dafür ist die Feinstaubmessung. Feinstaub – ist eher ein Begriff, der eine wegwerfende Handbewegung zur Folge hat. Was geht mich das an? Feinstaub aber hat es zu morbidem Ruhm gebracht: Je höher die Konzentration von Feinstaub in der Luft ist, desto höher ist die Sterblichkeit für den Menschen. Auf der Website des Umwelt Bundesamtes findet sich dazu:

Die durch Feinstaub für die Bevölkerung induzierten gesundheitlichen Folgen werden durch Schätzung der Krankheitslast ermittelt. (…) Die vorliegenden Schätzungen kommen zum Ergebnis, dass im Zeitraum 2007-2014 im Mittel jährlich etwa 45.300 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub verursacht wurden.

Es ist also im Interesse eines jeden Einzelnen zu erfahren, wie hoch die Feinstaubbelastung in seiner Umwelt ausfällt. Nur: Feinstaubmessungen gibt es lediglich an sehr wenigen Messpunkten. Mit Hilfe von OpenData ändert sich das. Frank Riedel und viele Aktive aus dem OKLab Stuttgart zeigen mit OpenData auf der Website von Luftdaten.info , wie sich Luftverschmutzung durch Bürgermessungen erfassen und visualisieren lässt.

Das Foto zeigt die Einzelteile für eine Feinstaubmessung in Bürgerhand.

Selbst ist der Mensch – Bausatz für Feinstaubmessung leicht gemacht, Foto: Wiedemann

Das OK Lab Stuttgart als Teil der OKF widmet sich mit dem Citizen Science Projekt luftdaten.info der Feinstaub­messung. Hier heißt es:

Du und 299 Paten installieren selbst gebaute Messgeräte an der Außenwand ihres Hauses. Aus den übermittelten Daten generiert luftdaten.info eine sich ständig aktualisierende Feinstaub-Karte für die gesamte Region. So wird Feinstaub sichtbar…

Mit den Feinstaubsensoren in Eigenbau werden also die spärlich offiziellen Feinstaubmessstationen durch inoffizielle Feinstaubsensoren in Bürgerhand ergänzt, deren Anzahl ständig wächst. So entsteht eine flächendeckende Messung. So entsteht eine flächendeckende Vernetzung, die schließlich ein umfängliches Bild ermöglicht und damit aussagekräftig wird. Mit Daten lässt sich klar belegen, wo genau Feinstaub wie hochkonzentriert die Luft verpestet. Feinstaub ist damit ein hoch politische Thema. Und ein Thema, an dem der Mehrwert von offenen Daten sehr einleuchtend wird.

Daten sind so nun nicht nur transparent für Verwaltungen und Politik, sondern eben auch für die Allgemeinheit, die auch an der Erhebung maßgeblich beteiligt ist. Werden die zulässigen Grenzwerte überschritten, ist es Zeit zu handeln. Daten erhöhen politischen Handlungsdruck.

Erinnern wir uns, wie aktuell Feinstaub in unserem Leben ist: Wir haben gerade den Abgas-Skandal von Volkswagen (VW) und weiteren führenden Automarken erlebt. Ein Weltkonzern pfeifft auf die Gesundheit der Menschen und manipuliert Autos und Abgaswerte, um Profit zu machen. Mit Feinstaubmessungen in der Erhebung durch Viele ist jetzt ein wirksames Instrument entstanden, diesen Missständen verursacht durch Wenige auf Kosten von Vielen Einhalt zu gebieten. Datenevidenz macht das perfide Spiel der Täuschung noch offensichtlicher – und politisch unverantwortbar. Tote Menschen durch Feinstaub will kein Politiker verantworten müssen.

Wie die Sensoren gebaut werden können, beschreibt das OKLab Stuttgart hier. 

Mein Tipp: Feinstaub ist in praktisch jeder Stadt ein Thema. Jede Kommune sollte einen Workshop anbieten, wie diese Sensoren zu bauen sind. Das OKLab Stuttgart hilft bestimmt. Ein wunderbarer Beitrag für Open Government.

Transparenz als Kunst-Stoff

„Transparenz ist kein Gemüse“ – drei junge Künstler laden zu einer Ausstellung ins Kreishaus nach Gütersloh. Micael Goncalves Ribeiro, Marvin Wunderlich, Yasin Wörheide.

Transparenz ist dabei ihr Kunst-Stoff. Open Government in Form von Kunst und Performance. Irritierend und verlockend.

Das Foto zeigt eine Fensterscheibe mit Schriften drauf.

freies Schreiben auf Verwaltungsglaswand

Ein Ort, der sich ansonsten erwartungskonform verhält und wenig Raum für Interpretation bietet, eine Kreisverwaltung, wird zum Ort des Regelbruchs.

Freies Schreiben auf der Glasfront des transparent gestalteten Verwaltungsgebäudes – lässt darüber nachdenken, wie transparent denn eigentlich das ist, was hinter den Wänden passiert. Regeln sind das Thema: kann man Regeln brechen? Muss man nicht? Ist permanente Grenzüberschreitung von Regelwerk nicht notwendig zur Weiterentwicklung von Gesellschaft? Die Drehtür als Eingangsbereich wird eingehüllt in Schrift, die keiner entziffern kann, durch die aber jeder eintritt und damit Teil des Regelwerkes wird.

Das Foto zeigt eine Kunstinstallation mit Tapete und Legomuster vor Bürotür.

sind wir nur Teile ?

Kann der Open-Government-Gedanke überhaupt greifen, in einer Welt, die sich geradezu dadurch auszeichnet, gesetzeskonform zu sein? „Der Mensch braucht den totalen Verlust“ – heißt es in der begleitenden Broschüre zur Ausstellung. Stellen wir uns einfach vor, wie Verlust von etablierten Sicherheiten ausfallen würde, um einen Kulturwandel zu meistern weg vom Bürger als Bittsteller hin zur Kooperation, hin zur Koproduktion. Das „Pfeiffen der Vielen“ als Installationskunst mit Luft fällt dabei besonders auf, nicht nur weil es laut ist – sondern, weil es auf der Etage des Landrates installiert ist – und der das zulässt. Kunst ist eben nicht ein bloßer Spiegel, den man der Gesellschaft vorhält. Kunst ist Aufbruch.

Die Ausstellung ist mit ihrer Offenheit gelungen. Respekt!

das Foto zeigt ein Wandgemälde.

Grau und schwarz – was macht das mit den Menschen?

Wie #open ist NRW

UPDATE vom 8. April 2017: auf der Homepage von #OffeneKommunen gibt es dazu mittlerweile etwas mehr zu lesen und zu sehen. 

Wie #open ist NRW? Dazu hatten wir von #OffeneKommunenNRW bereits in der letzten Woche nach Wuppertal eingeladen:

Vor der Landtagswahl in NRW im Mai sprachen wir darüber mit den im Landtag NRW vertretenen Fraktionen: Matthi Bolte (MdL Grüne), Robert Stein (MdL CDU), Marcel Hacke (MdL FDP), Frank Herrmann (MdL Piraten) sowie Jasper Prigge (Landtagskandidat NRW der Linken). Diskutiert haben auch: Hartmut Beuß als Beauftragte der Landesregierung für Informationstechnik (@CIONRW) und Panagiotis Paschalis als Beigeordneter der Stadt Wuppertal für Bürgerbeteiligung und E-Government. Die SPD war nicht vertreten, Termingründe standen im Weg. Moderiert wurde von Marie Jansen und #OKNRWGründer Dieter Hofmann. 

Das Foto zeigt Diskutanten.

Wie #Open ist NRW?

Die Veranstaltung wurde gestreamt. Ein Zusammenschnitt zum Nachsehen und – hören gibt es in der kommenden Woche von YounectProduction auf der Website von #OffeneKommunenNRW – nebst Einzelinteriviews u.a. von Hartmut Beuß.

Erstes Fazit schon hier: Alle sieben Geladenen verstanden und zeigten sich als Treiber für eine Politik des Open Government. Die Frage, wie #open ist denn NRW beantworteten sie mit einem selbstbewussten „sehr“. Diagnostiziert wurde durchweg von allen, dass sowohl Politik als auch Verwaltung gerade einen regelrechten Kulturwandel durchlaufen an dessen Ende bestenfalls Open Government stehen wird.
Ferner: #OpenGovernment ist offenbar ein Thema, welches kaum in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen  zu sein scheint. Bisher wird es eher als ein Nischenthema für Nerds oder eine eingeschworene Community behandelt – ein politischer Brückenschlag in den Lebensalltag der Menschen ist noch nicht gelungen. Zumindest was die Begrifflichkeit angeht – während die Forderungen und Inhalte wie Transparenz und Koproduktion und Beteiligung in der Bevölkerung immer stärker erwachen. Es ist also eine große Aufgabe für die Landespolitik, den Weg auch in die Kommunen zu finden und mit Impulsen der Landespolitik zu befeuern. In dem Punkt herrschte Einigkeit. 

Hier ist eine Bilderstrecke von Stefan Kottas auf Flickr. (Danke dafür.)

270 Empfehlungen für den Nationalen Aktionsplan OGP

270 Empfehlungen haben wir als Zivilgesellschaft für den Nationalen Aktionsplan Open Government Partnership Deutschland eingereicht. Es ist eine 360-Grad-Betrachtung aller Lebensbereiche der Menschen geworden hin zu einem offenen Regierungs- und Verwaltungshandeln. Ein Kulturwandel.

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Ich bin Thementreiberin für die Bereiche „Gesundheit“ sowie „Zivilgesellschaft“ und arbeite auch in den Themenfeldern „Künstliche Intelligenz und Kontrolle von Algorithmen“ sowie „Digitale Offenheit in der Arbeit von Verwaltungen“ mit.

Reinklicken und lesen (97 Seiten)

Zum Hintergrund hier unsere kurze Info von der Website des OGP Deutschland:

„Im Dezember 2016 hat die deutsche Bundesregierung mit einer Erklärung der Bundeskanzlerin die Teilnahme an der Open Government Partnership (OGP) bekannt gegeben: „Wir teilen deren Ziele und freuen uns, zu einem globalen Ideenaustausch zu den vielfältigen Themen im Bereich Open Government beitragen zu können. Eine offenes und transparentes Regierungs- und Verwaltungshandeln ist ein wichtiges Element guten Regierens im 21. Jahrhundert. Wir sind zuversichtlich, mit unseren Erfahrungen und durch die Zusammenarbeit mit Ihnen einen wertvollen Beitrag zur Weiterentwicklung der Open Government Partnership leisten zu können.“ Die Teilnahme an dem internationalen Zusammenschluss, dem weltweit inzwischen 75 Länder angehören, ist ein Ziel, für das sich der “Arbeitskreis OGP Deutschland” seit 2011 eingesetzt hat. Zivilgesellschaftliche Organisationen, Parteien, Wissenschaftler und andere Engagierte haben gemeinsam auf diesen Beitritt hingewirkt. Die Beitrittserklärung ist aber nur ein erster Schritt, um offenes Regierungs- und Verwaltungshandeln langfristig zu etablieren. Mit der inhaltlichen Ausgestaltung der Mitgliedschaft beginnt die eigentliche Arbeit für Regierung, Verwaltung und die Zivilgesellschaft. Zunächst muss die Bundesregierung einen nationalen Aktionsplan erarbeiten, der den Rahmen für die Arbeit der nächsten zwei Jahre setzen wird. Die kommenden Monate sind daher entscheidend für den weiteren Weg, den Deutschland in der Open Government Partnership beschreiten wird. Deshalb beginnt auch für uns als Arbeitskreis die nächste Phase der Zusammenarbeit. Wir möchten Regierung und Verwaltung einerseits mit unserer Expertise und Tatkraft unterstützen, andererseits aber auch die Interessen der Zivilgesellschaft in den Prozess einfließen lassen. Unsere Rolle als kompetenter, unabhängiger Partner der Bundesregierung möchten wir in diesem Zusammenhang stärken und ausbauen.“

Open Data auf der Siegessäule?

Open Government und Open Data – der Kreis der Aktiven ist leider noch eher klein, die Themen nehmen aber deutlich an Fahrt auf und zeigen eine hochaktuelle Relevanz. Tapfer trifft man sich zum Austausch, um den Kulturwandel innerhalb der Verwaltung sowie auch in der Zivilgesellschaft hin zu einem offenen Verwaltungs- und Regierungshandeln zu gestalten. Gestern gab es ein Expertengespräch dazu in der Konrad Adenauer Stiftung in Berlin. Danke an das Orgateam dort, insbesondere an Dr. Pencho Kuzev für sein wunderbares Papier mit den wichtigsten Punkten zu Open Gov und Open Data. Eine Empfehlung für Einsteiger!

Mit von der Partie mit anschließendem Rundgang um die Siegessäule, weil das ein wunderbares Symbol sein könnte für den Einzug von Open Government:

Thomas Tursics, Oliver Rack und Claus Arndt:

Das Foto zeigt Open Data Aktive im Selfie.

Claus Arndt, Oliver Rack, Thomas Tursics

Das Foto zeigt die Siegessäule in Berlin.

Open Data bald auch in Gold?