Bürgermeister: Hergehört!

Sie leben mitten unter uns. Und ihr Können, ihre Begeisterung und ihr Wissen interessieren nur wenige Eingeweihte. Das ist ein Fehler!

Ich spreche von digital bewegten Jugendlichen.

Daher: Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im ganzen Land – hergehört!

Da pilgern ganze Scharen Jugendlicher zur Gamescom nach Köln. Sie spielen. Im Netz. Digital. Und mittlerweile wissen auch die Kanzlerin Angela Merkel und auch der Ministerpräsident von NRW, Armin Laschet, diese Bilder für sich zu nutzen. Die Bilder gehen medienwirksam um die Welt. Die Inhalte aber, das Können und die Lust auf digitale Gestaltung bleibt dabei immer noch in den Hallen der Messe. Sie müssen aber stärker den Brückenschlag ins Alltägliche schaffen. Immersion – also die Verschmelzung von virtueller und realer Welt – wird gebraucht, wenn es darum geht, auch IOT, das Internet der Dinge, in den kommunalen Raum zu übertragen. Wir brauchen die Expertise der vielen Spieler, um die Herausforderungen auch vor Ort lösen zu können: Energieeffizienz, intelligente Mobilität, Beteiligung an Entscheidungen, Kooperationen für neue Ansätze. Und vieles mehr. Aus dem Spiel ins echte Leben.

Gleicher Fall beim Codieren

Da basteln ganze Gruppen von Jugendlichen an Codes und Apps – immer im Dienste auch von Gesellschaft und ihrer Lebensumwelt, sie bündeln sich unter „Jugend hackt“ – mit Code die Welt verbessern. Sie beschreiben dieses hohe Ziel sogar in ihrem Claim. Jugend hackt ist ein Programm zur Förderung des Programmiernachwuchses im deutschsprachigen Raum. Mit Hilfe von Open Data basteln sie an Prototypen, digitalen Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft. Jugend hackt findet statt in mittlerweile zahlreichen größeren Städten:

 

Den Wissenstransfer in die kleineren Kommunen muss man herstellen. Das, was da gerade passiert, ist pulsierende Zukunft. Das ist geballtes Wissen. Das ist das, was in Managementseminaren gelehrt wird:

Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht die Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten und Aufgaben zu vergeben, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem endlos weiten Meer.

Antoine de Saint-Exupéry, französischer Schriftsteller, 1900-1944

 

Hier könnte man es einfach abrufen: die Motivation, das Wissen und das Können. Wäre ich Bürgermeisterin einer Stadt – ich hätte die Spielerinnen und Spieler, die Hackerinnen und Hacker längst eingeladen. Sie wären mir bekannt und ich suchte den Austausch. Weil sie es sind, die etwas zu sagen haben, beizutragen zum Weg in die digitale Welt. Dies ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern auch die Chance, die Demokratie updaten kann – mit neuen Formen der Zusammenarbeit, der Teilhabe und der sozialen Verteilung. Wer wenn nicht Jugendliche könnten da ein Wort mitsprechen?

Vielleicht aber sind eher die innovativen Schulen am Drücker als Bürgermeister – da beginnt es zumindest zu rascheln:

 

Gesundheit im kommunalen, digitalen Fokus

Digitalisierung fräst sich durch unseren Alltag. Insbesondere das Thema Gesundheit steht im Fokus digitaler Innovation – was nur allzu richtig ist bei einer stetig alternden Gesellschaft. Gesundheit und deren Erhaltung ist aber auch eine zutiefst kommunale Angelegenheit und firmiert unter „Daseinsvorsorge“. Deshalb ist es angeraten, dass auch kommunale Entscheider auf dem Radar haben, wie sich dieser Bereich vor Ort verändert. Hier einige Beispiele:

Heute fand ich diesen Videobeitrag auf Twitter, der mich in den Bann geschlagen hat: Hologramme als Lernplattform für medizinische Ausbildung – sicher nicht nur für angehende Mediziner, sondern auch in der Breitenwirkung für die Bevölkerung anwendbar. Wir werden künftig andere Formen vorfinden, Lesen und Bildung zu vermitteln. Schulen aber können das nur leisten, wenn auch sie ein schnelles Netz haben – oder etwa Bibliotheken damit ausgestattet sind, damit diese neuen Medien greifen können:

 

Aber auch viel niederschwelligere Angebote bahnen sich ihren Weg in die alltägliche Gesundheitsvorsorge. Ich habe nochmal in meinem Archiv nach spannenden Idee geforscht, die ich im Rahmen der CEBIT 2017 zum Thema Gesundheit aufgenommen habe.

Rücken 

Vor dem Hintergrund, dass gefühlt jeder Deutsche irgendwann einmal an Rückenschmerzen leidet – ist dieses Tool für eReha oder auch Selbsttraining zuhause sehr überzeugend – und zeigt deutlich, wie sich Gesundheitsversorgung digital verlagert. Das zieht Auswirkungen nach sich, die auch die kommunale Infrastruktur angehen. Anleitungen für eigenverantwortliches Gesundheitstraining oder als Reha werden zunehmend digital vermittelt. Unabhängig von Raum und Zeit. Übrigens nicht nur für eine Bevölkerungsschicht, die sich bewusst fit halten möchte. Sondern insbesondere auch für eine Alterskohorte, die künftig pflegebedürftig sein wird oder kognitiv sogar eingeschränkt aktionsfähig sein wird, etwa bei Demenzerkrankungen.

eReha ist ein auf 3D sensorgestütztes Heimtherapiesystem. Ein Therapeut entscheidet über die krankheitsspezifischen Übungen, die dem Patienten über das Internet freigeschaltet werden. Der Patient kann diese selbst vor dem eigenen Fernseher oder Computer ausüben. Ein PC oder eine Spielekonsole mit einer 3D-Kamera nehmen den Nutzer dabei auf. Ein Realtime-Feedback-System analysiert die Bewegungen und lokalisiert aufkommende Fehler. Biometrische Parameter geben Auskunft über den Verlauf. Die Software sendet die Fortschritte dem betreuenden Therapeuten online, damit er die Übungen #remote dynamisch anpassen kann – oder erklärt „Komm nochmal real in der Praxis vorbei“ – was aber zunehmend weniger werden könnte.

Zuhause macht dann ein Avatar die Übungen vor – und der Patient macht die Übungen nach – wird dabei aber eben sensortechnisch überwacht, ob diese auch richtig ausgeführt werden, so dass Fehlhaltungen oder Verrenkungen ausgeschlossen werden. Der Gameingfaktor sorgt dafür, dass auch Spaß dabei entsteht. Einen Schuh hin zur Praxis muss man dafür jedenfalls nicht mehr anziehen.

Mit Daten gegen Infektionskrankheiten 

Eine zweite Anwendung, die mich begeistert hat, ist die „grippeNET App“. Sie firmiert unter dem Dach des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, angewendet wird sie in der Befragung der Bürger in der Schweiz – und steht auf dem Sprung auch in Deutschland und Österreich zum Einsatz zu kommen. Hier werden Open Data, Forschung und Bürgerbeteiligung sinnvoll vernetzt. Die Idee: das Beobachten, Analysieren und Visualisieren von Ausbreitungen von Krankheiten. Unter Mithilfe und Bezug sowie Auswertung von Daten, die die Bürger selbst mit einspeisen können. Bürger können sich beteiligen und Informationen zusammentragen. Sie erhalten gleichzeitig mit ihrem Einspeisen Einblick in die aufbereiteten Daten und deren Analyse. So entsteht ein umfangreiches Netzwerk zur Sensibilisierung der Bevölkerung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten.

In einem ersten Schritt wurde Grippe als Krankheit adressiert – die App lässt sich erweitern auf weitere Krankheiten mit Ansteckungscharakter. Die App ist Teil des EU-geförderten Forschungsprojektes CIMPLEX. Der Mix aus Daten, Big-Data-Analyse und Partizipation ist das Bestechende des Projektes. Ein Aspekt des Projektes ist auch der, herauszufinden, was Menschen motiviert, bei diesen Erhebungen mitzumachen sowie auch der Aspekt, die Privatsphäre trotz Datenlieferung zu sichern. Daten wird insbesondere im Gesundheitswesen eine immer größere Bedeutung zugesprochen. (Dieser Umstand des notwendigen OpenData findet sich übrigens auch im 1. Nationalen Aktionsplan Open Government und zeigt, wie tragend diese Säule bereits ist.)

Das Foto zeigt einen Monitor mit Grafiken zur Ausbreitung der Grippe.

Visualisiert – Grippe

Ein sehr aufschlussreiches Tool, welches zudem Möglichkeiten der Visualisierung bereit hält. Es ist sicher ein Instrument, welches von hoher Bedeutung sein kann, wenn etwa Kreise oder Kommunen über Katastrophenschutz für die Bevölkerung entscheiden müssen. Angesichts des Wiederaufflackerns von Masernerkrankungen auch in Deutschland wäre etwa ein weiteres Feld der Anwendung neben Grippe vorhanden. Mit realistischen und in Echtzeit erhobenen Daten wäre damit ein gutes Instrument zur Steuerung von Infektionskrankheiten gegeben. Man muss sich nur mit den Möglichkeiten vertraut machen – um deren Bestehen wissen und diese Dinge nutzen können. Wir brauchen mehr digitale Kompetenz in den Reihen der Entscheider sowie in der Bevölkerung.

Real und virtuell im öffentlichen Raum

Digitalisierung verändert auch unser Straßenbild. Mehr und mehr Bewegtbilder finden sich im öffentlichen Raum wieder. Hier eine kleine Kostprobe der neuen Werbetafeln im Bielefelder Raum, genauer im Industriegebiet, welches täglich mehrere tausend Menschen passieren.

Nicht nur Werbung wird via Bildschirm dauerbeschallt  –  sondern auch Nachrichten, geliefert von der @NW (neue Westfälische Zeitung) und Statistiken, etwa von @Statista, wieviele Kilometer lang das Kanalnetz in Bielefeld ist.

 

Der öffentliche Raum wird zum digitalen Hotspot mit einem sich stetig ausweitenden Angebot an Informationen. Unsere Städte verändern sich. Erste Vorboten für eine Digitalisierung der kommunalen Infrastruktur. (Wobei hierfür ausreichendes Netz vorhanden sein muss sowie künftig auch Speicher für ein hohes Aufkommen an Daten durch vernetzte Dinge, IOT. – Bisher ist das Fehlanzeige.)

 

Vorne eine Würstchenbude, dahinter digitale Welt mit Bewegtbild im öffentlichen Raum.

Altes und Neues im Stadtbild

Zudem hinzu kommt: Mit der Technik von VirtuellerReality und AugmentedReality, die wir alle in unseren Smartphones und vielleicht auch demnächst Brillen dabei haben, wird Digitalisierung zur Normalität. Die Immersion ist Alltag, virtuell und reale Welt verschmelzen.

 

Das Foto zeigt eine VR Brille auf der Fashion Tech in Berlin bei der rpTEN

Immersion hält Einzug

Wir sind längst auf dem Weg in eine sich grundlegend veränderte Welt ins Reich der Null und Einsen. Es gilt, dieses unbekannte #Neuland auch politisch zu gestalten und nicht nur den Marktkräfte zu überlassen. Digitalisierung ist eine höchst politische Angelegenheit – dies gilt insbesondere dann, wenn wir über Inftrastrukturen reden, die der Allgemeinheit gehören. Nachholende Gesetze oder Einhegungen durch die Politik sind nicht mehr durchzusetzen, wenn sich erst Gewohnheiten und Realitäten ergeben haben. Bestes Beispiel sind die Social Media, in denen kraftlose Rückwärtsruderbewegungen seitens der Politik in Form von Gesetzen zu Hasskommentaren etc. stets nur noch als reaktionär wahrgenommen werden, nicht aber den Eindruck vermitteln als könnten sie noch gestalten. Es ist dringend notwendig, dass vor allem kommunale Entscheider schnell im Boot sind, wenn es um die konkrete Ausgestaltung der Digitalisierung vor Ort geht. Es berührt mittlerweile mehr denn je ihre Domäne: Politik betrieben als vorausschauende Daseinsvorsorge. Wir brauchen mehr digitale Kompetenz in den Rathäusern und Reihen der Kommunalpolitik. Bisher ist das zu wenig erkennbar.

Das Foto zeigt die Figur aus Metropolis.

Neue Welt

Sprich mit mir, ich bin ein Bot!

UPDATE VOM 11. August 2017

Wenn es hier im Beitrag um BOTs geht, dann darf der hier nicht fehlen: Communityprojekt Chatbot Bonn – vom OKLab Bonn: 

„Zusammen mit dem OK Lab DüsseldorfGovbot.IO und der Stadt Bonn ist eine sehr, sehr, sehr frühen Betaversion mit den ersten Inhalten “Rheinpegel, Parkhausbelegung und Wunschkennzeichen reservieren” gestartet. Aktuell in Umsetzung befinden sich noch Inhalte der Stadt Bonn und später sollen auch Messengerplattformen eingebunden werden.

Expertenbots für Bonn?

Ihr könnt an dem Chatbot mitwirken! Jeder kann weitere Inhalte zu Bonner Themen in dem Chatbot als sogenannte Expertenbots hinterlegen. Wenn Ihr interessiert seid daran mitzuwirken, sprecht uns einfach auf dem OK Lab Meetup, Twitter, Facebook oder Mail. Um eigene Experten (wie Skills bei Alexa oder Apps für Apple oder Android) zu entwickeln, existiert auf GitHub ein SDK.

Frei verfügbare Datenbestände für eigene Experten aus verschiedenen Themengebieten gibt es zum Beispiel hier in einer Übersicht.

Bonn.Digital hat den digitalen Veranstaltungskalender freigeben und ist an einer Einbindung in den Bot interessiert.“

 

Künftig sprechen Sie als Bürger mit einem Bot, wenn Sie im Rathaus anrufen. Einem Chatbot. Ein digital gesteuerter Dialogassistent, der Verwaltungen im Bürgerservice unterstützt. Künstliche Intelligenz hält Einzug im Rathaus. Nicht in jedem – aber in den digital innovativen Rathäusern schon.

Der Chatbot kann eine Menge: er kennt die Abläufe in der Verwaltung, er kann „Verwaltungssprache“. Und er ist 24/7 erreichbar. Auf deutsch heißt das: rund um die Uhr kann der Bürger den Chatbot erreichen und ihm Fragen rund um Verwaltungsdienstleistungen aus dem Rathaus befragen. Der Bot navigiert den Fragenden sicher und treffgenau an sein Ziel.

Govii – der Behördenbot

„Sie möchten heiraten?“ Dann erklärt der Chatbot schon mal bei der Erstanfrage, welche formalen Unterlagen das Standesamt für die Anmeldung benötigt – und am Ende steht sogar eine konkrete Terminvereinbarung. Alles an einem Samstagvormittag aus einem Café heraus zu organisieren. (Schön, wenn dazu sogar noch WLAN vorhanden ist.) Gleiches gilt für alle weitern behördlichen Themen vom Personalausweis bis hin zur Straßenreinigung.

Irre?

Keinesfalls.

Wie gesagt, der Chatbot hält Einzug in die Rathäuser. In Wennigsen /Deister etwa. Das ist eine kleine Gemeinde in Niedersachsen mit dem digitalen Bürgermeister Christoph Meineke. Er hat den Bot Govii ins Rathaus geholt und testet ihn gerade. Ebenso wie der Kreis Lüneburg diesen Bot ebenfalls testet. Govii kann kommunizieren, ist auf allen social-media Kanälen wie Facebook, Skype, WhatsApp oder weiteren Messengern zuhause – also genau da, wo die Menschen sind und ihren Lebensalltag organisieren.

Govii setzt auf Zuständigkeitsinformationen der öffentlichen Verwaltung. Hierfür spricht er mit einer Vielzahl von Schnittstellen und (XÖV-) Standards, um die richtige Information zu finden. So beantwortet der Chatbot Anfragen zu Behördenleistungen, Zuständigkeiten, Öffnungszeiten, Kosten und Ansprechpartnern. Ergänzt werden diese Informationen durch beliebige Daten, die über Konnektoren mit entsprechenden Anfragemustern verknüpft werden können. Auch – und das ist so ganz fabelhaft – können Open-Data-Bestände eingebunden werden.

Wenn der cloudbasierte Govii mal nicht weiterweiß, leitet er weiter an einen „realen Menschen“, der dann übernimmt. Der Mitarbeiter in der Stadtverwaltung hat aber bis dahin Zeit, sich um andere Aufgaben zu kümmern, er muss nicht stets wiederkehrende Fragen beantworten.

Mit einem Bot macht das behördliche Kommunizieren Spaß. Und der Bot lernt: alles, was er nicht weiß, holt er nach. Aus Fehlern wird er klüger und seine künstliche Intelligenz wird trainiert. In ein paar Jahren wird er ganz souverän durchs staatliche Programm führen. Und Bürger werden ihn nicht mehr missen wollen – zu direkt ist sein Einsatz. Zu mehrwertig, weil rund um die Uhr und schnell.

Übrigens gibt es nicht nur Govii. Da ist auch noch der BehördenBot „Kumpel Krefeld“. Ein Chatbot, den zwei junge Entwickler im Rahmen des NRW Hackathons im letzten Jahr entwickelt haben: Theo Steinhard und Michael Tjupalow. 

Kumpel Krefeld – Bot bei #OKNRW

Im September kann man ihn im Düsseldorfer Chatbot Meetup (public plan) kennen lernen.

In einigen Stadtverwaltungen wird er schon getestet, der Kumpel, der 24/7 bereit steht und ständig dazu lernt: Der Bot.

Zukunft – eine Frage des Alters

UpDate vom 2. August 2017: Der Artikel zu VR passt ganz hervorragend dazu. 

Wie sieht Zukunft aus? Folgernder kurzer Wortwechsel zeigt die disruptive Entwicklung der Digitalisierung, was insbesondere Zukunftsbilder angeht. Vorsicht: mit Augenzwinkern zu lesen.

Ich: „Wenn ich alt bin und im Heim leben sollte, wünsche ich mir einen Roboter, der mit mir singt und tanzt. Wer weiß, ob sonst noch jemand da ist, der mir Gesellschaft leistet.“

(Ich bin 52 Jahre alt und gehöre damit der Babyboomer-Generation an, die künftig nicht mehr auf Pflegefachkräfte hoffen darf.)

Replik von Ingrid Brodnig (Jahrgang 1984, Publizistin, Digital Champion der EU in Österreich, geboren in Graz): „Wenn ich alt bin, gibt es sicher schon das HoloDeck. Da brauche ich keinen Roboter mehr.“

Holodeck: Raum, in dem Objekte und Menschen durch eine Kombination von Materie, Balken und Feldern simuliert werden, auf die holographische Bilder projiziert werden. Der Nutzer kann mit seiner virtuellen Realitätsumgebung und seinen Charakteren interagieren. Holodecks kennt man aus Star Trek. 

Ingrid Brodnig Foto: Johannes Pressl

So sieht das aus: unsere Welt ändert sich schneller als wir es jetzt fassen können. Oder wollen. 20 Jahre Altersunterschied machen in der Vorstellungskraft bereits einen kolossalen Unterschied.

Wo fand dieser Austausch statt? In der letzten Woche hatte ich das Vergnügen mit IngridBrodnig (@brodnig) auf der Bühne im Rahmen der Kommunalen Sommergespräche des österreichischen Gemeindebundes zu diskutieren. Thema: Digitale Gemeinde. Moderiert von Meinrad Knapp, von ATV.

Wir sprachen über Zukunft. Natürlich!

Krisenkommunikation – leicht gemacht #AirBerlin

Fliegen ist ja schon eine Leistung. Wer dann noch eine Fluglinie eröffnet, muss sich ja auskennen, mit diesen Dingen. Und wenn dann auch noch der Dialog mit den Passagieren stimmt  –  wunderbar. Das wäre ein tragfähiges Geschäftsmodell. Schade, dass #AirBerlin das alles offenbar nicht kann. Besonders Kommunikation ist nicht gerade die Stärke dieser Airline. Und dabei wäre gerade Krisenkommunikation besonders gefragt in Zeiten der Digitalisierung und der immer online geschalteten Smartphones der Reisenden – wenn es sich um eine Airline handelt, die derart von Pannen und Stümpertum geplagt ist wie #AirBerlin.

Will #AirBerlin Kunden gewinnen, schafft es ein Algorithmus sogar PushNachrichten zu senden, E-Mails mit immer neuen Angeboten zu schicken. Ungefragt. Will man etwas von der Airline wissen – schaltet sie ab.

Was nun, wenn ein Flug gecancelt wird – ersatzlos gestrichen? Dann greift offenbar das Lieblingshandwerkszeug der Fluggesellschaft: Vogel Strauß steckt den Kopf in den Sand. Funkstille.

In der letzten Woche war ich Opfer dieser Strategie – wie übrigens eine ganze Ladung Passagiere ebenfalls. Die Odyssee begann in Salzburg. Gerade noch den Koffer aufgegeben – einen Augenblick später ein Blick auf die Flughafentafel – und siehe da: Flug nach Düsseldorf gestrichen. Ersatzlos. Wer jetzt auf Erklärungen via Mail der Airline von #AirBerlin gewartet hatte, wartet bis heute. Es kam keine. Auch auf Twitter – tote Hose. Niemand da, weder am Account noch am Schalter:

Und im Internet  – welches selbstverständlich alle Reisenden im Smartphone oder via Standleitung mit der Familie daheim aufgeblättert hatten, findet sich zeitgleich diese #Fake Anzeige:

angeblich eine Flugleistung, die auch zu haben war….

Wie gesagt: Kommunikation ist Trumpf. Ein Trumpf kann aber auch niederschmetternd ausfallen, wenn Kommunikation nicht stattfindet. Alle Wartenden hielten erwartungsfroh ihr Smartphone in der Hand – in der Hoffnung auf eine virale Ansage der Airline, wie es nun weitergehen sollte. Da die nicht kam, hieß es anstehen am Airport-Schalter. Umbuchung auf einen anderen Flug – einen Tag später. Ohne Garantie. Es blieb ja #AirBerlin.

Als Ersatz musste ein Übernachtung in einem Hotel her, Salzburg City – da kam ich gerade her und musste nun notgedrungen wieder dorthin zurück. Von AirBerlin selbst – immer noch keine Nachricht. Auch der Grund für das Streichen des Fluges war nicht bekannt. Gab es die Airline überhaupt noch?

Die Nacht also auf Kosten der Fluggesellschaft im Hotel verbracht. Wie viele andere Passagiere auch. Warten.

warten im Hotel

Am kommenden Morgen bangen – Bordkarte liegt zwar vor – aber wird man mitgenommen? Es soll überbucht sein, dieser Flug. Hallo #AirBerlin ? Jemand am Hörer?

Dann Boarding. Ein Platz ist sicher. Zwischenlandung in Berlin. Berlinankunft verspätet. Hetzen durch Tegel. #AirBerlin nach Düsseldorf – überbucht – heißt es wieder. Mann am Schalter völlig überfragt. Die genervte Gruppe organisiert sich selbst. Schließlich anstehen und boarding. Immer noch schweigt die Airline. Das Canceln von gestern ist wahrscheinlich bereits vergessen. Der Hashtag und Twitteraccount von #AirBerlin ist sehenswert – eine Mischung aus kommunikativem Sprengstoff und Frust vieler Reisenden. Einseitige Kommunikation – Einbahnstraße. Lesen das nicht auch die Analysten und Gesellschafter? Ich bin nachdenklich, wie lange eine Fluggesellschaft Kritik öffentlich so aushalten kann, ohne wesentlichen Schaden zu nehmen.

Ankunft in Düsseldorf – nach verspätetem Start. „Startslot“ und so als Ursache. Man glaubt es kaum, aber zumindest der Pilot von #AirBerlin konnte sprechen.

Die Verspätung liegt jetzt schon bei 17 Stunden. Völlig ermattet trifft sich die kleine Odyssee-Truppe aus Salzburg wieder an der Gepächausgabe. Nr. 9 in Düsseldorf. Hier sollen unsere Koffer vom Band rollen…. Warten. Warten. Noch eine Runde. Keine Koffer. Jedenfalls nicht unsere.

Die nächste Station ist die vom Verlustservice am Flughafen. Gepäck wird vermisst. #AirBerlin schweigt nun schon seit Stunden. Das Bodenpersonal jedoch schweigt nicht mehr: es wäre besser, wenn die endlich Pleite gingen – dann hätten wir hier nicht so viel Ärger:

Heimreise ohne Gepäck. Ankunft nach 28,5 Stunden. In der Zeit hätte ich nach Australien reisen können, um Kängurus zu streicheln – so eine WhatsApp-Nachricht eines Freundes. Das Gepäck: Es solle in den nächsten Tagen per Kurier geliefert werden. Zwei Tage später klingelt ein sehr freundlicher Mann mit chinesischen Wurzeln an meiner Haustür. Ich öffne, er lächelt mich freundlich an und überreicht mir: meinen Koffer. „Ihr Gepäck ist da!“ – dreht sich um und geht schon wieder. Ich bedanke mich herzlichst. Und denke in der Form Satire „Mein Gott, war mein Koffer etwa noch mit #AirBerlin in China?“

Kommunikation im digitalen Zeitalter ist essentiell. Alle Reisenden organisieren sich via Smartphone – sie sind jederzeit kommunikativ und erreichbar. Wenn also eine pannenhafte Airline partout nicht kommunizieren will – dann richtet das Schaden an, der nicht wieder gut zu machen ist. Denn die Welt kommuniziert. Sogar solche, die mehr Beachtung bekommen als normale Reisende – das wirkt sich aus – auf künftige Buchungen. Ohne #AirBerlin:

Grenzenlos: Kommunales Herzblut

UPDATE: Hier kann man die gesamte Podiumsdiskussion anschauen. 

Es ist stets hochbrisant, sich in die Innenpolitik eines anderen Landes einzumischen. Schon gar, wenn man geladener Gast ist. Und trotzdem habe ich das einfach mal gewagt. Schließlich ging es um Digitalisierung von Kommunen im ländlichen Raum. Die Probleme sind in Deutschland ähnlich gelagert wie in Österreich.

Im Rahmen der Kommunalen Sommergespräche 2017 hatte ich die Ehre auf einem sehr illustren Panel zu sitzen. In Gesellschaft von Prof. Peter Filzmaier (Politikwissenschaftler), dem Präsidenten des österreichischen Gemeindebundes Bürgermeister Mag. Alfred Riedl, der Bürgermeisterin der Stadt Lienz Elisabeth Blanik und mit dem Innenminister von Österreich, Mag. Wolfgang Sobotka. – Wir sind in Österreich, da braucht es die komplette Bezeichnung. Hab ich mit einem Augenzwinkern meines Gegenüber gelernt.

Das Foto zeigt alle Podiumsteilnehmer.

Digitale Herausforderungen – Diskurs, Foto Johannes Pressl

Drei Punkte möchte ich aus dieser Diskussion kurz anreißen, weil sie mich besonders bewegt haben:

Erster Aspekt: Der Innenminister definiert den notwendigen Ausbau mit Glasfaser nicht als seine Aufgabe. Dafür sei der Ministerkollege für Strukturfragen der richtige Mann. Er als Innenminister sei in Sachen Sicherheit unterwegs. Sicherheit, meinte ich, könne man aber künftig aber auch so definieren, dass Glasfaser zu einem Sicherheitsaspekt gerade der ländlichen Bevölkerung werde. Was ist, wenn die Versorgung der Menschen mit Gesundheitsdiensten und auch mit Rettungsdiensten nicht ausreichen gewährleistet sein wird, weil nicht oder nur unzureichend am schnellen Netz angeschlossen? Wie soll künftig Telemedizin möglich sein, wenn die Dienste in netzunterversorgten Gegenden nicht ausreichen? Gleiches gilt auch für die Rettungsdienste, die auf mobiles Netz angewiesen sind. In Deutschland laufen sie gerne mal mit den Armen und Smartphones in der Luft stochernd herum, um Netzanschluss zu finden. (Ich habe dazu bereits gebloggt.) Eine profunde Debatte begann. Auch und insbesondere um die Frage, wie weit Politik (noch) in der Lage ist, Digitalisierung ordnungspolitisch zu begleiten. Diese Frage der Sicherheit gilt es weiter in die Tiefe zu denken. Die jeweiligen Positionen kann ich hier nicht wiedergeben, sie sind im obigen Link zum Video zu sehen. (Sprechen UND bloggen geht nicht zusammen).

Wolfgang Sobotka und Anke Knopp im Gespräch.

hört zu – der Innenminister von Österreich Wolfgang Sobotka, Foto: Johannes Pressl

Zweiter Aspekt: Die Bürgermeisterin von Lienz, Elisabeth Blanik, hat mir großen Respekt eingeflößt. Ihre Energie zum Breitbandausbau in ihrer Region ist schon beispielgebend. 15 Bürgermeister haben sich zusammengeschlossen und alle bürokratischen Hindernisse geschickt umschifft. Ihr Ziel: schneller Anschluss aller hat sie kreativ gemacht, hat sie auf den Weg geschickt, am Ende erfolgreich zu sein. Kann man nur von lernen. Nachmachen. Sich dort Rat holen. Die Vergabeverordnungen in Deutschland und Österreich sind zwar verschieden – aber am Ende zählt das „wie habt ihr das hinbekommen!“ Großes Lob nach Lienz!

Dritter Aspekt: der hat im Nachhinein wohl alle Frauen im Saal vom Hocker gerissen. Eigentlich war zündender Funke nur eine Randbemerkung, versteckt in einem Nebensatz von Herrn Prof. Filzmaier. Die Landflucht nämlich und konkret die von gut ausgebildeten Frauen, die nach ihrer Ausbildung in der großen weiten Welt eben nicht zurückkehren in den ländlichen Raum. Warum nicht, das habe ich versucht auf den Punkt zu bringen. Weil sie nicht blöd sind! Sie wissen ganz genau, was sie vor Ort dann erwarten würde: traditionelle Rollenbilder und traditionelle Wertehaltungen gegenüber der Art, wie sich Frauen zu verhalten haben – und noch deutlicher – am Ende sind sie es, die die Pflege der dort lebenbenden alternden Eltern und Großeltern übernehmen müssen. Unhinterfragt, ob sie das möchten oder nicht. Aus diesem Aspekt wird sich sicher noch eine tiefere Betrachtung ergeben. Ich bleibe dran.

Denk digital – bleib kommunal

Update: Hier findet sich der Link zu meinem Eingangsvortrag. Ebenso wie der von Ingrid Brodnig (Österreichische Journalistin und Digitalexpertin) und der anschließenden Diskussion zusammen mit Moderator Meinrad Knapp. 

Update 2: Ich empfehle dazu auch den Blog von Johannes Pressl „Langfristig denken – Konkret handeln“. 

Laden die Nachbarn aus Österreich ein, muss man als Deutsche(r) kleine Brötchen backen, wenn es um E-Government geht. Sie sind uns meilenweit voraus. Ein Beispiel? Die Post, die morgens noch in Papierform im ländlichen Rathaus eingeht, ist mittags gescannt – und am Nachmittag ist analoges Totholz bereits geschreddert. Als Referentin aus Deutschland im Kreis von österreichischen Kommunalis darf man sich hier ehrfürchtig verneigen.

Ich war eingeladen, zu den Kommunalen Sommergesprächen 2017 in Bad Aussee, Österreich. Gastgeber und Ausrichter war der Österreichische Gemeindebund und die Kommunalkredit Österreich. „Thema: Denk digital. Bleib kommunal.“ Treffender konnte der Titel nicht sein. Die Musik spielt hier zwischen Tradition und Moderne:

Das Foto zeigt ein Schlagzeug mit einem Blick aus dem Fenster auf Dächer und Berge.

Kurhaus Aussee – über den Dächern spielte die kommunale Musik

In vier Fachforen konnte das weite Feld „Digitalisierung“ anschaulich aufgebohrt werden. Die jeweiligen Fachimpulse kann ich hier nicht beschreiben – ich stand selbst auf dem Podium, dann ist bloggen schwer.

Das Foto zeigt mich mit zwei weiteren Referenten.

Christoph Meineke, Bürgermeister Wennigsen/Deister (Hannover)  und Simon Rosner (Wiener Zeitung)

Die Foren mit ihren Themen sowie die Ergebnisse in aller Kürze – die Ähnlichkeiten oder Deckungsgleichheit mit der Diskussion in Deutschland liegt auf der Hand:

Nummer 1: Social Media und Kommunikation auf lokaler Ebene:

Social Media ist eine Herausforderung; gutes Kommunikationsmittel für die Kommune, weil in eigener Hand und unabhängig von anderen (Zeitungen); Kommunikation auch für die, die nicht mehr in der Gemeinde leben (Weggezogene aber Heimatverbundene); sie können sich hierüber immer noch informieren, was daheim passiert; Social Media muss professioneller werden (Technische Installation / Anwendung, Anleitung für Verwaltungsmitarbeiter); das Wissen und die Erfahrung ist nicht vorhanden, wie man mit Trollen/Shitstorm umgeht; gewünscht ist, „die Kontrolle“ in der Gemeinde zurückzuholen.

Das Foto zeigt das Panel der Ergebnisverkündigung mit den Referenten

Ergebnisse

Thema 2: Digitale Verwaltung braucht den Menschen (Kommune 4.0)

Ergebnisse: Vorbereitung und Einstellen auf eine noch schnellere Taktung der Geschwindigkeit der Veränderungen als das bisher der Fall war; Muss man mehr Personal einstellen, um die Aufgaben leisten zu können?!; es ist keine Aufgabe für Roboter: Verwaltung, Pflege von Alten, Müllabfuhr = das müssen nach wie vor menschliche Arbeitsplätze bleiben; mehr Stimmungen und Ängste der Menschen aufnehmen, Ängste wahrnehmen und ernstnehmen; digitale Werkzeuge müssen beherrschbar sein für eine Verwaltung; (Exkurs: Wenn man das kann, dann gelingt das auch  ( es braucht Erfahrungen, die erlangt man lediglich durchs Machen); wir brauchen einen Plan; die Frage beantworten: Was will ich mit den neuen Tools erreichen? (das sagt einer, der lange Jahre Erfahrung hat; Personalabteilung wird immer wichtiger = Personalentwicklung als Teil der Kommune 4.0.

Das Foto zeigt einen Konferenzraum in Österreich mit traditionellem Jagdmotiv.

Traditionell – und modern

Thema 3: Digitale Plattformen zur Umsetzung kommunaler Projekte

Digitale Werkzeuge und digitale Angebote = unüberschaubar ( es gibt zu viel, die Auswahl ist nicht mehr gewährleistet nach  handhabbaren Kriterien); die Frage ist und bleibt: Was davon soll ich nehmen? Was passt zu mir und meiner Verwaltung? Was passt zu meiner Kommune?; Womit soll ich anfangen? Die Themenpalette ist so vielschichtig: Glasfaser, E-Government+; Wie bringe ich Bürger dazu, Digitales auch zu nutzen?; Wenn digitale Angebote = dann müssen diese den Arbeitsaufwand für die Menschen reduzieren (Beispiele: Wasserzähler; keine Anträge mehr im Amt); am gefährlichsten ist es, diesen Weg NICHT zu gehen!; Vorschläge konkret: 1. Zentrales Angebot geben (1 Anlaufstelle, sinnvoll alles digital anzubieten; 2. Holschuld der Gemeinden; 3. zentrales Angebot für die Qualifikation der Mitarbeiter machen (Wartung; Bestimmungen; übergeordnete Aufgaben); 4. Klare Definition von Bundesseite wird erwartet. Schließlich bleibt die Frage: Was MUSS ich denn als Kommune anbieten? Anleitungen und klare Vorgaben werden erwartet, Vernetzung untereinander ist zentral und wichtig

Forum 4 Smart Country – digitale Strategien für den ländlichen Raum

Simon Rosner als unser Moderator stellt die Ergebnisse für unseren Workshop vor, den ich zusammen mit Christoph Meineke, Bürgermeister aus Wennigsen/Deister im Raum Hannover gestaltet habe. 

Ergebnisse in aller Kürze: Digitalisierung kann man nicht von oben überstülpen und verordnen; Verständnis der Politik und der Verwaltung über digitale Themen vertiefen; Akzeptanz der Bürger stärken; Bürger einbeziehen; das Wissen und KnowHow der Vielen und bisher unentdecken Quellen wie auch der Jugend (Jugend hackt);  Bedürfnisse und Bedarfe feststellen; Know-How in den Kommunen fehlt; Einbringen von Zivilgesellschaft in neuen Formaten wie Koproduktionen; Scheitern erlauben; Strategieplanung und beginnen!

Die Foren waren gut besucht. Das ist eine zentrale Aussage, denn wer den wunderbaren Ort der Tagung kennt: Bad Aussee, der ahnt, dass es dort um Entschleunigung geht, um Entspannung und um den Genuss der Natur. Viele Gründe also, die Landschaft zu genießen. Statt dessen rauchten die Köpfe und es wurde sehr ernsthaft und vielschichtig diskutiert. Kommunales Herzblut pochte. 

Einige besonders herausragende Sätze und Erkenntnisse am Ende der Ergebnisverkündigung. Ich schreibe sie hier gerne auf, weil sie Mut machen, aber auch schmunzeln lassen. 

1) „Wir schaffen das!“ Kein Stress.

2) Wir auf dem Land werden als Volliditionen gehalten. Wir sind es nicht!

3) Es braucht weniger! Wir machen eh schon alles  – dann klappt das mit der Digitalisierung hier auch noch.

4) Anekdoten aus dem Forum 4: Alle im Gemeinderat stimmen für Glasfaser, nur einer nicht. Am Abend bespricht der Nichtstimmer diesen Umstand mit seinem Sohn. Der erklärt dem Vater, was man damit alles anfangen kann. Am folgenden Tag geht der Anruf ein beim Bürgermeister: Glasfaser sei doch eine tolle Sache. Man solle da mitmachen. 

Landleben am digitalen Puls anschließen

Sie möchten auf dem Land leben (bleiben)? Sie möchten nicht in die Stadt ziehen?

Dann wird es Zeit, den ländlichen Raum auch an die digitale Entwicklung anzuschließen, damit diese Wünsche in Erfüllung gehen. Konzepte gibt es. Ich habe dazu einen Gastbeitrag in der Wiener Zeitung verfasst. Die Herausforderungen in unserem Nachbarland, damit der digitale Brückenschlag ins Land gelingt, sind ähnlich gelagert wie die in Deutschland.

Hier geht´s zum Artikel in der Wiener Zeitung. 

Das Foto zeigt den Artikel in der Wiener Zeitung.

Gastbeitrag in der Wiener Zeitung

 

Zu Besuch bei #Emma

In dieser Woche durfte ich #Emma kennenlernen. Sie ist ganz charmant. Emma ist ein Pepper Robot. Ihr „Vater“ ist Hannes Eilers, M.Sc. an der FH, Fachbereich für Informatik und Elektrotechnik in Kiel. Emma hat einen tollen Job: Sie besucht seit geraumer Zeit die Demenz-WG der Diakonie Altholstein in Kiel. Wenn Emma dort aufrockt, dann rockt sie im wahrsten Sinne des Wortes: Sie singt, tanzt und unterhält die Bewohner einer Demenzwohngemeinschaft.

Das Foto zeigt Emma, einen Roboter aus der FH Kiel. Man sieht ihre beleuchteten Augen ins schwarz mit einem roten Rand.

Emma FH Kiel

Mit ihrem Können trägt sie sehr zur Abwechselung für die Heimbewohner bei. Sie ist eine Bereicherung auch für die Pflegekräfte, die ihre Arbeit durch ihren Einsatz unterstützt sehen. Die Angst vor Wegrationalisierung von Arbeitsplätzen wird vielfach diskutiert – doch es geht darum, Roboter als Helfer zu betrachten, die mehr Raum und Zeit schaffen für die zwischenmenschlichen Kontakte zwischen Heimbewohnern und Pflegekräften.

Hier eine kleine Kostprobe aus dem Labor der FH Kiel:

Es war ein Vergnügen, Emma kennen zu lernen. Auf ein baldiges Wiedersehen.

Das Foto zeigt die Hand von Emma, eine Roboterhand von Pepper.

Shake Hands, auf bald