OWL-Parteilose mit Chancen

Die Bürgermeisterwahl in NRW liegt hinter uns. In ein paar Tagen treten die neuen Meister ihr Amt an.

Ein Blick zurück zeigt aber einen neuen „alten“ Trend, der sich verfestigt: Parteilose Kandidaten sind im Kommen und schneiden auch jetzt recht gut ab. Offensichtlich gehören Parteilose zu einem festen Bestandteil der politischen Kultur.

Das Foto zeigt einen Hinweis auf ein Wahllokal.
Gewählt!

Nähern wir uns damit einer neuen Haltung an, wie sie etwa in Baden-Württemberg schon eher Tradition ist? Baden-Württemberg gilt als das Bundesland mit den meisten parteilosen Bürgermeistern. (Hier findet sich ein Vergleich von Jörg Bogumil aus dem Jahr 2005 dazu.)

OWL und ein parteiloser Gewinner der Bürgermeisterwahl

Ein Blick auf OWL zeigt: Die Ergebnisse der Parteilosen sind zumindest ernst zu nehmen, denn es gibt einen Sieger und viele gut Platzierte.

Der Bewerber aus der Stadt Kalletal, Mario Hecker, hat 52,0 Prozent erreicht und ist damit sogar im 1. Wahlgang gewählt.

OWL und „parteilose Verlierer“ der Bürgermeisterwahl

Stadt Minden, Jürgen Schnake, 10,74 Prozent. (Einwohner: rd.  82.300; Wahlbeteiligung: 36,2 Prozent)

Stadt Oerlinghausen, Dr. Ursula Herbort, 29,9 Prozent. (Einwohner: rd. 16.800, Wahlbeteiligung: 52,5 Prozent)

Stadt Kalletal, Elke Dalbke-Fohrmann, 17,00 Prozent. Einwohner: rd.  14.600 , Wahlbeteiligung 56,5 Prozent)

Bad Oeynhausen, Stefan Ott, 21,32 Prozent.

Bad Oeynhausen, Klaus Mueller-Zahlmann, 22,5 Prozent (Einwohner: rd. 48.500; Wahlbeteiligung: 32,1 Prozent nach Stichwahl)

Vlotho, Jürgen Koch, 5,7 Prozent. (Einwohner: rd. 19.400 ; Wahlbeteiligung: 49,6 Prozent)

Gütersloh, Alex Michel, 0,85 Prozent.

Gütersloh, Anke Knopp, 9,35 Prozent. (Einwohner: rund 96 T; Wahlbeteiligung Stichwahl: 31,8 Prozent)

Löhne, Guido Schumacher, 4,00 Prozent. (Einwohner: rund 40.200; Wahlbeteiligung: 42,3 Prozent)

Was bedeutet das? Sicher ein Indiz dafür, dass sich die traditionellen Parteien stärker öffnen müssen. Zudem sind die Parteilosen mit der politischen Maßgabe angetreten, mehr Bürgerbeteiligung zu etablieren und grundsätzlich unkonventioneller arbeiten zu können, dies im besten Sinn als eine neue Mischung aus politischem Vertreter und Verwaltungsmensch.

 OWL undparteilose Gewinner – aber…“ der Bürgermeisterwahl

Weitere parteilose Kandidaten waren auch erfolgreich, aber:  Bei ihrer Kandidatur besteht der gravierende Unterschied, dass sie zwar allesamt Parteilos sind – aber die örtlichen Parteien diese Kandidaturen unterstützt haben. Insgesamt hat das sehr gute Ergebnisse eingebracht, auch, wenn es sich um eher kleine Kommunen handelt.

Hier ein kurzer Überblick:

Marienmünster – Robert Klocke, Parteiunterstützung durch SPD, 57,3 Prozent, Wahlbeteiligung 62,6 Prozent, Einwohnerzahl 5.300.

Schieder-Schmalenberg, Jörg Bierwirth, Parteienunterstützung durch SPD, CDU, UWG und FDP, 89,0 Prozent, Wahlbeteiligung 49,00, Einwohnerzahl: rd. 9.000.

Nieheim, Rainer Vidal, Parteienunterstützung durch CDU, FDP, 68 Prozent. Wahlbeteiligung 45,8 Prozent, Einwohneranzahl: 6.600.

Bad Lippspringe, Andreas Bee, Parteiunterstützung durch SPD und UWG, 63,1 Prozent. Wahlbeteiligung 42,8 Prozent, Einwohneranzahl: 15.000.

Auf die weitere Entwicklung in dieser Richtung darf man gespannt sein. Übertragbar wäre dieses Modell auch auf künftige Wahlen und andere Ebenen, denn die Parteien haben immer größere Schwierigkeiten, überhaupt Menschen zu finden, die sich politisch engagieren wollen.

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