Stadtbilder im Werden

Es bleibt nichts wie es ist. Gerne spaziere ich durch Städte und halte Augenblicke fest. Augenblicke des Stadtdaseins und auch des städtischen Werdens. Für mich ist diese Veränderung exemplarisch, wie etwa sich politische Entscheidungen direkt im Stadtbild auswirken. Ein Vorher und ein Nachher entstehen. Der Mensch mittendrin im Fluß der Zeit.

Das Foto zeigt Unter den Linden und den Bau des Stadtschlosses.

Berlin im Werden, 2015

Heute fand ich diesen poetischen Ort des Wandels wieder. Diesmal so, wie  es das Auge des Künstlers Christopher Lehmpfuhl sah. Christoph Lehmpfuhl und Martin Spengler finden sich als Künstler ausgestellt im Kunstverein, Kreis Gütersloh, mit dem Titel „Korrespondenzen“. Diese Korrespondenz klingt auch in meiner Wahrnehmungswelt. Wunderbare Ausstellung!

Das Foto zeigt ein Gemälde von Christopher Lehmpfuhl

Christopher Lehmpfuhl

#DigitaleRegion – was ist zu tun?

Am Ende gibt es einen Fragebogen zum Thema Wirtschaft und Arbeit – bitte mitmachen: 

Die 11. Initiative des CoLab Internet und Gesellschaft und der Verein „Unternehmen für die Region“ haben die #digitaleRegion in den Fokus genommen. „Aus dem Land – für das Land“.

Von April bis Oktober 2016 kommen ExpertInnen aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Politik sowie Regionalvertreter zusammen: In einer klassischen Think-Tank-Art auf Grundlage ihrer Expertise  diskutieren und erörtern sie die aktuellen Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung für den außerstädtischen Raum interdisziplinär. Ich arbeite für die Bertelsmann Stiftung in dem Gremium mit.

Auf dem Weg #digitaleRegion

Auf dem Weg #digitaleRegion

Ein Aspekt aus der Arbeitsgruppe Wirtschaft und Arbeit ist dabei: Die Auswirkungen der Digitalisierung auf die klein- und mittelständischen Unternehmen als integraler Bestandteil einer vitalen Kommune. „Darüber hinaus geht es um die gesamtgesellschaftlichen Chancen einer Revitalisierung von Regionen durch die Etablierung regionaler Verbünde, die sich im Sinne von Verantwortungspartnerschaften für den digitalen Wandel in ihrer Region einsetzen.“ So steht es auf der Website des CoLab.

Diese Impulse sind nicht unerheblich auch für die Region OWL (Ostwestfalen-Lippe). Wir basteln als Arbeitsgruppe des Colab gerade an einer Kurzstudie, die wir aufsetzen wollen.

Dazu haben wir in einer ersten Phase einen Fragebogen entwickelt, den wir gerade durch die Social Media Kanäle schicken und um deren Beantwortung wir diejenigen bitten, die sich mit Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung beschäftigen.

Hier ist der Fragebogen – wer Zeit und Interesse hat, ist ein geladen, zu antworten und sich zu beteiligen.

Die Ergebnisse fließen dann als Basis in die Studie ein, aus der wir gerne auch konkrete Visionen entwickeln wollen, wie sich eine #digitaleRegion entwickeln lässt. Am Ende wird es zwei konkrete Testphasen geben: in Wennigsen (Deister) und eine in der Region Augsburg. Unser Ziel: von der Theorie in die konkrete Anwendung kommen.

Freue mich über Mitmachen beim Fragebogen. Über den Fortgang des Projektes blogge ich weiter.

Ohne Kabel ist keine Stadt zu machen

Sich in fremder Umgebung zurechtzufinden, ist mittlerweile kein Problem mehr. Die Welt steckt in jedem Smartphone und die zahlreichen kleinen HelferleinApps meistern, den individuellen und schnellsten Weg von A nach B: Straßenverzeichnisse, Sehenswürdigkeiten, Öffentliche Mobilität, Koordinaten. Ein Mix an Möglichkeiten steht bereit. Eine der wichtigsten Apps wäre aber wohl mittlerweile die: Wo finden sich öffentliche Steckdosen zum Aufladen von mobilen Devices alles Art? Am besten gratis. Am besten aus regenerativer Energie. Am besten ohne Datenklau. Damit die kleinen mobilen Helfer funktionieren, braucht es Ladestationen.

Das Foto zeigt eine Grafik auf der CeBIT mit dem Hinweis auf Ladestationen für mobile Devices.

ohne Kabel läuft nix – Ladestationen für Cities

Auf der CeBit fand ich genau das ziemlich gut: eine kostenlose, freie Ladestation mit ausreichend Steckdosen und vielen Sitzgelegenheiten. Super gemacht. Wäre meiner Meinung nach auch auf jede Innenstadt zu übertragen. Sogar grün produzierbar. Voraussetzung ist natürlich die Datensicherheit, d.h. kein Hacking möglich, kein Datentransfer und keine Installation von Schadsoftware. Das geht.

Besonderes Augenmerk bekam das Thema nochmal im Rahmen der Hackathons „Refugees Welcome„: Hat man einmal begriffen, wie zentral und schier überlebenswichtig die mobile und globale Kommunikation im Leben der Menschen geworden ist, weiß man, wie wichtig eben auch Ladestationen sind, die man zu jeder Zeit ohne Bezahlung nutzen kann. Warum also nicht solche Ladestationen an zentralen Orten einrichten? Warum nicht auch dazu ein eigene App für die Cities basteln – oder sie in die City-Apps mit aufnehmen – wo diese Ladestationen sind? Smart Data nutzen für ein (smartes) Leben.

Smart Data als Schild auf der CeBIT.

Smart Data als Ziel

So wird das nix…

…. mit dem Geldverdienen der Stadt durch Werbung:

Werbetafel im Auftrag der Stadt - Lindenstraße 2015

Werbetafel im Auftrag der Stadt – Lindenstraße 2015

Drei Standorte zeigen seit langer Zeit das gleiche traurige Bild: Standort Lindenstraße/Carl-Miele-Straße; Standort am Stohlmann Platz; Standort am Rathaus, Friedrich-Ebert-Straße.

Update vom 18. Juli 2015:

Der Rat der Stadt war dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hatte beschlossen, künftig selbst Geld mit Werbemitteln durch Werbetafeln zu erwirtschaften.  In dem Zusammenhang wurden die Bushaltestellen der vorherigen Firma abgerissen und verschrottet und durch neue der Stadt ersetzt. Das war eine Vernichtung von Ressourcen ohnegleichen. Auf der Hinweis auf die Fördermittel hinkt, denn auch diese werden von den Bürgern aufgebracht. Wenn man also ankündigt, es besser machen zu wollen, muss auch erkennbar sein, dass man es besser machen kann. 

Sprechstunde Seniorenbeirat

Heute habe ich den Seniorenbeirat in seiner öffentlichen Sprechstunde in der Stadtbibliothek Gütersloh besucht.

Das Foto zeigt die Gruppe des Seniorenbeirates in der Stadtbibliothek Gütersloh.

Es war ein sehr anregendes Gespräch. Wir haben viele Themen diskutiert, die die Belange der Senioren betreffen. Besonderes Augenmerk lag auf der Barrierefreiheit im öffentlichen Raum. Ein Beispiel ist etwa die Stolperfalle durch das Wasserband auf dem Berliner Platz – eine ältere Dame war da, die hier schwer gestürzt ist und appelliert, hier unbedingt nachzubessern. Ein berechtigtes Anliegen, für das sich der Seniorenbeirat bereits sehr engagiert einsetzt.

Das Foto zeigt die Einladung zur Sprechstunde des Seniorenbeirates.

Weiteres Thema war aber auch die fortschreitende Digitalisierung und die Orte, wo sich diese bereits zeigt und wie man hier aktiv werden kann. Auch sehr aufschlussreich waren die Ideen zur künftigen Mobilität, insbesondere die Vorstellung, wie die Buslinien in der Stadt geführt werden könnten, um eine bessere Vernetzung sicherzustellen.

Danke sehr für den Austausch – mir verdeutlicht das: man muss miteinander im Gespräch sein, dann eröffnen sich viele Perspektiven, die unsere Stadt weiterbringen und lebenswerter machen.

Trauriger Platz ohne Zukunft

Ich wurde kürzlich gefragt, wo meiner Einschätzung nach der hässlichste Platz in Gütersloh sei.

Meine Antwort: der BüskerPlatz.

Eigentlich war das hier der Kern und ein historischer Ursprung von Gütersloh – der „Busch“. Heute ist es nur noch ein trostloses Pfleckchen Erde, umkreist von Autos, von Architektur, die mal modern war und geprägt vom verblassten 70er Jahre-Charme einer windschiefen Betonblumenfassung mit ein wenig sommerlicher Farbenpracht. Einzig die Uhr ist noch ein sinnvoller Blickfang mit Bewegung und Zukunft. Ein Indiz dafür, was passiert, wenn man städtische Identität verdrängt?

Was meinen Sie? Hier muss dringend etwas passieren. Wieso nicht die Bürger befragen, was hier passieren soll. Ein paar Impressionen:

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Und hier noch einige Impressionen aus anderer Perspektive:

Innenstadt entgrünt

Mehr und mehr verschwindet das Grün aus der Innenstadt. Ursachen sind z.B. die Verdichtung der Bebauung (Mitbürger tauschen ihr Häuschen im Grünen mit einer Innenstadteigentumswohnung, die Häuser werden so immer größer und fressen Grünfläche), die damit verbundene fortschreitende Versiegelung und natürlich als Auslöser  steigende Vermarktungsmöglichkeiten von privatem Stadtgrün und dazu das aktuell sehr günstige Zinsniveau für Baukredite.

Das Bild zeigt den Parkplatz gegenüber dem Amtsgericht, hier sind über Nach 9 Bäume gefällt worden und sie weichen einem Parkplatz.

Die Bäume auf dem Parkplatz gegenüber dem Amtsgericht/Kreuzung Friedrich-Ebert-Straße wurden ziemlich flink abgeholzt. Bevor es einer so richtig merkt, sind sie weg und weichen jetzt Parkplätzen in der Größe angepasst an die Straßenkreuzer der neuen Zeit, die sogenannten SUV.

Die Innenstädte der Zukunft aber leben von der Aufenthaltsqualität für die Menschen – und nicht für die Autos. Dazu braucht es Grünflächen in der Stadt und Orte, an denen man sich auch mal hinsetzen kann. Sein darf.

Warum wohl zieht es die Gütersloher in die City, wenn dort für Wochen der grüne Rasen auf dem Karstadtvorplatz ausgerollt wird?

Gütersloh braucht Orte und Plätze der Begegnung. Welche das sein sollen und wo – das müsste man die Bürger in Gütersloh einfach mehr fragen und mit ihnen gemeinsam gestalten.

Spaziergang im Ortsteil

Pavenstädt – hier entsteht Bewegung

Die Fotos zeigen die Bautätigkeit im Ortsteil mit neuen Straßen. Man sieht noch, dass hier vorher Acker war.

Mit dem neuen Baugebiet „Auf dem Stempel“ entwickelt sich der Ortsteil. Ein Aspekt war hier die Entstehung einer Siedlung mit niedrigem Energieverbrauch und hohem Klimaschutz. 21 Bauvorhaben erreichen das Klimaziel. Hier greift beispielhaft das kommunale Baulandmanagement.

Einige weitere Fragen dazu:

  • sind ausreichend Kita-Plätze vorhanden?
  • ist die Grundschule Pavenstädt mit ausreichend Plätzen ausgelegt?
  • muss der Wahlbezirk neu berechnet werden?
  • sind Leerrohre für Breitband verlegt?
  • ist die öffentliche Mobilität bedacht?
  • gibt es Möglichkeiten einzukaufen?