Experimente erwünscht, netzwerken auch: Regionale 2022

Das neue URBAN LAND OWL: Ein dickes Brett wird mit der Regionale 2022 gebohrt. Am Montag fand ein erster Workshop dazu im Kunst- und Kulturzentrum in Bielefeld statt. Projekte werden gesucht, die die Region den Quantensprung vollbringen lässt, rein in die Zukunft, rauf auf den längst fahrenden Zug der Digitalisierung. Wie sieht die Region 2030 aus?

Gemeinsam geht das Schmieden von Ideen und Projekten besser. 200 Menschen diskutierten. Der sprichwörtliche Start lag in einem begehbaren Modell von OWL mit seinen besonderen Räumen von der pulsierenden Mittelstadt bis hin zum Dorf im eher ländlichen Raum. Alles dabei , was man zur Zeit mit dem Besteckkasten für digitale Entwicklung behandeln kann – Smart City und digitales Landleben. Ein Ziel dabei: Ausgleich der Ungleichheit zwischen Stadt und Land.

Wesensmerkmale der Regionale 2022 aus Düsseldorfer Sicht lassen sich schnell umreißen sich mit den Schlagworten: „Zusammenarbeit, interdisziplinär, Bürgerbeteiligung, Mut zum Risiko – und man kann auch mal eine Niederlage einstecken, wenn die Experiment nicht gleich gelingen“ – so jedenfalls überbringt es Karl Jasper aus dem MHKBG NRW. Das ist neu. Dieses Credo trägt die Handschrift der Start-up-Szene, die offenbar Wirkung zeigt.

Die Aufgaben für den Workshop lauten: Was konkret macht die Regionale 2022 aus? Um dann vier Schwerpunkte mit Leben zu füllen. 1. der neue Mittelstand 2. die neue Mobilität 3. Kommunen ohne Grenzen und 4. das neue Stadt-Land-Quartier. Projekte und Ideen sind gesucht. Von jetzt bis noch 2021 – „Sie können gewohnt so arbeiten, wie das hier üblich ist“. Innovation in OWL geht nicht von heute auf morgen.

Ganz mein Geschmack jedenfalls, was das Vorgehen angeht:

 

Im anschließenden Diskussionsmarathon an Riesen-Thementischen mixt sich Digitales mit rein analogem Brainstorming. Die Ideen landen auf Zetteln. Was offenbar den Redefluss erleichtert. Die Zettel mehren sich.

 

Ideen auf Zetteln regen die Diskussion an

 

Interessanterweise ist OWL nicht am Stück zu interpretieren. Acht Kategorien an Räumen und Akteuren ergeben sich. Dabei sind so interessante Wortschöpfungen und Gattungen enstanden wie etwa: Lokale Helden, Urbanist, Lokaler Anker oder auch GLokaler – allesamt Spezifika der Orte in OWL und ihrer Macher. Ein Raumbild mit konkretem Handlungsbedarf entsteht.

Am Stehtisch zum „Glokaler“ – eine Mischung aus Global agierender Akteur wie ein Weltmarktführer etwa und lokaler Vernetzung, Unternehmen und Kommunen gehen Hand in Hand – hat andere Wünsche als etwa der ländliche Raum.

Meine Idee für den „Glokaler“: Schaffung einer Plattform für neue Berufe für die nächste Generation, mit Zugang von den Unternehmen in der Schnittstelle direkt zu den jungen Menschen und auch in die Schulen hinein. Grund: Allein der Weltmarktführer für digitale Landmaschinen Claas in Harsewinkel bietet auf seiner Homepage rund 200 Job- und Praktikumsplätze an, deren Jobbezeichnung kaum jemand kennt – und mit Sicherheit auch die Schulen diese Profilbilder der Berufe noch gar nicht kennen. Man wird heute nicht mehr einfach „nur“ Metaller oder Mechaniker. Um da künftig Interessierte und Qualifizierte mit den suchenden Firmen besser zusammen zu bringen, wäre eine Berufeplattform gut – Finden und Suchen leicht gemacht. Bisher ist das nämlich eher Puzzelarbeit.

Solche und viele weitere Gedanken sind entstanden. Jetzt beginnt die Phase des Denkens. Und die Phase des Einreichens von Ideen ist eröffnet. Die passgenauen Formulare dazu finden sich hier. 

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