Breitbandausbau – nachgehakt

Der Breitbandausbau stand in Gütersloh ganz kurz auf der politischen Tagesordnung als die Initiative „Demokratie wagen“ ihren Antrag zur Mitverlegung von Leerrohren in der Stadt Gütersloh gestellt hatte. Dann war wieder Funkstille.

Die Versorgung mit Breitband ist eine Zukunftsaufgabe, bei der die Kommune ganz wesentlich gefordert ist. Anfang des Jahres hatte nun die Telekom die Hand gehoben und erklärt, sie werde den Ausbau mit schnellem Internet übernehmen. Das hört sich gut an, ist es aber nicht.

Das Bild zeigt ein Internetterminal an einem öffentlichen Platz.

Die Initiative fordert jetzt konkrete Fixpunkte in einen Vertrag mit der Telekom aufzunehmen (bis wann ist der Ausbau beendet und wo wird verlegt?) und zudem auch ein kommunales Konzept, dass die Stadt Gütersloh ab sofort Leerrohre in den Straßen mitverlegt. In rund 7 bis 10 Jahren ist nämlich die veraltete Technik der Telekom nicht mehr leistungsfähig. Bis dahin könnte Gütersloh also den Anschluss an ein schnelles Internet verloren haben. Das Versäumte nachzuholen, ist dann nicht mehr möglich. Eigentlich wollte der Stadtbaurat ein solches Leerrohrekonzept bereits im Januar im Ausschuss für Wirtschaftsförderung vorlegen. Hat er aber nicht.

An der Antragstellung von Demokratie wagen und an der aktuellen Forderung bin ich beteiligt.  Die zukunftsfähige Versorgung mit Breitband ist mir ein ganz besonderes Anliegen. Die Pressemeldung kann man hier lesen.

4 Kommentare Füge deinen hinzu
  1. Ich wohne in einem der Gebiete Güterslohs, die nicht durch TV-Kabel versorgt werden und bin froh und dankbar über die Initiative der Telekom. Wir brauchen jetzt, so schnell wie möglich, schnelles Internet, und nicht erst irgendwann. Dank Telekom können wir nun mit bis zu 100 Mbit/s rechnen, und zwar noch in diesem Jahr.
    Und die Telekom verbaut damit keinesfalls die Zukunft! Ich stimme Ihnen natürlich zu, dass in sieben bis zehn Jahren die Geschwindigkeiten von mehreren hundert Mbit langsam sein werden, und damit die Kupferkabel-Technik ausgereizt sein wird. Daher hat die Telekom zunächst die Ortsvermittlungsstellen, dann die Hauptverteiler und nun die Verteilerkästen mit Glasfaseranschluss ausgestattet. Der nächste, derzeit noch fehlende Schritt ist dann die Strecke vom Verteilerkasten zum Hausanschluss. Dieser letzte Schritt wird aber erst durch die Glasfaserverkabelung des Verteilerkastens möglich. Der angekündigte Ausbau scheint mir ein logischer, vernünftiger Schritt zu sein.

    Grundsätzlich allerdings, und das betrifft eher die große, nicht die Lokalpolitik, wird zukünftig ein Internetzugang Menschenrecht und Teil der gesetzlich gesicherten Grundversorgung sein. Zusammen mit dem Grundgesetzgebot der Gleichheit der Lebensverhältnisse überall in Deutschland ist sicherlich ein öffentliches bzw. staatliches Netz hier die vernünftigste Lösung, zumal die technische Entwicklung Unterschiede zwischen den Anbietern ohnehin nivelliert. Der Bund sollte dazu einfach die privatisierten Telekom-Anteile zurückerwerben.

  2. Jetzt, wo Politik und Wirtschaft gelernt haben das vormals freie Internet nach Gutsherrenart verwalten und zu Eigennutzen gestalten, da möchten Sie, dass sich endlich auch Ihre Bürger der Mediendiktatur unterwerfen?

    Das Fernsehen, der Rundfunk sind dank der einschläfernden Inhalte für den Bürger zum abendlichen Lagerfeuer mit Beruhigungseffekt verkommen. Jetzt entdeckt die Politik, gesteuert von den Lobbyisten der Wirtschaft die Spielwiese Internet. Und Milliarden werden in Breitbandausbau investiert bevor Sie und Ihr Unternehmen erkennen, dass die indoktrinierten Inhalte keiner mehr lesen, sehen und hören will.

    Bitte schauen Sie sich den Ausbau der Breitbandnetzwerke in den nordischen Ländern Schweden, Norwegen und Finnland an. Technisch können sie ein Vorbild sein – ob die auch dort ebenso gesteuerten Inhalte trotz Ausnutzung des technisch Machbaren jemand aus der Sauna locken werden?

    1. Unser Ansatz ist genau der, das Netz in kommunaler Hand zu lassen, damit der Zugang eben für alle gleich bleiben kann. Das kann man hinbekommen. Die Diskussion dazu muss allerdings geführt werden, bisher ist das in GT noch nicht angekommen.
      Zudem verändern sich die Inhalte von Fernsehen und Rundfunk gerade deutlich, insbesondere die Youtuber erfinden das gerade neu. Mein Ansatz ist schon der der Freiheit. Und ich will einen Zugang für Jedermann, das auf Dauer. Ohne Neutralität wird es kein freies Netz mehr geben.

      Ich verstehe allerdings nicht ganz Ihre Position: Kein Breitband oder egal? Oder einfach nur Schelte?

    2. Hallo Dietmar, rein interessehalber – verstehe ich Sie richtig, dass die von den Einwohnern Schwedens, Finnlands und Norwegens abrufbaren Internetinhalte „gesteuert“ werden, also gelenkt und geplant? Können Sie dafür einen Beleg zitieren?

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