LoRaWan – wenn die Dinge intelligent werden

Wir sind auf dem Weg der weltweiten Vernetzung. Wie aber funktioniert diese Vernetzung mit „Dingen“? Demnächst sind Milliarden von Dingen intelligent, weil sie mit einem Sensor versehen sind. Das sind sowohl Gegenstände im öffentlichen Raum wie Rathausuhren oder auch jede Menge im Haushalt, wie Gewichtswaagen, Rolläden etc. Sie senden Daten, sie empfangen Daten, sie kommunizieren mit anderen Dingen und leiten ihr Wissen, also Daten über Gateways weiter ins große weite Netz. Das „Internet der Dinge“ entsteht. Was sich anhört wie Zauberei passiert bereits um uns herum. Dazu braucht es ein Netz, ohne das die Kommunikation nicht gelingen könnte. Wie man ein tragfähiges Netz dazu in einer Kommune aufbaut, zeigt das Netzwerk „The Things Netzwerk“ gerade mit einem wachsenden Netzwerk an LoRaWan.

 

Internet of Things in Bürgerhand

 

LoRaWan basiert auf einem Netzwerk von Sensoren, ausgestattet mit langlebigen Batterien, die auf niedriger Bandbreite jedoch einige Kilometer agieren können und damit eine hohe Reichweite ermöglichen. Sie geben Informationen weiter an einen Ort, an dem die Informationen von Interesse sind, also Applikationen (Apps) oder Plattformen. Konkret heißt das etwa: Sensoren sind an Brückenpfeilern angebracht und melden den Wasserstand von Flüssen. Steigt der, wird das dahinter liegende System sofort eine Meldung verarbeiten mit dem Inhalt: Vorsicht, hier läuft etwas aus dem Ruder – Menschen können mit solchen Informationen in Echtzeit Veränderungen feststellen, Missstände beheben, gewarnt werden, steuern und kontrollieren, wo sonst ein solches frühes Erkennen nicht ohne große Aufwände möglich wäre.

LoRaWan ist eines von vielen Systemen, die gerade auf den Markt kommen. LoRaWan aber ist eine offene digitale Technik, sie ist entwickelt von Menschen für Menschen, der Zugang steht allen frei. In Deutschland bilden sich immer mehr Communities, also Gemeinschaften, die LoRaWan-Netze für ihre Kommunen aufbauen, die dazu notwendigen Gateways (Sendemasten) aufstellen und sich vernetzen. Das komplette Internet der Dinge bleibt dabei in Bürgerhand und wird nicht von den großen Kommunikationsanbietern beherrscht. Das Ziel ist das Teilen von Wissen und Erfahrungen mit einem offenen Standard in einem globalen Netz.

In Amsterdam hat man dazu bereits sehr detaillierte Erfahrungen gemacht: Der Hafen wird mittels LoRaWan vernetzt, Sensoren teilen mit, wenn etwa Schäden vorliegen an Pfeilern oder Brücken. Geplant ist auch, die Parkplätze am Hafen auszustatten, so dass die Fernfahrer bereits im Netz abrufen können, ob die Parkplätze voll belegt sind oder ob sie noch einen Platz bekommen können. Suchverkehre werden vermieden.

Aber nicht nur die gr0ßen Städte profitieren. Auch in kleinsten Gemeinden ist der Einsatz möglich. Etwa beim Denkmalschutz von Kirchen, Schlössern und Ruinen. Ausgestattet mit Sensoren melden die jede Veränderung in der Bausubstanz – so dass frühzeitig reagiert werden kann. Vorbei ist das mühselige Anzeichnen, Abkleben mit Zetteln, die dann real vor Ort erst in Augenschein genommen werden müssen. Gleichermaßen ist diese Technik ganz besonders geeignet, die örtlichen Straßenverkehre zu revolutionieren.

Der Einsatz von LoRaWan ist vielfältig. Der Einsatzort wird entschieden durch die Bedarfe und Bedürfnisse derer, die sich daran machen, um ein Netz zu installieren. Die Beispiele zeigen: Es funktioniert! Gut wäre es, wenn die Kommunen hier frühzeitig auf den Zug aufspringen würden, um von den freien Zugängen zu profitieren, bevor es andernorts zu einem Geschäftsmodell avanciert, an dem nur wenige Geld verdienen und nur wenige die Daten besitzen.

 

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