#Landlabs – Digitales für den ländlichen Raum

Die Frage stellt sich landauf- und landab vieler Orts: Landlust oder Stadt(rand)Frust – welchen Weg schlägt man ein? Sind Landlabs neue Orte für das neue Zusammenleben? Wie reaktivieren wir den ländlichen Raum – in dem immerhin mehr als die Hälfte der Menschen ihren Lebensmittelpunkt haben?

Dazu diskutierte eine digital teilchenbeschleunigte Gruppe von Experten, Interessierten aus der Wirtschaft, der Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft auf Einladung der @KUstrassenschau „Kreatives Unternehmertum“ in Wennigsen – dem Ort, der sich mit seinem digitalen Bürgermeister Christoph Meineke wiederholt als zentraler Hotspot für Innovationen herauskristallisiert.

 

 

„Landlab“ fragt entlang gesellschaftlicher Konfliktpunkten wie Mobilität, Arbeit und Soziales wie Kommunen es schaffen können, in einer zunehmend digitalen Wirklichkeit Bürgern Heimat und Identität geben zu können – das war die Klammer für alle Diskussionsrunden. Ich konnte die Veranstaltung bereichern mit meinen beiden Impulsvorträgen: „Versuch und Irrtum – neue Wege für das Morgen“ und der anschließenden Moderation meines Podiums sowie zur Frage „Identität, Partizipation – die neue Bürgerlust?“.

 

 

Identität ist derzeit in aller Munde – die Frage ist, wer „wir“ sind. Die Zeit des politischen Aufwachens ist angebrochen – als BürgerInnen dieses Landes treibt uns die Sinnsuche, die Suche nach Lebensformen, die uns in den aktiven Zustand versetzen, neue Möglichkeiten der Partizipation bereit halten. Der Weg führt zunehmend weg von der ökonomisch orchestrierten Rolle der Konsumenten und passiven Entgegennehmer von Entscheidungen, an denen die Meisten gar nicht beteiligt sind. Das den Kommunen innewohnende Gen der Gemeinwohlorientierung wird wieder entdeckt und gerade im ländlichen Raum mit Leben zu neuen Formen der Gemeinschaft erweckt. Die rechtspopulistischen und nationalistischen simplen Antworten können nicht tragfähig sein angesichts einer immer komplexer werdenden Welt. Wir brauchen Erzählungen und Bilder, die eine offene und liberale Gesellschaft zeigen, die wir sein wollen, die wir bleiben wollen. Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und sturer Nationalismus haben keinen Platz. –

Gleichzeitig gilt es, unsere Identität neu zu definieren, wenn wir uns gegenüber Künstlicher Intelligenz abgrenzen wollen – wer sind wir, wenn Rechner künftig besser, schneller und fehlerfreier arbeiten als Menschen. Wir stehen vor der Werteverschiebung hin zu den Talenten wie Kreativität, Emotionalität, Empathie. Eigenschaften und Können, welches uns von künstlicher Intelligenz in Rechnern unterscheiden. Die aber in den letzten Jahrzehnten ordentlich verschütt gegangen sind – sie hatten wenig Wertigkeit im Rennen um „schneller, höher und weiter“. Das ändert sich gerade. Wir müssen diese Werte neu aushandeln. Die Spielregeln für ein tolerantes Miteinander neu aushandeln, insbesondere vor dem Hintergrund einer Welt, die sich durch den digitalen Wandel grundlegend verändert. Im ländlichen Raum entstehen zunehmend Räume, in denen Menschen zusammen kommen und diese neuen Ideen umsetzen.

Der zweite Impuls galt dem Thema „Versuch und Irrtum“ – ist in diesen Zeiten genau die richtige Herangehensweise, die Unsicherheit und Aufbruch adressieren und kreativ mit ihnen umgehen helfen. Wir brauchen mehr Veredler, die die Digitalisierung auch in den ländlichen Raum bringen und dort erlebbar machen. Den Menschen in den Mittelpunkt stellen, Scheitern erlauben, das Gehen eigener Wege im ländlichen ermöglichen. Und Lernen helfen. Viele Impulse finden sich unter dem Hashtag #Wennigsen auf Twitter.

Hier finden sich einige Impulse und Impressionen im Bewegtbild:

 

KU Strassenschau 2018 – Wennigsen from FilmCrew on Vimeo.

Die Tour der Landlabs geht diese Woche quer durch Deutschland – und wird in 2019 wiederholt.

 

 

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